2026 werden 36 Millionen Euro in die Sanierung und Wiederherstellung der Schlösser und Gärten investiert
Das zur Rettung der preußischen Schlösser und Gärten aufgelegte zweite Sonderinvestitionsprogramm (Masterplan, SIP 2) wird 2026 planmäßig fortgesetzt. Für dieses 400 Millionen Euro umfassende Abkommen stellt der Bund (Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien) bis 2030 insgesamt 200 Millionen Euro zur Verfügung, auf das Land Brandenburg (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur) entfallen 131 Millionen Euro und auf das Land Berlin (Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt) 69 Millionen Euro.
Auch im Jahr 2026 werden weiterhin 16 der 31 Projekte bearbeitet. Drei Projekte kommen hinzu. Bis 2025 konnten 12 Maßnahmen abgeschlossen werden, 11 Maßnahmen waren 2025 in der Baudurchführung und vier davon werden bis Ende 2026 fertiggestellt. Fünf Projekte sind noch in einer Planungsphase. Drei Projekte starten 2026 mit der Erstellung der jeweiligen Bedarfsprogramme.
2025 wurden die Planungen und Baudurchführungen des SIP 2 – trotz krisenbedingt erschwerter Vergabeverfahren und massiven Baupreissteigerungen – nahezu planmäßig vorangebracht. Verausgabt wurden 29,5 Millionen Euro (inklusive Personalmittel), was 77,2 Prozent der bewilligten Mittel entsprach.
Für das laufende Haushaltsjahr 2026 sind Planungs- und Bauleistungen in Höhe von ca. 35,4 Millionen Euro (inklusive Personalkosten) beantragt worden.
Folgende Projekte werden derzeit u. a. bearbeitet:
Abgeschlossene SIP 2-Projekte
Die folgenden Projekte sind bereits im Kosten- und Terminrahmen abgeschlossen:
- Wiederinbetriebnahme des Schlosstheaters im Neuen Palais, Park Sanssouci, Potsdam,
- Brandschutzmaßnahmen im Schloss Marly, Park Sanssouci, Potsdam,
- Instandsetzung der Lindstedter- / Posttoravenue, Park Sanssouci, Potsdam,
- Gesamtsanierung Meierei am Kuhtor, Park Sanssouci, Potsdam,
- Parkrevier II/III, Park Sanssouci, Potsdam,
- Gesamtsanierung Damenhaus, Neuer Garten, Potsdam,
- Gesamtsanierung Rotes Haus, Neuer Garten, Potsdam,
- Gesamtsanierung Weißes Haus, Neuer Garten, Potsdam,
- Gesamtsanierung des Logierhauses, Caputh,
- Instandsetzung Ökonomieweg, Neuer Garten, Potsdam,
- Neubau Skulpturendepot, Potsdam,
- Hüllensanierung (1. Teil-Projekt Große Orangerie und Theaterbau) Schloss Charlottenburg, Berlin.
SIP 2-Projekte in der Baudurchführung
Die folgenden Projekte befinden sich in der Baudurchführung:
- Besuchszentrum Sanssouci (Historische Mühle), Park Sanssouci, Potsdam,
- Gesamtsanierung Garten und Villa Liegnitz, Park Sanssouci, Potsdam,
- Orangerieschloss, Park Sanssouci, Potsdam,
- Gesamtsanierung Römische Bäder, Park Sanssouci, Potsdam,
- Dachsanierung Neues Palais, Park Sanssouci, Potsdam,
- Neugestaltung Empfangsbereich Neues Palais, Park Sanssouci, Potsdam,
- Innenräume (Ausbau Innenräume Hotel) und Neugestaltung des Besucherempfangs (Entwurfsplanung) Schloss Cecilienhof, Neuer Garten, Potsdam,
- Gesamtsanierung Kleines Schloss Babelsberg, Park Babelsberg, Potsdam,
- Hüllensanierung (2. Teil-Entwurfsunterlage-Bau, EW-Bau) Schloss Charlottenburg, Berlin,
- Schlossumgebung Schloss Charlottenburg, Berlin,
- Gesamtsanierung Schloss Pfaueninsel (Herstellung der Barrierefreiheit des Schlossvorplatzes), Berlin.
SIP 2-Projekt mit genehmigten Bauunterlagen (Entwurfsunterlage Bau, EW-Bau)
Für das folgende Projekt liegen genehmigte Entwurfsunterlagen vor, auf deren Grundlage mit der Ausführungsplanung begonnen werden konnte:
- Dampfmaschinenhaus („Moschee“), Ansaugbauwerk, Park Sanssouci, Potsdam.
