Themenschwerpunkt: Kunst | Politik
Mit dem Themenjahr „Kunst | Politik“ richtet die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) 2026 den Blick auf das Verhältnis von Kunst, Macht und politischer Inszenierung. Drei zentrale Vorhaben prägen das Programm: die erweiterte Dauerausstellung „Kunst – Menschen – Macht“ im Berliner Schloss Schönhausen, die Sonderpräsentation „Ungeheuer trifft Papagei. Napoleon Bonaparte und Königin Luise in Tilsit 1807“ im Schloss Paretz sowie „h300“, das vielfältige Jubiläumsprogramm zum 300. Geburtstag von Prinz Heinrich von Preußen in und um Rheinsberg.
Ergänzt werden diese Schwerpunkte durch zahlreiche Veranstaltungen in den Schlössern und Gärten der Stiftung – darunter Führungen, Gespräche, Konzerte und Vermittlungsangebote, die unterschiedliche Aspekte des Themenjahres aufgreifen. Dabei werden entscheidende Fragen neu gestellt: Wie präsentierten sich etwa preußische Herrscherinnen und Herrscher in Porträts, Gartenanlagen oder Festinszenierungen? Welche Geschichten wurden bewusst erzählt – und welche blieben im Verborgenen? Und was geschieht, wenn politische Macht darüber entscheidet, was als Kunst gelten darf?
Das gesamte Programm wird fortlaufend erweitert und ist online unter spsg.de/kunst-politik zu finden.
Ungeheuer trifft Papagei
Napoleon Bonaparte und Königin Luise in Tilsit 1807
1. April – 1. November 2026, Schloss Paretz, Parkring 1, 14669 Ketzin/Havel OT Paretz
Dienstag bis Sonntag 10–17.30 Uhr
8 / 6 Euro, Familienkarte (2 Erwachsene und max. 4 Kinder): 16 Euro
1806 hatte Preußen bei Jena und Auerstedt den Krieg gegen Frankreich, gegen das „Ungeheuer“ Napoleon (1769-1821), verloren. Die königliche Familie floh daraufhin nach Ostpreußen und begab sich in den Schutz Russlands, ebenso ein Rest der preußischen Armee. Die nachsetzenden französischen Truppen zwangen die russischen und preußischen, Frieden zu suchen. Die Gespräche fanden im Sommer 1807 in Tilsit auf einem Floß auf der Memel zwischen Napoleon und dem russischen Zaren Alexander (1777-1825) statt. König Friedrich Wilhelm III. von Preußen(1770-1840) durfte daran nicht teilnehmen. Es wurde über Preußen gesprochen, aber nicht mit Preußen. Königin Luise (1776-1810) wurde deshalb vom preußischen Staatsminister Karl-August von Hardenberg (1750-1822) und ihrem Mann zu Napoleon geschickt, um milde Friedensbedingungen zu erbitten.
Das Zusammentreffen von Kaiser und Königin war politisch bedeutungslos. Napoleon gestand nichts zu. Luise sei lediglich „Hardenbergs Papagei“, soll er nach dem Treffen gesagt haben. Die preußische Geschichtsschreibung hat aber in der Folge aus dem Treffen eine herzerwärmende Heldinnengeschichte dieses „stolzen Opfergangs“ der Königin verfasst, um die ganze Vergeblichkeit vergessen zu machen.
Die Präsentation in den Räumen des Schlosses betrachtet diesen Tiefpunkt der preußischen Geschichte anhand ausgewählter Objekte ohne alle Sentimentalitäten.
Das gesamte Begleitprogramm zur Ausstellung findet sich unter spsg.de/schloss-paretz
Alle Veranstaltungen zum 250. Geburtstag von Königin Luise unter spsg.de/luise250
Kunst – Menschen – Macht
Schloss Schönhausen als Tatort der NS-Aktion „Entartete Kunst“
Ab 12. Juni 2026, Schloss Schönhausen, Tschaikowskistraße 1, 13156 Berlin
April bis Oktober: Dienstag bis Sonntag 10–17.30 Uhr
November bis März: Samstag, Sonntag, Feiertag 10–16 Uhr
8 / 6 Euro, Familienkarte (2 Erwachsene und max. 4 Kinder): 16 Euro
Vom Spätsommer 1938 an lagerten in Schloss Schönhausen Kunstwerke, die zuvor im Zuge der Aktion „Entartete Kunst“ aus deutschen Museen beschlagnahmt worden waren. Seit Beginn ihrer Herrschaft in Deutschland diffamierten die Nationalsozialisten die moderne Kunst als „entartet“ oder als „Verfallskunst“. Im Juli 1937 ließen sie zahlreiche Kunstwerke aus deutschen Museen nach München bringen, um sie in der Ausstellung „Entartete Kunst“ in verhöhnender Weise zu zeigen. Danach wurden in einer weiteren Aktion mehr als 20.000 Kunstwerke aus rund hundert Museen entfernt und nach Berlin gebracht. Ab August 1938 kam eine Auswahl von 3.750 Kunstwerken in Schloss Schönhausen an. Von hier aus sollten sie gegen Devisen ins Ausland verkauft werden.
In der Ausstellung kann das Geschehen im Schloss erkundet werden. Besuchende lernen ausgewählte Akteurinnen und Akteure dieser „Verwertung“ kennen und erfahren, wie der Verkauf organisiert und umgesetzt wurde. Sie bekommen Einblick in die Biographien, die Motive und die Handlungsspielräume der beteiligten Beschäftigten der NS-Administration, der Händler, die die Kunstverkäufe vermittelten, der Sammlerinnen und Sammler, die die Kunstwerke kauften. Ein Raum ist den betroffenen Künstlerinnen und Künstlern gewidmet. Exemplarisch werden ihre Schicksale vorgestellt und ihre unterschiedlichen Erfahrungen über Tagebücher und Briefe zugänglich gemacht. Ausgewählte Original-Kunstwerke und die Schilderung ihrer Wege bis heute veranschaulichen die Facetten der Kunstpolitik des Nationalsozialismus und ihrer Folgen.
h300
Programm zum 300. Geburtstag von Heinrich von Preußen (1726-1802)
Im gesamten Jahr 2026, Programm in Rheinsberg und Umgebung
2026 erinnert die SPSG gemeinsam mit vielen Beteiligten der Region um Rheinsberg mit „h300“ an den 300. Geburtstag von Prinz Heinrich von Preußen – einen vielschichtigen, oft unterschätzten Akteur der brandenburgisch-preußischen Geschichte. Heinrich förderte die Künste, dachte europäisch und lud zu einem offenen Musenhof ein. Er verkörpert Toleranz, Austausch und Aufklärung.
Koordiniert wird das Jubiläum vom Team des Schlosses Rheinsberg, Heinrichs bevorzugtem Aufenthaltsort und wichtigste Wirkungsstätte. Hier schuf er eine eigene Form des höfischen Lebens – unabhängig, intellektuell, künstlerisch. „h300“ verbindet die historische Würdigung mit einem offenen, zeitgemäßen Kulturprogramm rund um Schloss und Garten Rheinsberg: multiperspektivisch, klar gästeorientiert und erlebbar für Familien, Kulturinteressierte und die Fach-Community. Es schlägt kluge Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Das partizipative Format bietet während der Laufzeit zahlreiche Veranstaltungen in Rheinsberg und Umgebung.
Das gesamte Programm findet sich auf der Website 300jahreheinrich.de
Ausstellungen
Preußens Luise
Zeichnungen, Illustrationen, Druckgraphik und ein Geschichts-Bilderbuch zum 250. Geburtstag der Königin Luise von Preußen
9. Mai – 21. Juni 2026, Pomonatempel auf dem Pfingstberg, 14469 Potsdam
Samstag und Sonntag 14–17 Uhr
Eintritt frei
Schwer zu sagen, ob der Philosoph Karl Popper (1902-1994) mit seiner Feststellung „Die Weltgeschichte hat keinen Sinn“ recht hat. Aber dass die Beschäftigung mit Geschichte Sinn ergibt, das zeigt Rainer Ehrt mit seiner Graphic Novel „Preußens Luise“, die er pünktlich zum 250. Geburtstag der preußischen Königin am 10. März 2026 vorgelegt hat, auf ebenso aufschlussreiche wie vergnügliche Weise.
