Schulangebot „Ein Tag in Potsdam – Geschichte erleben“ vor Schloss Sanssouci
Museumspädagogisches Angebot

Ein Tag in Potsdam – Geschichte erleben

Das Programm eignet sich für die Klassenstufen 4–13

„Ein Tag in Potsdam“ ermöglicht Schüler:innen einen kompletten Schultag in der Landeshauptstadt zu verbringen. Während des Programms erleben die Teilnehmenden das „Brandenburg Museum“ und Schloss und Park Sanssouci oder Park Babelsberg. Das Angebot ist ganz besonders interessant für Schulen aus Brandenburg, die eine finanzielle Unterstützung für Anfahrt und Verpflegung erhalten!

Es gibt aktuell zwei thematisch unterschiedliche Module: Auf den Spuren der Migrant:innen in der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte und Virtuelle Zeitzeug:innen. Die Module sind auf die verschiedenen Jahrgangsstufen abgestimmt.

Das außerschulische Bildungsangebot „Ein Tag in Potsdam – Geschichte erleben“ ist ein gemeinsames Projekt des Brandenburg Museum für Zukunft, Gegenwart und Geschichte, der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und der Ostdeutschen Sparkassenstiftung. Es gibt Schüler:innen die Möglichkeit, sich bei einem Projekttag in Potsdam zentrale Aspekte der brandenburgisch-preußischen Geschichte auf anschauliche und interaktive Weise zu erschließen.

Kulturelle und historische Bildung sind grundlegend für unsere gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung. Deshalb unterstützt die Ostdeutsche Sparkassenstiftung das Projekt „Ein Tag in Potsdam – Geschichte erleben“ als nachhaltige und zukunftsweisende Investition in die Bildung junger Menschen.
Ostdeutsche Sparkassenstiftung

2023 bis 2025 wurde das Projekt zusätzlich durch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg gefördert.

Wichtige Informationen

April-Oktober

Am Vormittag erkunden die Schüler:innen gemeinsam mit Ausstellungsbegleiter:innen im Brandenburg Museum die Brandenburg.Ausstellung. Die Schüler:innen beschäftigen sich mit historischen Zeugnissen verschiedener Migrantengruppen: slawische Siedler:innen, Eroberer, Botschafter:innen des Christentums, jüdische und christliche Kaufleute, Glaubensflüchtlinge und Fachkräfte aus ganz Europa ebenso wie Soldaten aus ganz unterschiedlichen Ländern. Dabei lernen sie, Geschichte und Gegenwart zu verknüpfen, und üben, sich zeitlich und geografisch zu orientieren.

Im Anschluss geht es auf eine Stadtrallye durch die historische Mitte Potsdams. Ausgestattet mit Aufgaben in einer Geschichtstasche entdecken die Schüler:innen selbstständig die Spuren der Hugenotten, der Holländer und sogar der Slawen.
Bevor es weiter geht in den Park Sanssouci, können sich die Schüler:innen im Brandenburg Museum mit einem Lunchpaket stärken.

Im Schloss Neue Kammern von Sanssouci erhält die Gruppe eine dialogische Führung. Anschließend geht es ausgestattet mit Tablets auf eine digital unterstütze Rätseltour im Park Sanssouci. Bei der Tour durch den Park steht das Thema „Migration am königlichen Hof“ – auch in Bezug auf Kunst, Lebensmittel und Pflanzen – im Vordergrund.

November-März

Nach dem Besuch der Brandenburg.Ausstellung erleben die Schüler:innen ein digitales und kollaboratives Quiz zum Thema Migration in Brandenburg. Dabei muss in kleineren Teams zusammengearbeitet werden. Nach dem Quiz werden die Antworten gemeinsam diskutiert.

Bei einem Besuch im Neuen Palais werden Migration und Vielfalt am preußischen Hof besprochen. Die Auseinandersetzung mit Materialien, Kunstwerke und anderen Objekten macht den Einfluss verschiedener Kulturen/ Länder in Brandenburg deutlich. Zugleich wird das Thema deutscher Kolonialismus zielgruppengerecht vermittelt und aufgezeigt, dass auch versklavte und verschleppte Personen Teil des preußischen Hofes waren.