SIP 2-Projekte in der Planungsphase
Die folgenden Projekte befinden sich derzeit in der Vor- bzw. Entwurfsplanung:
- Besuchszentrum Schloss Schönhausen / Nordgaragen (Entwurfsplanung), Berlin,
- Besuchszentrum Schloss Charlottenburg, Neubau / Umbau (Entwurfsplanung), Berlin,
- Gesamtsanierung Havelhaus mit Kuhstall, Park Babelsberg, Potsdam,
- Gebäudeensemble am Jagdschloss Stern, Kastellanhaus (nur anteilige Finanzierung aus SIP)
Bedarfsprogramme für SIP 2-Projekte
Für die folgenden Projekte werden 2026 Bedarfsprogramme erarbeitet:
- Schloss Marly Hüllensanierung, Park Sanssouci, Potsdam,
- Park Babelsberg, Komplexerschließung 3. Bauabschnitt
- Klosterhof, Park Glienicke, Berlin
Informationen zu ausgewählten Projekten
Potsdam
Neuer Garten, Schloss Cecilienhof, Innenräume (Hotelbereich)
Der von 1913 bis 1917 im englischen Landhausstil für das Kronprinzenpaar Wilhelm (1882-1951) und Cecilie (1886-1954) von Preußen errichtete Cecilienhof war der letzte Schlossbau der Hohenzollern. Heute ist das Haus vor allem als Tagungsort der Potsdamer Konferenz international bekannt, denn 1945 berieten hier die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs über die Neuordnung Deutschlands, Europas und der Welt. Seit den 1960er Jahren war in dem Gebäudekomplex auch ein Hotel untergebracht, das bis 2014 Gäste beherbergte.
Im Rahmen des Sonderinvestitionsprogramms 1 (SIP 1) wurden bis 2018 bereits Fassade, Dach, Fenster und Natursteinsockel sowie die Entwässerungsanlage saniert. Vorgesehen sind nun umfangreiche Sanierungsarbeiten im Inneren, um einen Hotelbetrieb wieder zu ermöglichen. Im Zuge dieses Vorhabens wird der bisherige Museumseingang verlegt, barrierefrei gestaltet und der museale Bereich um weitere Ausstellungsflächen vergrößert. Neben der Sanierung von 38 Zimmern und Suiten, der damit verbundenen Erneuerung der technischen Infrastruktur für einen energie- und ressourcenschonenden Betrieb und des baulichen Brandschutzes wird für das künftige Hotel ein – auch für die Öffentlichkeit zugängliches – Restaurant eingerichtet, ergänzt durch ein Imbissangebot im Hofgarten, dem ehemaligen Wirtschaftshof des Schlosses. Erstmals sind zudem zwei Personenaufzüge im Schloss vorgesehen.
Die vorbereitenden Tiefbaumaßnahmen konnten abgeschlossen werden. 2025 wurde mit den Baumaßnahmen in den Innenräumen begonnen. Die Arbeiten sollen bis Ende 2028 abgeschlossen sein. Die Wiedereröffnung von Schloss und Hotel ist für 2029 geplant.
Neuer Garten, Rotes Haus
Das Rote Haus gehört zu den ältesten Gebäuden im Neuen Garten. Es war ursprünglich ein von Weinbergen umgebenes Winzerhaus, das 1787/88 von König Friedrich Wilhelm II. (1744-1797) samt Grundstück erworben wurde. Bei der Anlage des Neuen Gartens durch Johann August Eyserbeck (1762-1801) wurde das Rote Haus in den Park integriert. Von da an diente das Gebäude als Wohnhaus, zuerst als Sommerhaus für den Geheimen Kämmerer des Königs, danach im 19. Jahrhundert als Dependance des Marmorpalais zur Unterbringung von Mitgliedern des Hofstaates. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Rote Haus weiterhin als Wohnhaus mit nur einer Wohneinheit genutzt.
Die Maßnahme umfasste die Sanierung des gesamten Hauses mit dem Ziel der Wohnnutzung für künftig zwei Wohneinheiten.
Im Einzelnen wurden folgende Bereiche bearbeitet:
- Fassaden und Dächer,
- Innenräume (alle Etagen),
- technische Gebäudeausrüstung,
- Außenanlagen mit Uferverbau.