Ehrt ist Künstler, Autor und vielfach preisgekrönter Karikaturist, den seit Jahrzehnten die Auseinandersetzung mit Preußen nicht loslässt. 1960 in Elbingerode im Harz geboren, zog ihn preußische Geschichte und Kultur schon als Kind in ihren Bann. Sein umfangreiches Werk zu Preußen, an dem er rastlos weiterarbeitet, umfasst zahlreiche Bücher, großformatige Bilder, Zeichnungen und Plastiken. So hat sich Ehrt über die Jahre zu einem Chronisten Preußens entwickelt. In der Ausstellung sind Ehrts Illustrationen zu sehen.
Veranstalter: Förderverein Pfingstberg e. V.
Kant & Königsberg
10. Mai – 9. August 2026, Schloss Caputh, Straße der Einheit 2, 14548 Schwielowsee
Dienstag bis Sonntag 10–17.30 Uhr
Eintritt frei
Immanuel Kants Werk prägt das philosophische und politische Denken bis heute. Woher kam der am 22. April 1724 Geborene und wie sah seine Lebenswelt aus? Während Kant für seine Nachwelt viele Fragen offen ließ, will die Ausstellung Antworten zu seinem kulturgeschichtlichen Hintergrund anbieten. Kant lebte und lehrte bis zu seinem Tod 1804 an der Albertus-Universität in Königsberg (heute Kaliningrad in Russland), der Hauptstadt des alten Herzogtums Preußen und später der Provinz Ostpreußen. Königsberg war seine Stadt, er verließ sie nur selten. Gleichwohl bewegte er sich in den europäischen Bezügen seiner Zeit: Kant nahm Anteil am Zeitgeschehen, besonders an der Französischen Revolution, befasste sich mit Naturwissenschaften ebenso wie mit Politik und stand mit der gelehrten Welt seiner Zeit im Austausch. Kants Werk ist ausdrücklich zur Verbesserung der Menschheit verfasst und in den moralischen wie politischen Schriften auch an diese adressiert. Im Mittelpunkt stehen die Fragen: „Was kann ich wissen?“, „Was soll ich tun?“, „Was darf ich hoffen?“ und „Was ist der Mensch?“
Auf zwölf Tafeln wird ein Überblick über Kants Biographie, über seine Wirkungsstätte Königsberg, über dessen Universität und über die Region im zeithistorischen Kontext gegeben. Der Schwerpunkt liegt auf der kulturhistorischen Einordnung des Philosophen und seiner Wirkungsstätte, Kants Werke wie auch deren Rezeption werden zusammenfassend dargestellt. In für Kinder geeigneten Bereichen möchte die Ausstellung den Königsberger Philosophen auch jungen Menschen nahebringen.
Die Ausstellung wird in Kooperation mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa sowie in Verbindung mit dem Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg und dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte des östlichen Europa Oldenburg gezeigt.
Der Küchenmeister und sein Kochbuch
Kabinettausstellung anlässlich des 300. Geburtstages des Prinzen Heinrich von Preußen
11. Juni – 6. September 2026, Schloss Rheinsberg, Schloss Rheinsberg 2, 16831 Rheinsberg
Dienstag bis Sonntag 10–17.30 Uhr
14 / 10 Euro, Familienkarte (2 Erwachsene und max. 4 Kinder): 28 Euro
Nachdem die Ausstellung „Prinz Heinrich von Preußen. Ein Europäer in Rheinsberg“, die 2002 anlässlich seines 200. Todestages gezeigt wurde, dessen Persönlichkeit und Wirken als Politiker, Feldherr, Kunstsammler, Förderer der Musik und Theaterkultur umfassend gewürdigt hat, nimmt die jetzt als Beitrag zum Jubiläumsjahr „h300“ konzipierte Kabinettausstellung ein spezielles Thema seiner Hofhaltung und -Ökonomie in den Blick. Es geht um die Frage, was und wie gegessen wurde.
Heinrich pflegte von Rheinsberg aus ein internationales Netzwerk. Gäste aus ganz Europa kamen in sein abgelegenes Landschloss, um sich mit ihm auszutauschen, vor allem aber auch, um an originell arrangierten Festen, Theater- oder Opernaufführungen teilzunehmen, für die sein Musenhof bekannt war. Ob nun bei diesen Gelegenheiten oder im Alltag – die anwesende Gesellschaft musste verköstigt werden.
Mehr als 30 Jahre lang war dafür Georg Conrad Singstock zuständig, der zunächst als Koch und schließlich als Küchenmeister im Dienst des Prinzen stand. Gewissermaßen als Summe dieser Erfahrungen veröffentlichte er im Jahr 1813 eine dreibändige Anleitung zur Kochkunst. Dieses Werk ist eine einzigartige kulturhistorische Quelle im Hinblick auf das Konsumverhalten im späten 18. Jahrhundert im Allgemeinen und am Hof des Prinzen Heinrich im Besonderen. Die darin beschriebenen Speisen und Desserts erweisen sich als bemerkenswert bodenständig und zugleich international. Sie zeugen unter anderm von den Reisen, die Heinrich nach Frankreich, Russland oder Schweden geführt hatten. Die vielfältig verwendeten heimischen Produkte stammten meist aus den eigenen Obst- und Küchengärten. Außerdem wurde in dieser Zeit die neue Form der Stallhaltung für das Vieh in der Herrschaft Rheinsberg eingeführt.
In der ehemaligen Bibliothek des Prinzen Heinrich im Schloss erfahren die Besuchenden anhand von ausgewählten Rezepten Wissenswertes über die Verfügbarkeit, den Anbau oder die Veredelung von Lebensmitteln. Darüber hinaus werden aktuell diskutierte Fragen wie die Nutzung von vorhandenen Ressourcen, wie Regionalität oder Einkauf von Zutaten aus dem Ausland erörtert. Und es werden auch die Hierarchien und Lebensumstände des Küchenpersonals thematisiert. Neben einer Originalausgabe des Kochbuchs werden weitere zeitgenössische Darstellungen, Archivalien und sogenannte Schaugerichte aus Fayencekeramik als „Augenschmaus“ zu sehen sein.
Mit der Ausstellung setzt die SPSG die Kooperation mit der Staatsbibliothek zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz fort, die 2025 mit der Ausstellung der Prinzessinnenbibliothek in Rheinsberg begonnen wurde.
Die Ausstellung ist im Rahmen des Rundgangs durch das Schloss zu sehen.
DYSTOPIA
Wolfgang Petrick & friends
4. Juli – 13. September 2026, Schloss Sacrow, Krampnitzer Straße 33, 14469 Potsdam
Freitag bis Sonntag 12–18 Uhr
10 / 6 Euro
Im Rahmen seiner Ausstellungsreihe „Museum für einen Sommer“ zeigt Ars Sacrow e. V. eine Hommage an den Maler, Installations- und Multimediakünstler Wolfgang Petrick (1939-2025).
Wolfgang Petricks umfangreiches Lebenswerk ist von Kindheitserlebnissen am Kriegsende und seiner Jugend im eingemauerten West-Berlin geprägt. Als Schüler in Ludwigsfelde erlebte Petrick Bombardements der Alliierten auf das Flugmotorenwerk Genshagen, beobachtete die mörderische Jagd auf KZ-Häftlinge vor seiner Haustür und fertigte seine ersten Bilder vom Koreakrieg an.
