Diplomatie in kostbaren Fäden

Schloss Rheinsberg

Prinz Heinrich (1726–1802) erhielt diese fünf Wandteppiche als Geschenk während seines zweiten Besuches bei der russischen Zarin Katharina II. (1729–1796) im Jahr 1776. 

Während dieses Besuches verstarb die russische Großfürstin Natalja Alexejewna (1755–1776), die erste Frau des späteren Zaren Paul I. (1754–1801). In der Folge war Prinz Heinrich aktiv daran beteiligt, seine Großnichte, Prinzessin Sophie Dorothee von Württemberg (1759–1828), mit dem verwitweten Paul zu vermählen. Das Paar wurde schließlich im Oktober 1776 getraut.

Prinz Heinrich erhielt die Gobelinsammlung bei seiner Abreise, zusammen mit weiteren wertvollen Geschenken. 1778 wurden sie dann als Wanddekoration im Audienzzimmer der Ferdinandswohnung im Schloss Rheinsberg angebracht.

Von 1893 bis 1919 waren die Wandteppiche nachweislich Teil der Ausstattung des Neuen Palais in Potsdam. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs verliert sich die Spur von zwei der Gobelins – die größten der insgesamt fünf – sie gelten heute als Verlust. 

Die erhalten gebliebenen Wandteppiche sind heute Eigentum des Hauses Hohenzollern. Bis 2002 befanden sie sich auf der Burg Hohenzollern und wurden dann von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg aufwendig restauriert. Heute stehen sie als Leihgabe wieder im Audienzzimmer der Ferdinandswohnung.