Die Baudurchführung wurde im vergangenen Jahr abgeschlossen. Die Wohnungen sollen künftig an Feriengäste vermietet werden.
Neuer Garten, Weißes Haus
Auch das Weiße Haus ist wie das Rote Haus älter als der Neue Garten und ursprünglich als Winzerhaus erbaut worden. Nachdem der Neue Garten angelegt wurde, wohnten dort Bedienstete des Hofes. Diese Wohnnutzung blieb bis in die 2000er Jahre unverändert bestehen. Auch nach der Grundinstandsetzung wird das Weiße Haus wieder als Wohnhaus mit zwei Wohneinheiten genutzt.
Im Einzelnen wurden folgende Bereiche bearbeitet:
- Fassaden und Dächer,
- Innenräume (alle Etagen),
- technische Gebäudeausrüstung,
- Außenanlagen mit Zuwegung und haustechnischer Erschließung.
Die Baudurchführung wurde im vergangenen Jahr abgeschlossen. Die Wohnungen wurden durch Mieter bezogen.
Park Sanssouci, Orangerieschloss, Hüllensanierung
Die Hüllensanierung des Orangerieschlosses lief in mehreren Bauabschnitten mit Mitteln des SIP 1 von 2008 bis 2018. Fertiggestellt wurden sowohl die Hülle des Südost-Pavillons und der Mittelbau mit dem markanten Turmpaar.
Im Rahmen des SIP 2 wurden seit Ende 2018 die Planungen für die noch instand zu setzenden Teile des Gebäudekomplexes erstellt. Für ca. 29,9 Millionen Euro wird eine Hüllensanierung durchgeführt. Außerdem werden die Innenräume der beiden Pflanzenhallen instandgesetzt und mit der erforderlichen Infrastruktur für eine sommerliche Veranstaltungsnutzung ausgestattet. Mit der Baudurchführung wurde im Frühjahr 2023 begonnen. Sie soll in mehreren Abschnitten bis 2029 andauern. Die Baudurchführung des ersten Bauabschnittes, der die umfangreiche technische Erschließung in den Außenanlagen einschließlich der Ableitung des Regenwassers sowie die Instandsetzung der Fenster in den Museumsräumen umfasste, ist abgeschlossen. In den Museumsräumen erfolgte zudem die Neugestaltung des Kassenbereichs und der Einbau eines barrierefreien Gäste-WCs. Derzeit laufen die Sanierungsmaßnahmen an Dach und Fassaden der östlichen Pflanzenhalle. Dafür wurde ein großes Wetterschutzdach errichtet. Außerdem wird der Nordostpavillon instandgesetzt.
Park Sanssouci, Römische Bäder, Gesamtsanierung
Das Ensemble der Römischen Bäder ist das pittoreske Gegenstück zum Schloss Charlottenhof. Noch als Kronprinz lieferte der spätere König Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) Ideenskizzen für den Komplex, der dann von Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) und Ludwig Persius (1803-1845) realisiert wurde: Ab 1829 entstanden nacheinander das Hofgärtnerhaus, der angrenzende Pavillon als römischer Podiumstempel mit Pfeilerportikus, das Gehilfenhaus, die große Laube, die Arkadenhalle und schließlich der Thermenkomplex. Das gesamte Ensemble, einschließlich der Gartenanlagen, befindet sich in einem desolaten Zustand und bedarf einer Grundinstandsetzung.
Die Maßnahme umfasst die Sanierung und Restaurierung der Gebäudehüllen und Innenräume und der dazugehörigen Gartenanlagen.
Im Einzelnen werden folgende Bereiche bearbeitet:
- Gründung, Stützmauern, Uferzonen,
- Fassaden und Dächer,
- Innenräume, einschließlich der Restaurierung der Oberflächen in den museal genutzten Bereichen,
- Gartenanlagen,
- Höfe, Loggien, Pergolen, Brunnen und Gartenarchitekturen,
- Skulpturenschmuck (insbesondere im Außenbereich).
Mit der Baudurchführung wurde 2024 begonnen, sie soll bis Ende 2028 abgeschlossen sein.
Park Sanssouci, Besuchszentrum Sanssouci (Historische Mühle), Sanierung und Neubau
Der Standort für die geplante Erweiterung des Besuchszentrums an der Historischen Mühle umfasst folgende Bauwerke, die sich um den sogenannten Remisenhof am Fuße der Historischen Mühle gruppieren:
- Neuer Marstall (heutiges Besuchszentrum)
- Remise
- Mühlenhaus
In dem Ensemble sollen die Gäste-Information und der Ticketverkauf neu organisiert werden. Außerdem wird das Gastronomieangebot erweitert. In einem modernen Wiederaufbau des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Schweizer Haues soll ein neuer Museumsshop entstehen.