Als Kunststudent fühlte sich Petrick zu Werken von Otto Dix (1891-1969), Georg Grosz (1893-1959) und Max Beckmann (1884-1950) hingezogen, aber auch zur Art Brut eines Jean Dubuffet (1901-1985) oder der expressiven Malerei von James Ensor (1860-1949). Er war Mitbegründer der ersten Berliner Produzentengalerie Großgörschen 35, wurde zum Wortführer der Kritischen Realisten und nahm 1976 an der Documenta in Kassel teil. Petrick war Mitglied der Akademie der Künste und unterrichtete drei Jahrzehnte lang Meisterklassen an der Berliner Hochschule der Künste (heutige Universität der Künste).
Die Verletzlichkeit und Versehrtheit des Menschen in einer dystopischen Welt ist ein wiederkehrendes Thema seiner Gemälde, Skulpturen und Installationen bis in sein Spätwerk hinein, das in Schloss Sacrow ausführlich präsentiert wird. Diese Hommage an einen international renommierten Protagonisten der Neuen Figuration wird ergänzt durch künstlerische Positionen seiner Frau Helma und ehemaliger Studierender unterschiedlicher Generationen.
Mit Arbeiten von Tatjana Bergius, Boris Eldagsen, Ewa Finn, Samira Freitag, HELMA, Berit Myrebøe, Dennis Rudolph, Heike Ruschmeyer, Jan Sobottka, Iva Vacheva, René Wirths.
Mit freundlicher Unterstützung des Landes Brandenburg.
Veranstaltungen – eine Auswahl
Schloss Babelsberg: Zeit(ge)schichten
Sonderführungen
3., 10., 17. Mai, 7., 14. Juni, 12., 26. Juli, 9. August, 6., 13. September, 11., 24., 25. Oktober, jeweils 11 und 14 Uhr sowie 21., 24. Mai, 6., 25., 27. Juni, 11., 16., 25. Juli, 8., 20., 22., 29. August, 17. September, 15. Oktober, jeweils 14 Uhr
Schloss Babelsberg, Park Babelsberg 10, 14482 Potsdam, Treffpunkt: Schlosseingang
14 / 12 Euro (Führung mit dem Schlossleiter), 12 / 10 (alle anderen Führungen)
Tickets: spsg.de
Die Führung gibt Einblicke in ausgewählte Aspekte der Schlossgeschichte. Eine Präsentation zeigt Exponate zur preußisch-deutschen Außen- und Handelspolitik des 19. Jahrhunderts, zum Kunstgutschutz im Zweiten Weltkrieg sowie zu Veränderungen und Nutzungen der Räume nach 1945.
„Unwandelbar, Luise“: Ein Album für die Königin in zehn Bildern
Hörspiel-Abend im Schloss Charlottenburg
8. Mai, 19 Uhr
Schloss Charlottenburg – Neuer Flügel, Spandauer Damm 10-22, 14059 Berlin, Treffpunkt: Eingang Neuer Flügel
16 / 12 Euro
Tickets: spsg.de
Zum 250. Geburtstag von Königin Luise (1776-1810) wird im Neuen Flügel von Schloss Charlottenburg ein Hörspiel präsentiert, dessen Entstehung anschließend mit den Mitwirkenden diskutiert wird; danach können Gäste die Wohnräume der Königin besichtigen. Das Werk beleuchtet auf Basis historischer Quellen die verschiedenen Facetten ihres Lebens und erklärt, warum sie bis heute eine der meistverehrten Persönlichkeiten der preußischen Dynastie ist.
3. Rheinsberger Schlossgartenfest
16. Mai, ab 10 Uhr
Lustgarten Rheinsberg, Schloss Rheinsberg 2, 16832 Rheinsberg
Eintritt frei
Zusammen mit dem Heimatverein Rheinsberger Seenkette e. V., der Musikkultur Rheinsberg gGmbH und weiteren Akteuren möchte die SPSG im Rheinsberger Lustgarten mit den Besuchenden feiern. An vielen Orten wird ein abwechslungsreiches Programm geboten, z. B. das historische Möskefest oder die feierliche Ausfahrt der Orangeriepflanzen. Ein zentraler Ort mit Aufführungen von Rheinsberger Laien und Profis ist den ganzen Tag über das Heckentheater. Für das leibliche Wohl wird gesorgt.
Garten-Denkmal-Pflege
Spaziergang durch den Park Sanssouci bis zum Belvedere Klausberg
31. Mai, 14. Juni, 5. Juli, 23. August, 20. September, 4. Oktober, jeweils 11 und 14 Uhr
Park Sanssouci, Zur Historischen Mühle, 14469 Potsdam, Treffpunkt: Besuchszentrum Historische Mühle
10 / 8 Euro
Tickets: spsg.de
Ein Spaziergang im Park Sanssouci vermittelt Einblicke in die vielfältigen gärtnerischen Arbeiten der SPSG, von Baumpflanzungen bis zum Umgang mit den Klimawandelfolgen. Höhepunkt ist die Besichtigung des Belvedere auf dem Klausberg mit seinem historischen Innenraum und weitem Ausblick über den Park.
Restaurierung live
Sonderöffnung des Orangerieschlosses
31. Mai, 10–17 Uhr
Orangerieschloss, An der Orangerie 3-5, 14469 Potsdam
16 / 14 Euro
Tickets: spsg.de
Das Orangerieschloss bleibt 2026 für den regulären Besuchsverkehr geschlossen, da umfangreiche Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten stattfinden, bei denen sowohl die Gebäudehülle als auch Innenräume und Kunstobjekte bearbeitet werden. An einem besonderen Tag erhalten Interessierte dennoch Einblick in die Arbeiten und können Restauratorinnen und Restauratoren bei aufwendigen Maßnahmen wie der Wiederherstellung eines Kronleuchters, Holzimitationen an Türen und der Sicherung von Farb- und Goldschichten beobachten. Dabei werden Techniken und Hintergründe anschaulich erklärt und teilweise direkt vorgeführt.
Das Unmögliche wagen
25 Jahre Wiedereröffnung des Schlosses Paretz
31. Mai, Sonderführungen um 11, 14 und 15 Uhr
Schloss Paretz, Parkring 1, 14669 Ketzin/Havel OT Paretz, Treffpunkt: Schlosskasse
12 / 10 Euro
Tickets: spsg.de
Anlässlich von 25 Jahren Wiedereröffnung wird die bewegte Geschichte der Wiederherstellung von Schloss Paretz beleuchtet, das 1990 kaum noch als Schloss erkennbar war. Möglich wurde der Wiederaufbau durch das Zusammenspiel politischer Veränderungen sowie den Einsatz engagierter Entscheidungsträgerinnen und -träger, von Fachleuten sowie Handwerkerinnen und Handwerkern mit Visionen, Können und erheblichen Mitteln. Seinerzeit Beteiligte berichten in Führungen von ihren Erfahrungen und der außergewöhnlichen Phase der Restaurierung.
Mein Schloss – Familientag in Königs Wusterhausen
Höfische Tänze und Kurzführungen im Schloss
6. Juni, ab 11 Uhr
Schloss & Garten Königs Wusterhausen, Schlossplatz 1, 15711 Königs Wusterhausen
5 / 3 Euro, Anmeldung: 03375.211 70-0 oder schloss-koenigswusterhausen(at)spsg.de
Die Veranstaltung findet im Rahmen des City-Kinderfestes der Stadt Königs Wusterhausen statt. Kinder und Familien sind herzlich eingeladen zu Schnupperführungen durch das Schloss. Als Höhepunkt am Schluss können die Kinder mit einer Theater- und Tanzpädagogin höfische Tanzschritte im Festsaal erlernen.