Ab dem Schuljahr 2026/27 wird das bewährte Programm von „Ein Tag in Potsdam“ um ein neues Lernmodul zur deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts erweitert.

Im Brandenburg Museum setzen sich die Schüler:innen in einem VR-Workshop mit Nationalsozialismus und Holocaust auseinander. In virtuellen Interviews begegnen sie Zeitzeug:innen und vertiefen deren Lebensgeschichten in einem Lernparcours mit Bezügen zu Brandenburg.

Anschließend führt der Projekttag in den Park Babelsberg. Dort beschäftigen sich die Schüler:innen bei einem geführten Rundgang und mithilfe eines Augmented-Reality-Spiels mit der deutschen Teilung. Digitale Inhalte machen historische Spuren der Berliner Mauer sichtbar und vermitteln anhand von Zeitzeug:innenberichten die Lebensrealität an der innerdeutschen Grenze.

Das Programm bietet mögliche Anknüpfungspunkte zu folgenden Inhalten des Rahmenlehrplans für die Länder Berlin und Brandenburg:

Modul 1: Auf den Spuren der Migrant:innen in der brandenburgisch-preussischen Geschichte

Sachunterricht (1–4)
Erkenntnisse anhand von Quellen sammeln; in der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und den Geschichten unterscheiden lernen zwischen früher und heute.

Themenfelder:

  • „Erde“: Wo leben wir? (Europa – Deutschland – unser Bundesland: Berlin bzw. Brandenburg); Wie ist es so geworden? (ältere Geschichte und jüngere Zeitgeschichte).
  • „Wohnen“: Wie wohnten Menschen früher? Wie wohnen andere Menschen bei uns und Menschen anderswo? (Vielfalt).
  • „Zeit“: Woher bekommen wir Wissen über die Vergangenheit? Wie lebten die Menschen früher?

Gesellschaftswissenschaften (5–6)
Darstellungen beschreiben, untersuchen, auswerten und beurteilen; eine Geschichtserzählung verfassen.

Themen:

  • „Stadt und städtische Vielfalt – Gewinn oder ein Problem?“
  • „Vielfalt in der Gesellschaft – Herausforderung und/oder Chance?“

Deutsch (1–6)
Kompetenzbereiche:

  • „Sprechen und zuhören“
  • „Mit Texten und Medien umgehen“
  • „Texte in anderer medialer Form“
  • „Sach- und Gebrauchstexte“

Kunst (5–10)
Inhaltsbereiche:

  • Kunst im Kontext von Kunstgeschichte
  • Architektur und Raum

Konkretisierungen:

  • Garten- und Landschaftskunst
  • Identität und Lebensweisen
  • Museumsbauten
  • Denkmäler

Geografie, Geschichte, politische Bildung (7–10)
Themenfelder:

  • „Migration und Bevölkerung“
  • „Vielfalt der Erde“
  • „Orientierung in der Zeit“
  • „Grenzen setzen/europäische Identität“
  • „Europa in der Welt“
  • „Die europäische Idee“

Gymnasiale Oberstufe Geschichte

  • Wahlbereiche zum 2. Kurshalbjahr ge-2/GE-2: Die Europäisierung der Erde: Kolonialreiche.
  • Wahlbereiche zum 3. Kurshalbjahr ge-3/GE-3: Imperialismus: Kolonien, ideologische Begründungen: Sozialdarwinismus/Rassismus, Dekolonialisierung.

Fachübergreifende Kompetenzentwicklung
Sprachbildung (Produktion/Sprechen, Interaktion); Medienbildung (Informieren, Kommunizieren, Analysieren, Reflektieren).



Modul 2: VIRTUELLE ZEITZEUG:INNEN

Geschichte (9–10)

  • Demokratie und Diktatur
  • Ideologie und Herrschaft des NS
  • Zweiter Weltkrieg und Holocaust/Völkermord/Mord (Täter; Opfergruppen: Juden, Sinti und Roma, Behinderte, Homosexuelle, politischer Widerstand u. a.)
  • Widerstand gegen die NS-Herrschaft in Deutschland und Europa; Geschichtskultur: Erinnern an Vergangenheit (in Ost und West).
  • Der Kalte Krieg: Bipolare Welt und Deutschland nach 1945 beide deutsche Staaten zwischen Konfrontation und Entspannung
  • Demokratie und Diktatur: Herrschaft und Menschenrechte, Umgang mit Opposition und Vielfalt (z.B. der Lebensweisen), Alltagsleben
  • Geschichtskultur: Erinnern an Vergangenheit.

