Was macht den Park Sanssouci für Kinder und Jugendliche interessant? Was wünschen sie sich bei einem Besuch und wie lässt sich ihre Begeisterung für die historischen Gärten wecken? Diesen Fragen gingen rund 200 Schüler:innen im Rahmen des Schulprojekts „Welterbe zum Anfassen“ nach. Nach mehreren Monaten voller Entdeckungen, kreativer Ideen und gemeinsamer Erlebnisse fand das Projekt am 30. September 2026 mit einem großen Fest in der Orangerie im Park Sanssouci seinen Abschluss.
Den Anstoß für das Projekt gab Brandenburgs Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Dr. Manja Schüle, die am 13. Februar 2026 zu einem Workshop zur Wertschätzung der Gärten aufgerufen hatte. Durch die kurzfristige Bereitstellung von Lottomitteln konnte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) das Projekt verwirklichen. Im Mittelpunkt stand dabei das Ziel, das Verständnis und die Wertschätzung für die Potsdamer Parkanlagen zu stärken – und zwar gemeinsam und partizipativ mit den Kindern. Welche Gartenthemen und Formate finden sie besonders ansprechend? Was ist ihnen bei einem Besuch der Gärten wichtig? Was hilft ihnen, das Besondere der Gärten zu erkennen?
Insgesamt neun Klassen der Jahrgangsstufen drei bis sechs beteiligten sich an dem Projekt. Mit dabei waren drei Potsdamer Schulen – die Weidenhofgrundschule, die Schule am Jungfernsee und die Katholische Marienschule Potsdam – sowie die Europaschule Ketzin.
Entdecken, mitgestalten, ausprobieren
Das Projekt gliederte sich in drei Phasen. In der ersten Phase zwischen dem 16. Juni und dem 6. Juli 2026 fand eine interaktive Führung durch den Park Sanssouci statt. Dabei lernten die Schüler:innen die Gartenanlage kennen und konnten bei verschiedenen praktischen Aktionen ihre eigenen Wünsche, Vorstellungen und Ideen einbringen. Die gesammelten Anregungen wurden anschließend ausgewertet und bildeten die Grundlage für die weitere Gestaltung des Projekts.
In der zweiten Phase vom 25. August bis zum 19. September 2026 ging es ans Ausprobieren: Drei eigens auf Grundlage der Rückmeldungen entwickelte Programmformate standen auf dem Plan. Bei einer Schatzsuche, einer digitalen Schnitzeljagd mit Tablets und einem kreativen Workshop konnten die Schüler:innen den Park auf unterschiedliche Weise erleben und die neuen Angebote testen. Im Workshop entstanden außerdem fantasievolle Fensterbilder, die für einen begrenzten Zeitraum in den Fenstern der Pflanzenhalle der Orangerie ausgestellt sind.
Ein Fest zwischen Flora, Fauna und Pomona
Zum Abschluss kamen am 30. September alle 200 beteiligten Schüler:innen gemeinsam mit ihren Eltern und Lehrer in der Orangerie im Park Sanssouci zusammen. Begrüßt wurden sie von Kulturministerin Dr. Manja Schüle, der Vorstandsvorsitzenden des Vereins der Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten e. V., Dr. h. c. (NUACA) Barbara Schneider-Kempf, SPSG-Generaldirektor Prof. Dr. Christoph Martin Vogtherr und der Künstlerin Annette Paul.
Die Pflanzenhalle verwandelte sich an diesem Tag in einen Ort voller kreativer Aktivitäten. In drei thematisch gestalteten Bereichen – Flora, Fauna und Pomona – konnten die Kinder selbst künstlerisch tätig werden: Sie bemalten Fächer, statteten Skulpturen mit passenden Attributen aus und gestalteten weitere Fensterbilder. Ein eigener Bereich lud dazu ein, die Ergebnisse der vergangenen Projektmonate zu entdecken und noch einmal auf das gemeinsam Erlebte zurückzublicken.
Für die Schüler bot das Abschlussfest zugleich eine besondere Gelegenheit, die eindrucksvolle Pflanzenhalle der Orangerie einmal auf ganz andere Weise zu erleben.
Ein gemeinsames Projekt
Ein herzlicher Dank gilt allen Schüler:innen und Lehrer:innen, die sich mit ihren Ideen und ihrer Begeisterung an „Welterbe zum Anfassen“ beteiligt haben. Besonderer Dank gebührt der Künstlerin und Kulturvermittlerin Annette Paul, die mit ihrer langjährigen Erfahrung innerhalb kürzester Zeit zusammen mit der Verfasserin und weiteren Mitarbeitenden der SPSG ein vielfältiges Projekt konzipiert und umgesetzt hat. Ebenso danken wir dem Verein der Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten e. V. für die finanzielle Unterstützung.
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