UNESCO-Welterbetag
„Gemeinsam für Frieden und Verständigung“
7. Juni
Verschiedene Orte in Potsdam und Berlin
Traditionell am ersten Sonntag im Juni begangen, steht der diesjährige Welterbetag unter dem Motto „Gemeinsam für Frieden und Verständigung“. Im Rahmen von Familienführungen in den Neuen Kammern im Potsdamer Park Sanssouci stehen höfische Gäste aus verschiedenen Ländern im Fokus. Eine Sonderführung im Park zeigt zudem Drehorte, die als Kulisse für Film- und Serienproduktionen dienten. Zudem können die Gäste von den an diesem Tag geöffneten Aussichtpunkten Normannischer Turm und Belvedere Klausberg einen Panoramablick über Potsdam genießen. Im Berliner Park Glienicke spürt eine Sonderführung den antiken Einflüssen des Ensembles nach.
Gesamtes Programm unter spsg.de/unesco-welterbetag
„Licht“
Musikfestspiele Potsdam Sanssouci
12. Juni bis 28. Juni
Park Sanssouci und weitere Orte in Potsdam und Umgebung
Programm und Tickets: musikfestspiele-potsdam.de
Die Musikfestspiele 2026 widmen sich dem Thema „Licht“ in all seinen Facetten – als Naturphänomen, religiöses Symbol und kulturelle Metapher – und spannen dabei einen Bogen von Mythologie und Barock bis zur Moderne. Inspiriert von König Friedrich dem Großen (1712-1786) und seinem Bezug zu Lichtgottheiten wie Apollon vereinen die Konzerte Werke u. a. von Georg Friedrich Händel (1685-1759) und Joseph Haydn (1732-1809), interpretiert von renommierten Ensembles, Künstlerinnen und Künstlern. Ergänzt wird das Programm durch Open-Air-Events und filmbezogene Aufführungen in Babelsberg, die das Thema Licht auch als modernes Medium erlebbar machen.
Kunstwiese im Park Sanssouci
Malen für alle im Welterbe
13. Juni bis 13. September, jeweils Samstag und Sonntag, jeweils 13–17 Uhr
Park Sanssouci (Wiese am Besuchszentrum Neues Palais, beim Café am Kastanienwäldchen), 14469 Potsdam
Eintritt frei
Historische Gärten inspirieren: Jung und Alt sind herzlich eingeladen, ihrer Kreativität auf der Kunstwiese freien Lauf zu lassen. Die weitläufigen Parkanlagen und historischen Bauwerke bieten eindrucksvolle Motive für selbst geschaffene Kunstwerke. Künstlerinnen mit Mal- und Zeichenmaterial erwarten die Teilnehmenden und unterstützen auf Wunsch beim künstlerischen Tun. Interessierte können einfach vorbei kommen und sich einen der Plätze sichern. Die Teilnehmenden sollten sich etwas zum Essen und Trinken und, wenn gewünscht, auch eigene Malmaterialien mitbringen.
Wir danken der Firma Boesner GmbH Berlin für ihr besonderes Engagement, durch das wir unseren Gästen auch in diesem Jahr wieder hochwertiges Mal- und Zeichenmaterial auf der Kunstwiese zur Verfügung stellen können.
Zu Ehren von Harry Maitey, dem Mann von den Sandwich-Inseln. He inoa no Harry Maitey, ke kanaka Sandwich Islands.
Hula kahiko
14. Juni, 12 Uhr
Pfaueninsel (Liegewiese), 14109 Berlin
Im Fährticket (6 / 5 Euro) enthalten
Die Veranstaltung erzählt die Geschichte von Harry Maitey (1807-1872), einem Hawaiier mit außergewöhnlichem Lebensweg, der vor etwa 200 Jahren auf der Pfaueninsel lebte, und würdigt sein Leben mit einer besonderen Ehrung. Der Verein „No ka Hoʻomanaʻo Ana Ia Berlin e. V.“, der sich für die Pflege hawaiischer Kultur sowie den interkulturellen Austausch engagiert, präsentiert dazu einen traditionellen Hula-Tanz.
Kammeroper Schloss Rheinsberg 2026 – Auf Entdeckungsreise mit Heinrich und Wilhelmine
Internationales Festival junger Opernsänger:innen
30. Juni bis 6. September
Aufführungen auf dem Schlosshof und an verschiedenen Orten des Lustgartens
Schloss und Lustgarten Rheinsberg, Schloss Rheinsberg 2, 16831 Rheinsberg
Programm und Tickets: kammeroper-schloss-rheinsberg.de
Das Internationale Festival junger Opernsänger:innen der Kammeroper Schloss Rheinsberg verwandelt Rheinsberg im Sommer 2026 mit 28 Aufführungen in ein vielfältiges Opern- und Konzertlabor für Nachwuchstalente. Unter der künstlerischen Leitung von Jelle Dierickx steht das Programm unter dem Motto einer Entdeckungsreise, die den Schlosspark als kreativen Raum ins Zentrum rückt und historische wie moderne Perspektiven verbindet. Anlass sind die 300. Geburtstage von Prinz Heinrich von Preußen (1726-1802) und Wilhelmine von Hessen-Kassel (1726-1808), deren Leben und Wirkung künstlerisch neu interpretiert werden.
25 Jahre Wiedereröffnung Belvedere Pfingstberg
Jubiläum
25. Juli, 14–18 Uhr
Belvedere Pfingstberg, Pfingstberg, 14469 Potsdam
5 Euro
Gefeiert wird ein Vierteljahrhundert Wiederaufbau und Restaurierung eines der Potsdamer Kleinode: Mit der Wiedereröffnung von Westturm, Westkolonnade, Eingangshalle und Innenhof im Jahr 2001 wurde das Belvedere auf dem Pfingstberg nach mehr als 50 Jahren wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Möglich wurde dies durch das Engagement ehrenamtlicher Potsdamerinnen und Potsdamer im Förderverein Pfingstberg in Potsdam e. V., der das Schloss und die Parkanlage bis heute betreut und zugänglich macht.
Der Damenflügel von Schloss Sanssouci
Sonderführung mit Schlossmitarbeiterin Nadja Allerheiligen und Schlossmitarbeiter Koray Mendi, SPSG
29. und 30. August, jeweils 10, 11, 12, 13, 14, 15 und 16 Uhr
Schloss Sanssouci, Maulbeerallee, 14469 Potsdam, Treffpunkt: Eingang Damenflügel
12 / 10 Euro
Tickets: spsg.de
Mit dem Regierungsantritt König Friedrich Wilhelms IV. (1795-1861) im Juni 1840 wurde Schloss Sanssouci zum zweiten Mal in seiner Geschichte zur Sommerresidenz eines preußischen Herrschers. Nach der Einrichtung der königlichen Wohnräume ließ der Monarch die Seitenflügel des Schlosses ausbauen. Im westlichen Flügel befanden sich fortan die Apartments der Hofdamen der Königin Elisabeth von Preußen (1801-1873). Neben den originalen Raumfolgen bietet der Hofdamenflügel heute auch Exponate aus der königlichen Nutzungsphase des Schlosses im 19. Jahrhundert. Die Sonderöffnung bietet den Gästen die exklusive Gelegenheit, den Hofdamenflügel im Rahmen von Sonderführungen erkunden zu können.
Denkmalpflege und Restaurierung
Neues Dach für das Gartendirektionsgebäude
Bereits im November 2025 wurde die Baustelle am Gartendirektionsgebäude eingerichtet und damit der nördliche Zugang vom Ökonomieweg in den Marlygarten für etwa ein Jahr gesperrt.
In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu erheblichen Wasserschäden. Dachlatten gaben nach, vereinzelt fielen Ziegel herab. Daher wurde 2024 ein Bauzaun um das Gebäude gezogen, Schutztunnel an den Eingängen eingerichtet und das Haus sukzessive leergezogen. Wegen der Einsturzgefährdung von Teilbereichen wurde die Dachsanierung der noch ausstehenden Gesamtsanierung des Gebäudes vorgezogen.