Sekundarstufe II (11–13)
Gesellschaftliche Kräfte und die Entwicklung von Staaten im Spannungsfeld zwischen Demokratie, Diktaturen und Krieg: Basismodul BM2: Nationalsozialistische Gewaltherrschaft 1933–1945

Zeitgeschichte nach 1945
Basismodul BM1: Vom „Kalten Krieg“ zur polyzentrischen Welt.
Basismodul BM2: Die beiden deutschen Staaten 1945/49–1990 und der Einigungsprozess.

Kompetenzerwerb

  • Geschichte in Quellen
  • Geschichte in Deutung und Narration
  • Handlungsspielräume und Zwangslagen historischer Akteure beurteilen
  • Geschichte als Kontroverse
  • reflektiertes dialogisches Argumentieren vertiefen
  • historischen Wandel aus verschiedenen Ursachen erklären
  • verschiedene Deutungen von Vergangenheit beschreiben und vergleichen

Brandenburg Museum für Zukunft, Gegenwart und Geschichte

Weitere Infos und Anmeldeformular


Für Nachfragen:

bildung@gesellschaft-kultur-geschichte.de
Telefon: 0331.620 85-32

Buchbar

Modul 1: Auf den Spuren der Migrant:innen in der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
ganzjährig buchbar
In den Herbst-, Oster- und Sommerferien können Hortgruppen das Angebot buchen.

Modul 2: Virtuelle Zeitzeug:innen
ab September 2026 immer mittwochs buchbar
Es kann von September-Oktober 2026 und wieder ab April bis Oktober 2027 durchgeführt werden.

Konditionen

Das Tagesprogramm hat einen zeitlichen Rahmen von ungefähr sechs Zeitstunden inklusive Pausen. Das Angebot ist auf maximal 48 Schüler:innen ausgerichtet.

Für eine Gruppe von maximal 24 Schüler:innen werden mindestens 2 Begleitpersonen und für eine Gruppe von maximal 48 Schüler:innen mindestens 4 Begleitpersonen benötigt.

Für Schüler:innen aus dem Land Brandenburg
Für Schüler:innen aus dem Land Brandenburg kann die Ostdeutsche Sparkassenstiftung einen finanziellen Zuschuss zu den Kosten der Anreise nach Potsdam, zum Transfer innerhalb Potsdams sowie für die Bereitstellung einer Geschichtstasche pro Klasse und ein „Lunchpaket“ gewähren. Der Eigenanteil pro Schüler:in beträgt mit Förderung 8,50 Euro. Im Preis enthalten sind die Führungen und die Arbeitsmaterialien für die Stadtrallye sowie das Lunchpaket und die Reisekosten.

Bei einer Gruppe von maximal 24 Schüler:innen sind 2 Begleitpersonen und bei einer Gruppe von maximal 48 Schüler:innen 4 Begleitpersonen frei. Für jede weitere Begleitperson betragen die Kosten 8,50 Euro.

Für Schüler:innen aus anderen Bundesländern
Es gibt verschiedene Optionen:
   1. Für Gruppen bis maximal 24 Personen (inkl. maximal zwei Begleitpersonen) ist ein Pauschalpreis von 200 Euro zu entrichten.
   2. Für Gruppen bis maximal 48 Personen (inkl. maximal vier Begleitpersonen) ist ein Pauschalpreis von 400 Euro zu entrichten.

In den Pauschalpreisen enthalten sind die Führungen und die Arbeitsmaterialien für die Stadtrallye. Auf Wunsch kann zusätzlich das Lunchpaket für 7 Euro pro Person gebucht werden. Die Anreise nach Potsdam und der Transfer innerhalb Potsdams werden von den Gruppen selbst organisiert und bezahlt.

Impressionen