Blog der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

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Q&A zur Instagram Live Führung in den Winterkammern von Schloss Charlottenburg

15. März 2021, veröffentlicht von SPSG

Instagram-Führung in den Winterkammern von Schloss Charlottenburg, Screenshot ,it Schlossbereichsleiter Rudolf G. Scharmann

Die Winterkammern im Neuen Flügel von Schloss Charlottenburg wurden von der Königin Luise von Preußen ab 1798 bewohnt. Diese sechs Zimmer umfassende, elegante Raumflucht beherbergt funkelnde Kronleuchter, textile Wandbespannung und erlesenes Mahagonimobiliar.
Ein Highlight der im Zweiten Weltkrieg vernichteten und mit originaler Ausstattung weitgehend wiederhergestellten Räume stellt das Schlafzimmer der Königin dar, dass der Architekt Karl Friedrich Schinkel 1810 entworfen hatte.


Mit unserer Instagram Live Führung haben wir Ihnen die Winterkammern nach Hause geholt. Dabei haben uns einige Fragen von Zuschauer*innen erreicht, die Ihnen Schlossbereichsleiter Rudolf G. Scharmann gerne beantwortet.


Wie lange hat es gedauert einen der Räume der Winterkammern der Königin Luise wiederherzustellen?

Nachdem die Winterkammern im Zweiten Weltkrieg 1943 weitgehend vernichtet wurden, sind fünf der sechs Räume zwischen 1983 und 1995 auf der Grundlage von Zeichnungen, Fotografien und detailreichen Bauakten im frühklassizistischen Stil rekonstruiert worden. Die textile Bespannung von zwei Räumen (Schreibzimmer, Ostindisches Zitzzimmer) wurde erst 2010 fertiggestellt. Das Luisenschlafzimmer ist bereits 1974 eröffnet worden.

Sind die Räume der Winterkammern original eingerichtet oder wird dort eine museale Einrichtung präsentiert?

Von der mobilen Originalausstattung einschließlich der eleganten Kronleuchter wurde ein Großteil während des Zweiten Weltkriegs in den Kellern preußischer, mecklenburgischer und thüringischer Schlösser deponiert und ist weitgehend erhalten geblieben. Daher konnten die Räume der Winterkammern auf Grundlage historischer Schlossinventare und mit der Originalausstattung authentisch eingerichtet werden.

Hat Königin Luise allein in den Winterkammern oder zusammen mit ihren Kindern gewohnt?

In den eigentlich für ihren Schwiegervater Friedrich Wilhelm II. von Preußen eingerichteten Winterkammern im westlichen Obergeschoss des Charlottenburger Neuen Flügels hat nur Königin Luise gewohnt. Ihre Kinder wie auch die Oberhofmeisterin Gräfin Sophie Marie von Voß und weitere Hofbedienstete waren in den Zimmern westlich des Nebentreppenhauses im Obergeschoss des Charlottenburger Alten Schlosses untergebracht. Ihr Ehemann König Friedrich Wilhelm III. von Preußen bewohnte die Erdgeschossräume des Neuen Flügels, die direkt unter den Zimmern Luises lagen.

Weiß man, wie lang Königin Luise tatsächlich in der neueingerichteten Wohnung gewohnt hat? Sie starb ja bereits im Juli 1810.

Die Winterkammern im Charlottenburger Neuen Flügel hat Königin Luise regelmäßig in den Jahren 1798 bis 1805 von Mai bis August mit kürzeren Unterbrechungen bewohnt. Nach der Rückkehr aus dem ostpreußischen Exil, in dem die königliche Familie vor den Eroberungsfeldzügen des französischen Kaisers Napoleons I. von 1806 bis 1809 gelebt hatte, ließ Friedrich Wilhelm III. für seine Frau ein neues Schlafzimmer nach Entwürfen Karl Friedrich Schinkels einrichten. In diesem Raum hat Luise nur vom 21. bis 25. Juni 1810 übernachtet, bevor sie nach Neustrelitz und in das Schloss Hohenzieritz, dem Sommersitz ihres Vaters Herzog Karls II. von Mecklenburg-Strelitz aufbrach, wo sie am 19. Juli 1810 starb.

Sind die Fußböden, also das Parkett, der Winterkammern noch im Original erhalten?

Das Parkett der Winterkammern und auch des Luisenschlafzimmers im Charlottenburger Neuen Flügel ist nach Fotografien und detailreichen Bauakten komplett wiederhergestellt worden.

Warum ist das Bett der Königin Luise so klein?

Das nach Entwürfen Karl Friedrich Schinkels aus Birnbaumholz geschaffene original erhaltene Bett Luises hat die Maße Höhe 75 cm x Länge 202 cm x Breite 110 cm. Da die Königin 1.73 m groß gewesen sein soll, reichte diese Größe für sie vollkommen aus.

Wie wurden zur Zeit der Königin Luise die Kronleuchter betrieben?

Die um 1797 angefertigten eleganten Bronze-Kronleuchter mit reichem Glasbehang aus der Berliner Manufaktur Werner und Mieth wurden nur bei festlichen Veranstaltungen mit teuren Wachskerzen bestückt. Sie mussten je nach Brenndauer mehrfach neu aufgesteckt werden. Elektrifiziert wurden die Kronleuchter nie.


Wer nun neugierig ist, kann die Aufzeichnung der Live Führung in den Winterkammern von Schloss Charlottenburg – und weitere Instagram-Führungen – bei unseren DIGITALEN ANGEBOTEN in voller Länge ansehen.

Weitere Informationen zum Schloss Charlottenburg – Neuer Flügel

 

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