Das u. a. von dem Gartengestalter Peter Joseph Lenné (1789-1866) bewohnte Gebäude war 1752 von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff (1699-1753) als Atriumhaus mit nach innen geneigten Dächern errichtet worden. Doch schon kurz nach Fertigstellung traten wiederholt Feuchtigkeitsprobleme auf. In der Folge wurden die ursprünglichen Pultdächer durch Satteldächer ersetzt. Auch in den folgenden Jahrhunderten wurde das Ensemble immer wieder umgebaut oder erweitert. Die heutige Dachlandschaft geht auf das Jahr 1935 zurück. Damals wurde der Turm im Innenhof auf die heutige Größe gekürzt und das Gebäude vom Hochbauamt I genutzt.
Im ersten Bauabschnitt der seit Jahresbeginn 2026 laufenden Wiederherstellungsarbeiten werden der West- und Ostflügel sowie der komplette Innenhof eingerüstet und mit einem Wetterschutzdach versehen. Die vorhandenen Biberschwanzziegel werden abgenommen und, je nach Zustand, für andere Projekte eingelagert oder entsorgt. Ein Teil der alten Holzbalken muss vollständig ausgetauscht werden, überwiegend sind jedoch lediglich Ergänzungen erforderlich.
Insgesamt werden über 870 Quadratmeter Dachziegel und 165 Quadratmeter Bitumendach erneuert. Für die Dacheindeckung werden zwei unterschiedliche Ziegeltypen mit jeweils drei Farbnuancen kombiniert, um ein lebendiges, abwechslungsreiches Gesamtbild zu schaffen und keine gleichfarbige „Legoplatte“. Alle derzeit vorhandenen Schornsteinköpfe werden bis unter die Dachhaut abgetragen und nur die technisch erforderlichen und denkmalpflegerisch notwendigen in ihrer historischen Form wiederhergestellt. Die Baumaßnahmen werden bis voraussichtlich Oktober 2026 andauern.
Nichts gedeiht ohne Pflege
Die Marmorskulpturen im Potsdamer Park Sanssouci sind nicht nur Dekoration. Vielmehr spiegeln sie die Gedankenwelt König Friedrichs des Großen (1712-1786) wider. Ihr Erhalt ist von besonderer Wichtigkeit, regelmäßige konservatorische Maßnahmen sind notwendig. Auch die winterliche Einhausung der Bildwerke schützt den Marmor vor Verwitterungsprozessen. Etwa alle 30 Jahre müssen die Marmorwerke restauriert werden. 2025 wurden dafür die acht Figuren des Musenrondells zusammen mit ihren Postamenten abgebaut. Am 21. April 2026 sind Kaliope, Terpsichore, Euterpe, Thalia, Melpomene, Erato, Klio und Polyhymnia an ihre angestammten Plätze zurückgekehrt. Die Restaurierung wurde durch eine Spende der Tiemann-Stiftung über die Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten e. V. unterstützt.
Das Stibadium im Garten der Villa Liegnitz
Lange Zeit durch ein Schutzgerüst allen Blicken verborgen, wird das Stibadium im – zum Potsdamer Park Sanssouci gehörenden – Garten der Villa Liegnitz vom Sommer 2026 an mit restaurierter Fassade wieder sichtbar sein. Die Oberflächen zeigen eine wunderbare, zu großen Teilen noch erhaltene farbige Gestaltung. Die Restaurierungsarbeiten werden nun im einseitig offenen Innenraum mit dem Wandbild, das einen Blick über den Comer See zeigt, fortgesetzt. Die beiden tragenden Figuren (Karyatiden) aus Zinkguss konnten bereits 2020 im Zuge der Dachsanierung wieder eingebaut werden. Das Projekt wurde durch eine großzügige Spende der Cornelsen Kulturstiftung gefördert.
Die Rosenpforte im Garten der Villa Liegnitz
Als Eingang vom öffentlich zugänglichen Park Sanssouci zum privaten Garten der Villa Liegnitz hatte de Architekt Ferdinand von Arnim (1814-1866) eine aufwendige Gartentür entworfen, die bis 1852 errichtet wurde. Da diese vornehmlich von Rosen umrankt war, wurde sie bald ausschließlich Rosenpforte genannt. Aufgrund ihrer prominenten Lage und ihres prägnanten Erscheinungsbildes ist sie ein exponierter Teil der Gartengestaltung, die auf Peter Joseph Lenné (1789-1866) zurückgeht. Ende der 1980er-Jahre hatte sich Erhaltungszustand der Pforte, vor allem der dekorativen Elemente, derart verschlechtert, dass sie abgebaut und gesichert werden musste.
Da die historischen Fragmente aus konservatorischen Gründen nicht wieder verwendet werden können, wird eine weitgehende Rekonstruktion erforderlich. Dabei dienen die originalen Zinkgusselemente, die einst die Eisenkerne detailreich verkleideten, sowie die Eisenkerne selbst als Vorbild für Abgüsse und Abformungen. Vorgesehen ist eine Ausführungsvariante, die die historischen Gusseisenkerne mit Zinkgussschalen wiederherstellt. Die Zinkapplikationen werden im Wachsausschmelzverfahren gegossen, die Gusseisenpfosten im Flammspritzverfahren verzinkt. Anschließend werden die Zinkgussornamente am Eisenkern mittels Edelstahlschrauben montiert. Das gebogene Rankgitter aus Schmiedeeisen wird ebenfalls rekonstruiert, die noch vorhandene Pforte restauriert. Die Oberflächen werden mit Korrosionsschutz versehen. Die Rekonstruktion der Rosenpforte wird durch die großzügige Unterstützung der Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten e. V. und der Stiftung pro Sanssouci ermöglicht.
Tag der Restaurierung
Am 18. Oktober 2026 jährt sich der Europäische Tag der Restaurierung zum neunten Mal. Die Restauratorinnen und Restauratoren der SPSG werden an diesem Sonntag in Rheinsberg sein und über ihre Arbeit im Schloss und im Park berichten.
Im Schloss
25 Jahre – 25 Geschichten
Im Januar 2001 öffnete die SPSG das Schlossmuseum Oranienburg erstmals mit einer neu eingerichteten Dauerausstellung. Seitdem konnten 600.000 Gäste im Haus begrüßt werden. Die Eröffnung war Teil der gemeinsamen Feierlichkeiten der Länder Berlin und Brandenburg zum 300. Jahrestag der Krönung des ersten Königs in Preußen und fand im Beisein des damaligen brandenburgischen Ministerpräsidenten Manfred Stolpe und der damals zuständigen Kulturministerin Johanna Wanka statt.
Im Zentrum der Ausstellung stehen die einstigen Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses – das Kurfürstenpaar Friedrich Wilhelm (1620-1688) und Louise Henriette (1627-1667) von Brandenburg sowie ihr Sohn und erste König in Preußen, Friedrich I. (1657-1713). Kostbare Kunstwerke des 17. und 18. Jahrhunderts erzählen die Geschichte des brandenburgisch-preußischen Herrscherhauses und von seiner Sammelleidenschaft. Gemälde, Porzellane, Tapisserien und Möbel lassen die Epoche lebendig werden und führen mit ihrer Herkunft oder ihrer Geschichte weit über das damalige Herrschaftsgebiet hinaus – in die Niederlande, nach Asien, Brasilien und Afrika.
Die niederländische Herkunft Louise Henriettes von Oranien-Nassau begründete im 17. Jahrhundert die enge Verbindung der brandenburgischen Hohenzollern mit der Republik der Vereinigten Niederlande. Die Einflüsse des Nachbarlandes auf die Wirtschaftspolitik des Kurfürsten Friedrich Wilhelm nach dem Dreißigjährigen Krieg waren wegweisend. Auch für die Kunst war die Bedeutung der Niederlande maßgeblich und ist noch heute in den Kunstsammlungen sichtbar. Gemälde niederländischer Meister und die Einrichtung von Porzellankammern zeugen davon.
