Blog der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

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Metallbauer im Denkmalschutz

15. Juni 2022, veröffentlicht von SPSG

Niklas Dehnel ist 21 Jahre alt und hat 2021 seine Ausbildung als Metallbauer in der Stiftung abgeschlossen, mit ausgezeichnetem Erfolg und nun wurde er auch Kammersieger der Potsdamer Handwerkskammer! Wir gratulieren ihm herzlich und natürlich auch seinem Ausbilder: Meister Martin Richert.

Mit dem ehemaligen Azubi, der nun als Geselle im Schirrhof arbeitet, sprach Birgit Morgenroth
 

Herzlichen Glückwunsch, Ihr Beruf scheint Ihnen Spaß zu machen. Wie sind Sie denn dazu gekommen, Metallbauer zu werden?

Ich hatte nach der 10. Klasse Lust auf eine Lehre und richtig mit den Händen zu arbeiten. Meine Familie stand voll hinter mir und machte keinen Druck, dass ich Abitur mache. Dann habe ich die Anzeige gesehen für die Ausbildung bei der Stiftung und mich beworben. Ich finde, es ist ein Privileg für den Denkmalschutz zu arbeiten, ich habe schon in der Ausbildung ein tolles Projekt umsetzen dürfen.
 

Eine der Pyramiden, kurz bevor sie in die Lackierwerkstatt gebracht wird © SPSG
Eine der Pyramiden, kurz bevor sie in die Lackierwerkstatt gebracht wird © SPSG

Was macht denn ein Metallbauer im Denkmalschutz?

Ich durfte vier Pyramiden aus Stahl nach historischem Vorbild bauen, die demnächst im Schlosspark Charlottenburg stehen. Das hat fast zwei Jahre gedauert, weil ich alles selbst geschmiedet habe, allein der Entwurf und die verschiedenen Versuche waren zeitaufwendig. Es gab diese Holzpyramide als Vorbild und ich habe dann unterschiedliche Varianten von Teilen z.B. von der Fahne oben drauf angefertigt, bis es stimmig war. Ansonsten beheben wir ganz viele Schlosshavarien.
 

Und was sind „Schlosshavarien“?

Das ist nicht, wenn das Schloss unter Wasser steht, sondern, wenn ein Schloss nicht mehr funktioniert. Wir sind der hauseigene Schlüsseldienst. Vor allem die Toranlagen sind anfällig und alle unterschiedlich, weil sie ja aus verschiedenen Jahrzehnten, ja Jahrhunderten stammen. Es gibt in der Stiftung mehr als 50 Toranlagen. Einmal im Jahr werden alle Tore überprüft, das nennen wir die „Torrunde“. Und dann die Türen. Wir haben Hunderte von Türen schon repariert oder neu gemacht. Letzte Woche waren wir im Schloss Sanssouci, das Schloss der Bibliothek klemmte. Schwierig wird es bei einem alten Schloss mit einer modernen Schließanlage, das ist total kniffelig, das beim Einbau zu kombinieren, es darf ja nicht auffallen.
 

Sie waren jetzt vor kurzem mit dem Erasmus-Programm in Malta. Was war dort Ihre Aufgabe?

Ich war drei Wochen in Malta bei einem kleinen Metall-Betrieb. Mit einem Erasmus-Stipendium ist es auch möglich im europäischen Ausland zu arbeiten, nicht nur zu studieren. Mein maltesischer Chef war streng: „Ich möchte erst mal sehen, wie Du arbeitest“ sagte er und hat mich ganz schön getestet. Die Aufgaben waren ganz typisch für einen Stahlbau der Moderne, also Zäune errichten zum Beispiel. Wir haben wenig restauriert, aber ich konnte mir seine alten Werkzeuge anschauen und etwas ausprobieren. Auf jeden Fall ein Erlebnis, ich konnte Malta richtig kennenlernen.
 

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