Gehölzarbeiten im Potsdamer Mirbachwäldchen

Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und damit Gefahren für Besucherinnen und Besucher abzuwenden, führt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) am Mittwoch, dem 4. Februar 2026, im Mirbachwäldchen Ecke Große Weinmeisterstraße / Leistikowstraße in Potsdam zwingend erforderliche Baumpflegearbeiten durch. 

In der 1862 gestalteten Gartenanlage zwischen dem Neuen Garten und dem Pfingstberg, die von 1945 bis 1994 zu einem vom russischen Militär genutzten Areal gehörte, stehen zahlreiche Altbäume, darunter eine einstämmige und eine zweistämmige Rotbuche. Die mehr als 150 Jahre alte Baumgruppe leidet an der Buchenkomplexerkrankung und muss deshalb gefällt werden. Die mit den Arbeiten beauftragte Firma wird dafür die Große Weinmeisterstraße sperren lassen.

Wir bitten für diese Einschränkungen um Verständnis.

Einritzungen in kyrillischer Schrift

Die Buchenkomplexerkrankung ist ein durch Trockenstress, Bodenverhältnisse und Schädlinge verursachtes Baumsterben. Verschiedene Faktoren – wie die altersbedingt abnehmende Vitalität, die hohe Intensität der Sonneneinstrahlung sowie der Befall mit dem Rotbuchen-Rindenkugelpilz und der Buchenwollschildlaus – wirken hier gleichzeitig oder nacheinander. Sichtbares Symptom für die Krankheit ist ein von der Krone ausgehendes Absterben unterschiedlich großer Rindenpartien. In der Folge treten Stammfäulen auf, die zum Abbau des Holzes, zu Astausbrüchen und schließlich zum Stammbruch führen können. So brach im April 2024 an einer der Buchen ein belaubter Starkast aus und stürzte auf den Parkweg.

Zur Klärung der Verkehrssicherheit und der Perspektiven für die Bäume zog die SPSG einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen zu Rate. Der Baumgutachter untersuchte die Bäume eingehend. Auf Grund der mittelfristig schlechten Perspektive und den damit einhergehenden Unwägbarkeiten für die Verkehrssicherheit wurde eine Fällung der Bäume sowie der Ersatz durch Neupflanzungen empfohlen. Durch einen Kronenentlastungsschnitt im März 2025 konnte die Verkehrssicherheit temporär hergestellt werden. Im selben Jahr trieben die Buchen nur noch spärlich aus.

Nach Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde der Landeshauptstadt Potsdam erfolgt nun die Fällung. Zwei der Buchenstämme tragen umfangreiche Einritzungen in kyrillischer Schrift. Einer dieser Stämme bleibt als Erinnerungsmal an die Zeit des sowjetischen „Militärstädtchens Nr. 7“ und aus ökologischen Gründen als Hochstubben erhalten. Der zweite geritzte Stamm wird der Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße als Exponat übergeben. Als Ersatz werden drei Buchen nachgepflanzt.

Pressekontakt

Frank Kallensee
SPSG | Generaldirektion

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