Zum 25-jährigen Jubiläum rückt „25 Jahre – 25 Geschichten“ ausgewählte Werke besonders in den Blick. Bis zum 31. Oktober 2026 werden diese Geschichten im Rahmen der Dauerausstellung erzählt. Sie handeln von Macht, Politik, höfischer Repräsentation und persönlichen Schicksalen. Und sie berichten von den globalen Verflechtungen, von kulturellem Austausch – aber auch von Ausbeutung und Sklaverei.
Die Präsentation ist zugleich Teil des Themenschwerpunktes „Kunst | Politik“ der SPSG im Jahr 2026 und wird von verschiedenen Veranstaltungen begleitet.
In regelmäßigen Themenführungen werden die Werke unter den Titeln „Macht und Darstellung“, „Macht und Handel“ und „Macht und Familie“ vorgestellt.
Am 3. Mai und am 31. Oktober 2026 finden musikalische Zwischenspiele in den Museumsräumen statt. Der Performer und Komponist Manuel Pessoa de Lima lädt zu einer musikalischen Reise in sein Heimatland Brasilien ein.
Am Abend des 7. Mai 2026 gibt die Veranstaltung „Die Stadt und das Schloss“ Einblicke in die Entstehungsgeschichte des Schlossmuseums. Es sprechen Hans-Joachim Laesicke (ehemaliger Bürgermeister von Oranienburg), Frank Oltersdorf (ehemaliger Baudezernent) und Claudia Sommer (Kustodin, SPSG).
Macht und Darstellung
Sonderführung zu ausgewählten Kunstwerken
3. und 17. Mai, 7. und 28. Juni, 5. und 26. Juli, 23. August, 6. und 27. September, 11. und 31. Oktober, jeweils 11 Uhr
8 / 6 Euro, Anmeldung: 03301.537437 oder schlossmuseum-oranienburg(at)spsg.de
Macht und Handel
Sonderführung zu ausgewählten Kunstwerken
3. Mai, 31. Oktober, jeweils 13 Uhr sowie 17. Mai., 7. und 28. Juni, 5. und 26. Juli, 23. August, 6. und 27. September, 11. Oktober, jeweils 12 Uhr
8 / 6 Euro, Anmeldung: 03301.537437 oder schlossmuseum-oranienburg(at)spsg.de
Macht und Familie
Sonderführung zu ausgewählten Kunstwerken
3. Mai, 31. Oktober, jeweils 15 Uhr sowie 17. Mai, 7. und 28. Juni, 5. und 26. Juli, 23. August, 6. und 27. September, 11. Oktober, jeweils 13 Uhr
8 / 6 Euro, Anmeldung: 03301.537437 oder schlossmuseum-oranienburg(at)spsg.de
Zwischenspiel
Musikalische Performance und Klanginstallationen von Manuel Pessoa de Lima
3. Mai, 31. Oktober, jeweils 12 Uhr und 14 Uhr
8 / 6 Euro (inkl. Museumseintritt), Anmeldung: 03301.537437 oder schlossmuseum-oranienburg(at)spsg.de
Die Stadt und das Schloss
Talk zu 25 Jahren Schlossmuseum
Donnerstag, 7. Mai, 18.30 Uhr
Eintritt frei, Anmeldung erforderlich: 03301.537437 oder schlossmuseum-oranienburg(at)spsg.de
Fundstück Am Stern
Der Förderverein Jagdschloss Stern-Parforceheide e. V. erinnert in diesem Jahr an den von König Friedrich Wilhelm I. (1688-1740) vor 300 Jahren angelegten „königlichen Parforce-Garten“ in dem heute als Parforceheide bekannten Wald- und Feldgebiet südöstlich von Potsdam. Zur leichteren Orientierung bei der Jagd wurden ursprünglich 16 Schneisen (Gestelle) in den Wald geschlagen, die sternförmig zum Mittelpunkt der mit einem Palisadenzaun umhegten Jagdanlage führten. An dem Wegestern wurde dann in den Jahren 1730 bis 1732 das später nach ihm benannte Jagdschloss Stern errichtet.
Zum Tag des offenen Denkmals am 13. September 2026 wird ein besonderes Archivfundstück öffentlich vorgestellt. Es belegt, dass der König im Zuge der Anlage des Jagdgebiets mit Entschädigungsforderungen der betroffenen Anlieger konfrontiert wurde – eine interessante Parallele zu heutigen Großbauvorhaben.
Der seit 2003 bestehende Förderverein unterstützt die SPSG bei der Erhaltung und Öffnung des Jagdschlosses im Rahmen von Sonderveranstaltungen und setzt sich für die Erschließung der Parforceheide als Naturschutz- und Wandergebiet ein. Mit seinem kulturellen Programm und dem Angebot von Kaffee und Kuchen im Kastellanhausgarten belebt der Verein diesen besonderen Ort und erfüllt zugleich eine wichtige soziale Funktion für das Potsdamer Wohngebiet „Am Stern“.
Neue Schulangebote
Drei neue Schulangebote der SPSG knüpfen an zentrale Themen des Themenjahres „Kunst | Politik“ an und verbinden historische Inhalte mit aktuellen Fragestellungen. Sie fördern eigenständiges Lernen, kritische Reflexion und kreative Ausdrucksformen und schlagen bewusst Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Dabei stehen sowohl politische Kommunikation und gesellschaftlicher Wandel als auch Medienkompetenz und künstlerische Praxis im Mittelpunkt.
Im Programm „Friedrich II. und die Sprache der Macht“ erkunden Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 bis 13 im Neuen Palais die gezielte Inszenierung von Herrschaft. In einem interaktiven Rundgang entschlüsseln sie die „Sprache“ von Architektur, Ausstattung und Kunstwerken und lernen, wie Macht im 18. Jahrhundert visuell kommuniziert wurde. Dabei wird deutlich, dass scheinbar dekorative Details bewusst eingesetzte Botschaften transportierten. Das Angebot knüpft an Lehrplaninhalte zum Absolutismus an und regt dazu an, historische Formen der Machtdarstellung mit heutigen Kommunikationsstrategien zu vergleichen.
Das Programm „No Kings! Preußen im Angesicht der Französischen Revolution“ richtet den Blick auf eine Zeit tiefgreifender politischer Umbrüche am Ende des 18. Jahrhunderts. Ausgehend vom Marmorpalais und der Regierungszeit Friedrich Wilhelms II. setzen sich die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 bis 10 mit den Auswirkungen der Französischen Revolution auf Preußen auseinander. Dabei wird deutlich, wie politische Ideen, Machtinteressen und gesellschaftliche Veränderungen miteinander verflochten waren und zu neuen Konflikten führten.
Im gemeinsamen Austausch analysieren die Teilnehmenden unterschiedliche Perspektiven auf Monarchie und Revolution und hinterfragen tradierte Geschichtsbilder. Ziel ist es, historische Ereignisse nicht nur nachzuvollziehen, sondern ihre Bedeutung für heutige politische Diskurse kritisch zu reflektieren.
Im Workshop „Influencerinnen früher und heute“ im Berliner Jagdschloss Grunewald wird die Rolle von Bildern und Medien im historischen und aktuellen Kontext untersucht. Ausgangspunkt ist die bedeutende Cranach-Sammlung, deren Werke als frühe Beispiele erfolgreicher „Bildstrategien“ verstanden werden können. Die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 bis 10 analysieren, wie Künstler und Auftraggeber in der Renaissance Öffentlichkeit erzeugten und Deutungshoheit gewannen. In praktischen Zeichen- und Grafikübungen übertragen sie diese Erkenntnisse auf heutige Formen von Selbstinszenierung und Social Media. So entsteht ein kreativer Zugang zur Frage, wie „Influencing“ damals und heute funktioniert.
