Antoine Pesne, Wilhelmine von Preußen mit ihrem Bruder Friedrich, später Friedrich II., mit einem Schwarzen Kammerdiener

Bei diesem 1714 datierten Porträt von Antoine Pesne handelt es sich um ein königliches Geschwisterpaar, die fünfjährige Wilhelmine und den dreijährigen Friedrich, der spätere Friedrich II. Sie stehen neben einem Triumphbogen. Ihre Kleidung beschreibt die beiden als Fürstenkinder. Hinter ihnen ist ein junger Schwarzer Diener dargestellt. Friedrichs rechte Hand mit dem Trommelstab, den er wie einen Kommandostab hält, deutet zu dem hell aufscheinenden Licht hinter dem mit Trophäen geschmückten Tor und verweist damit zugleich auf seine zukünftige Rolle als oberster Feldherr. Wilhelmine verkörpert, mit einem Blumenkorb in der Hand und mit einer Girlande geschmückt, seinen weiblichen Gegenpart. 

Der Schwarze Kammerdiener hinter Wilhelmine trägt eine gestreifte Livree und einen silberfarbenen Halsring. Der Halsring gibt hier Hinweise auf Unfreiheit und Versklavung. Er hält einen Schirm und einen Papagei. Es sind Motive, die in zeitgenössischen europäischen Darstellungen verbreitet waren und aus heutiger Sicht stereotype Attribute sind. Pesne setzte den dunklen Hautton gezielt zu dem Wilhelmines in Kontrast und betonte damit ihren damals als vornehm geltenden hellen Teint. Außerdem tritt durch die dienende Position des Schwarzen Jungen, hinter ihnen stehend und sie beschirmend, die bestimmende Rolle der beiden Königskinder hervor. 

Auch wenn wir nicht genau wissen, wer die Person war, die hinter Friedrich und Wilhelmine zu sehen ist, so gibt es Hinweise auf Biografien zeitgleich am Hofe lebender Schwarzer Bediensteter. Mit ihrer christlichen Erziehung und der anschließenden Taufe legitimierte man damals den Erwerb von Menschen, da sie damit angeblich vor dem Heidentum gerettet wurden.

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