Im Garten
EFRE-Projekte
Durch die vollumfängliche Förderung des Landes Brandenburg im Rahmen der EFRE-Richtlinie „Klimaanpassung von denkmalgeschützten Garten- und Parkanlagen“ (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) mit einem Gesamtvolumen von ca. 3 Millionen Euro befinden sich 2026 folgende Projekte in der Planungsphase:
Schlossgarten Rheinsberg: Entwicklung eines nachhaltigen, ressourcenschonenden und klimaresistenteren Betriebs des Schlossgartens Rheinsberg
Durch die Nutzung von Regenwasser und die Errichtung einer Kompostanlage sollen die Bedingungen der Kübelpflanzen und einzelner Altbäume verbessert werden. Weiterhin werden mit dem Kompost die Wasser- und Kohlenstoffspeicherfähigkeit der Böden einiger Rasenflächen erhöht. In einer parkeigenen Baumschule sollen historisch bedeutsame, gebietsangepasste und klimastabile Gehölze angezogen werden.
Park Babelsberg: Nachhaltiger Wegebau
Das Wegenetz im Potsdamer Park Babelsberg soll besser an Starkregenereignisse angepasst werden. In besonders gefährdeten Abschnitten wird die Regenwasserableitung verstärkt bzw. optimiert und die Bauweise angepasst. Einzelne Bereiche mit starkem Gefälle und hohem Nutzungsdruck erhalten breitere gepflasterte Wasserleitbahnen.
Park Babelsberg: Stoffkreislauf – Kompost, Baumschule
Zur Schließung von Stoffkreisläufen im Rahmen der Parkpflege wird für den Park Babelsberg eine Kompostfläche in der Parkgärtnerei eingerichtet. Der gewonnene Kompost soll die nährstoffarmen Bodenverhältnisse für bestehende und neu zu pflanzende Gehölze verbessern. Für die Anzucht historisch bedeutsamer und an veränderte Klimabedingungen angepasster Gehölze wird eine parkeigene Baumschule errichtet.
Neuer Garten: Wassermanagement im Bereich Eichenallee und Nachpflanzungen
Das Konzept sieht eine Revitalisierung und Erweiterung des historischen Wassersystems sowie die exemplarische Verbesserung des gärtnerischen Wassermanagements in einem ausgewählten Teilbereich des Potsdamer Neuen Gartens vor. Ziel ist, eine Stärkung bzw. die Regeneration der Gehölzebestände in Zeiten des Klimawandels.
Die Planungen sollen bis zum Jahresende abgeschlossen sein, so dass 2026/2027 mit der Umsetzung begonnen werden kann.
Das Projekt Digitale Erfassung, Analyse und Monitoring der Vegetationsvitalität für die Potsdamer Parks der SPSG wird 2026 fortgesetzt. In den Potsdamer Parkanlagen werden wieder jeweils zwei Befliegungen durchgeführt, die den Gehölzbestand in belaubtem und unbelaubtem Zustand erfassen. Im Abgleich mit den Daten vorausgegangener Befliegungen lassen sich Veränderungen hinsichtlich des Vitalitätszustandes der Bäume ablesen. Darüber hinaus können besonders gefährdete Exemplare und Bestände identifiziert werden, die prioritär behandelt werden müssen.
Obst für den Lustgarten
2026 soll der Projektabschluss „Gemeinsam für eine grüne Zukunft – Pflanzung historischer Obstgehölze im Östlichen Lustgarten“ gemeinsam mit dem Rotary Club Potsdam gefeiert werden. Ein Termin ist in der Zeit der Obstblüte vorgesehen. Die Obstquartiere des Östlichen Lustgarten sind nun mit 69 Birnbäumen historischer Sorten bepflanzt. Die neu verlegte ressourcenschonende Tröpfchenbewässerung wird die Gehölze auch in langanhaltenden Dürrephasen vor Schäden bewahren. Die Bepflanzung des noch leeren Quartiers im Östlichen Lustgarten sowie der Quartiere an der Bildergalerie wird derzeit geplant.
Wegebau
2026 werden mehrere Wege in Potsdamer und Berliner Parks nachhaltig instandgesetzt. So wird die Kleine Lindenalle im Park Sanssouci aus eigenen Mitteln wiederhergestellt, ebenso die Treppenanlage zum Drachenhaus. Im westlichen Park Sanssouci sind umfangreiche Wegesanierungsmaßnahmen im sogenannten Buchenstück geplant. Die nachhaltige Instandsetzung des Affengangs im Park Sanssouci – ermöglicht durch Spendenmittel – geht 2026 in die nächste Umsetzungsphase. Die Wiederherstellung des Weges inklusive einer optimierten Entwässerung ist für 2026 geplant.
Im Park Babelsberg werden die Wegebaumaßnahmen und Modellierungen rund um das neu errichtete Strandbad abgeschlossen.
Im Neuen Garten wird mit der Wegesanierung des Uferweges am Marmorpalais begonnen, auf der Pfaueninsel in Berlin wird ebenfalls die Wegedeckschicht des Mittelweges erneuert.
In Wort und Bild
Neuer Newsletter der SPSG
Die SPSG bietet seit Anfang April 2026 einen Newsletter an, der regelmäßig über Veranstaltungen, Ausstellungen und Ausflugstipps informiert. Interessierte erhalten damit kompakt aufbereitete Einblicke in die Stiftung sowie in das kulturelle Angebot ihrer Schlösser und Gärten. Die Anmeldung ist online über die Website möglich: spsg.de/newsletter
Neue SANS, SOUCI.
Das Magazin SANS,SOUCI. ist am 25. April 2026 erstmals in einem kompakteren Format und mit neuem redaktionellen Konzept im „Tagesspiegel“ erschienen und liegt demnächst in den SPSG-Besuchszentren und -Schlössern aus. Zweimal pro Jahr wird die SANS,SOUCI. auf jeweils 32 Seiten interessante Geschichten aus dem Stiftungskosmos erzählen, ihren Leserinnen und Lesern praktische Tipps zum Beispiel für den Garten geben und und Veranstaltungshighlights präsentieren. Die nächste Ausgabe erscheint im Oktober 2026.
Wissenschaft und Forschung
Zweites DBU-Projekt zu Klimaanpassungsmaßnahmen für historische Gärten
2026 startet das zweite von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Projekt, das sich mit Anpassungsstrategien an den Klimawandel für historische Gärten befasst. Die Fachgruppe Gärten der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Schlösserverwaltungen (AGDS) kommt im August 2026 zu einem Auftaktkolloquium in Potsdam zusammen. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt und wird – aufbauend auf den Erkenntnissen der vorausgegangenen Forschungsprojekte – ausgewählte Maßnahmen analysieren und bewerten. Die Evaluierung und Kombination von Maßnahmen im Sinne einer „Toolbox“ soll ein flexibel gestaltetes Parkmanagement ermöglichen, das sowohl die Reaktionsfähigkeit auf den Klimawandel verbessert als auch die natürlichen und ökologischen Prozesse fördert. Im Ergebnis soll auf diese Weise die Resilienz der historischen Gärten in Deutschland erhöht werden.
Bestandskatalog der friderizianischen Möbel
Die von der Ernst von Siemens Kunststiftung geförderten ersten beiden Bände des insgesamt dreibändigen Bestandskatalogs der friderizianischen Möbel erscheinen voraussichtlich im Sommer 2026. Der erste Band enthält einführende Aufsätze sowie Biografien der beteiligten Künstler und Handwerker. Der zweite Band stellt in mehr als 100 Katalognummern und mit ca. 750 Fotografien die zum Teil in Gruppen zusammengefassten Möbel aus folgenden Schlössern vor: Schloss Sanssouci mit Bildergalerie, Schloss Charlottenburg und Potsdamer Stadtschloss. Mit Abschluss dieses Projekts werden die etwa 1.200 friderizianischen Möbel in den Sammlungen der SPSG wissenschaftlich erschlossen und publiziert sein.
Jahrestagung in Potsdam
Die SPSG ist vom 8. bis zum 11. Juni 2026 Gastgeberin der Jahrestagung der European Society and Documentation Centre for Chandeliers, Light and Lighting (Light & Glass). Die Veranstaltung mit internationaler Beteiligung wird Sonderführungen in mehrere Schlösser, die Vorstellung aktueller Restaurierungsprojekte im Zentralen Kunstgutdepot (ZED) sowie ein abwechslungsreiches Vortragsprogramm umfassen.
Projekte des Research Center Sanssouci (RECS)
Das „Research Center Sanssouci. Für Wissen und Gesellschaft“ (RECS) ist eine Forschungskooperation der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, der Universität Potsdam und der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). Der Verbund stärkt die internationale Vernetzung, Koordination und Förderung von Forschung und Lehre zur Geschichte, Kunst- und Kulturgeschichte Brandenburg-Preußens. Ausgehend vom geistigen und materiellen Kultererbe Brandenburg-Preußens werden Fragestellungen und Projekte interdisziplinär entwickelt, bearbeitet, präsentiert und öffentlich diskutiert.
RECS zusammen mit Kunst- und Kulturverein Rheinsberg e. V., Musikakademie Rheinsberg, und Kurt Tucholsky Literaturmuseum Schloss Rheinsberg: Gespräche am Rheinsberger Musenhof, 5. Kolloquium: Frauen
Anlässlich seines 300. Geburtstages widmet sich das Kolloquium am 24. und 25. April 2026 den Frauen im familiären, politischen und kulturellen Umfeld Prinz Heinrichs von Preußen und zeichnet weibliche Handlungsspielräume, Formen von Nähe, Loyalität und Einflussnahme sowie ihre Rolle am Rheinsberger Musenhof und im europäischen Kontext des 18. Jahrhunderts nach.
Fortsetzung des RECS-Kolloquiums
2026: Materielle Kultur und Deutungskämpfe in Preußen (Juni 2026)
Monett Reißig (Europa Universität Viadrina Frankfurt (Oder)), Alysée Le Druillenec (Sorbonne Université Paris) zusammen mit dem RECS: Summerschool Marriage in Premodern Imagination: Art, Cultural & Gender History of an Institution and a Sacrament II
Vom 31. August bis zum 4. September 2026 wird zum zweiten Teil der Summerschool eingeladen, die im vergangenen Jahr in Paris stattgefunden hat. Dieses Mal in Zusammenarbeit mit einem Schwerpunkt zu Preußen und den Schlössern der SPSG.
Tagung und anschließende Veröffentlichung: A Sense of Place: Interpreting Manorial Culture in Modern Tourism.
10th Conference of The European Network for Country Houses and Estate Research (ENCOUNTER) and the Baltic Manor Route. Venue: European University Viadrina in Frankfurt/Oder (Germany) at 25.-27. June 2026
Manor or country houses are iconic symbols of European cultural landscapes, combining history, culture, architectural and natural beauty. Many of them now serve as rural tourism destinations, transforming from elite residences into commercial attractions mainly for the middle class. In the framework of the conference the development of the manor houses as tourist destinations and its historical transition to becoming ‘public property’ shall be highlighted first. How did some manors become famous for their gardens, libraries and collections, and how did they establish themselves as hubs of knowledge transfer? Who was actually willing to open up their home, why, and for whom?
The second part of the conference shall be dedicated to the sense of manorial tourism in our times. The prospect of a vacation in a castle may well be enticing and often evokes romanticised ideas of aristocratic life. The public's expectations are quickly identified and, of course, catered for. While this approach may well be economically necessary – given the high maintenance costs – it risks reducing these sites to ahistorical, nostalgic fantasies, isolating them as middle-class enclaves.
This raises several questions: Where is the balance, and what dictates the strategy for development and preservation? How can manor house tourism contribute to sustainable, inclusive rural development? Where do we find good practices of social innovation and social entrepreneurship? What efforts are being made to achieve this through collaboration with the educational sector, environmental groups and civil society? Are the historic houses also used to explain the complexity of national and social changes in the modern era? The political and social relevance of manors open to tourism is clear, as they often stand as the most attractive features in economically struggling regions. As educational resources, manor houses can illuminate social, economic, and ecological changes, fostering resilience thinking for modern challenges.
This conference explores the intangible value of manor or country houses beyond the necessary monetary gains. Values that distinguish the manor house sector from all other tourist offerings.
Publication:
The Topicality of Ruins in the Past, Present and Future.
Übersetzung:
Ortsgefühl: Die Interpretation der Gutsherrschaftskultur im modernen Tourismus.
10. Konferenz des Europäischen Netzwerks für Landhaus- und Gutsforschung (ENCOUNTER) und der Baltischen Gutsherrschaftsroute. Veranstaltungsort: Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) (Deutschland) vom 25. bis 27. Juni 2026
Schlösser und Landhäuser sind ikonische Symbole der europäischen Kulturlandschaft, die Geschichte, Kultur sowie architektonische und natürliche Schönheit in sich vereinen. Viele dienen heute als Ziele für den ländlichen Tourismus und haben sich von elitären Residenzen zu kommerziellen Attraktionen gewandelt, die vor allem die Mittelschicht ansprechen. Im Rahmen der Konferenz soll zunächst die Entwicklung der Schlösser und Landhäuser als touristische Ziele und ihr historischer Wandel hin zu „öffentlichem Eigentum“ beleuchtet werden. Wie wurden manche Herrenhäuser für ihre Gärten, Bibliotheken und Sammlungen berühmt, und wie etablierten sie sich als Zentren des Wissenstransfers? Wer war tatsächlich bereit, sein Zuhause zu öffnen, warum und für wen?
Der zweite Teil widmet sich dem Phänomen des Schloss- und Gutshof-Tourismus in unserer Zeit. Die Aussicht auf einen Urlaub in einem Schloss mag durchaus verlockend sein und weckt oft romantische Vorstellungen vom Leben der Aristokratie. Die Erwartungen des Publikums werden schnell erkannt und natürlich bedient. Auch wenn dieser Ansatz – angesichts der hohen Unterhaltskosten – wirtschaftlich notwendig sein mag, läuft er Gefahr, diese Stätten auf ahistorische, nostalgische Fantasien zu reduzieren und sie als Enklaven der Mittelschicht zu isolieren.
Dies wirft mehrere Fragen auf: Wo liegt das Gleichgewicht, und was bestimmt die Strategie für Entwicklung und Erhaltung? Wie kann der Schloss- und Gutshof-Tourismus zu einer nachhaltigen, inklusiven ländlichen Entwicklung beitragen? Wo finden wir bewährte Verfahren für soziale Innovation und soziales Unternehmertum? Welche Anstrengungen werden unternommen, um dies durch die Zusammenarbeit mit dem Bildungssektor, Umweltverbänden und der Zivilgesellschaft zu erreichen? Werden die historischen Gebäude auch genutzt, um die Komplexität nationaler und gesellschaftlicher Veränderungen in der Moderne zu veranschaulichen? Die politische und gesellschaftliche Relevanz von für den Tourismus geöffneten Herrenhäusern ist offensichtlich, da sie oft die attraktivsten Sehenswürdigkeiten in wirtschaftlich schwachen Regionen darstellen. Als Bildungsressourcen können Herrenhäuser soziale, wirtschaftliche und ökologische Veränderungen beleuchten und so das Resilienzdenken für moderne Herausforderungen fördern.
Die Konferenz untersucht den immateriellen Wert von Herren- oder Landhäusern jenseits der notwendigen finanziellen Gewinne. Werte, die den Herrenhaussektor von allen anderen touristischen Angeboten unterscheiden.
Veröffentlichung: Die Aktualität von Ruinen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Vortragstag des RECS zu Königin Luise und Napoleon in Paretz
Drei Vorträge am 11. Oktober 2026.