Dafür wurde bereits im Jahr 2011 ein Planungs-Wettbewerb durchgeführt. Die für die barrierefreie Erschließung des Besuchszentrums erforderliche Tieferlegung der Straße An der Orangerie zwischen Marstall und Schweizer Haus und die Neuordnung des Gästeparkplatzes wurden bereits im Rahmen des ersten Sonderinvestitionsprogramms umgesetzt.
Die Baudurchführung erfolgt in zwei Abschnitten: 2025 wurden die vorgezogenen Tiefbaumaßnahmen fertiggestellt. Mit der Sanierung von Mühlenhaus und Remise sowie mit dem Neubau des Schweizer Haues wurde begonnen. Im Anschluss werden dann die erforderlichen Maßnahmen am Neuen Marstall durchgeführt. Das gesamte Projekt soll bis 2029 abgeschlossen sein.
Park Sanssouci, Meierei am Kuhtor, Gesamtsanierung
Die Meierei am Kuhtor besteht im Kern aus dem im Jahr 1788 nach einem Brand wieder aufgebauten Wohnhaus des Hofgärtners Carl Christian Handtmann (1776-1852), dass in den Jahren 1834/35 nach Entwürfen von Ludwig Persius umgestaltet wurde. Es ist Teil des von 1826 bis 1829 gestalteten Parks am Schloss Charlottenhof. Die Anlage besteht aus einem Hauptgebäude mit Wohntrakt, einem östlichen Anbau mit einstiger Gehilfenwohnung sowie einem westlich anschließenden Hof für Stallungen. Das Haus wurde für Wohnzwecke genutzt. Aufgrund seines stark sanierungsbedürftigen Zustandes stand es jedoch mehrere Jahre leer.
Die Maßnahme umfasste die Sanierung des gesamten Hauses mit dem Ziel einer Wohnnutzung mit fünf Wohneinheiten sowie einer Sommergastronomie.
Im Einzelnen werden folgende Bereiche bearbeitet:
- Fassaden und Dächer,
- Innenräume (alle Etagen),
- technische Gebäudeausrüstung für Wohnen und Gastronomie.
Die Baudurchführung wurde 2025 abgeschlossen. Die Wohnungen sind vermietet, die Sommergastronomie hat ihren Betreib aufgenommen.
Park Sanssouci, Villa Liegnitz, Gesamtsanierung
Die repräsentative Villa Liegnitz befindet sich im südöstlichen Teil des Parks Sanssouci in direkter Nachbarschaft zum Marlygarten. Der Schinkel-Schüler Albert Dietrich Schadow (1797-1869) entwarf 1841 die Villa und das Ökonomiegebäude als Einzelgebäude. Bereits 1877 wurde durch Reinhold Persius (1835-1912) ein Verbindungsgang errichtet, der 1907 durch einen zweigeschossigen Zwischenbau mit hohem Sockelgeschoss ersetzt wurde. Bis 1945 nutzte August Wilhelm Prinz von Preußen (1887-1949) die Villa als Wohnsitz – bevor er als SA-Obergruppenführer vor der anrückenden Roten Armee floh. Das Haus wurde ab 1949 von der Pädagogischen Hochschule genutzt. Von 2004 bis 2016 waren hier Büros der SPSG untergebracht. Das Gebäude, der dazugehörige Garten und die Parkbauten waren stark sanierungsbedürftig.
Die Maßnahme umfasst die vollständige Sanierung der Fassaden, Dächer und Innenräume mit dem Ziel einer Büronutzung durch die SPSG. Außerdem sollen der dazugehörige Garten sowie die darin befindlichen Gartenarchitekturen wieder instandgesetzt werden.
Im Einzelnen werden folgende Bereiche bearbeitet:
- Fassaden und Dächer, einschließlich Loggien, Terrassen und Altan (Wintergarten),
- Innenräume (alle Etagen),
- technische Gebäudeausrüstung,
- Freianlagen im direkten Umfeld des Bauwerks,
- Sanierung und Restaurierung des Stibadiums.
Die Baudurchführung läuft. Die Sanierung der Hülle und der Gartenanlage ist weit fortgeschritten, parallel werden die Innenräume bearbeitet. Die bauliche Fertigstellung soll Mitte 2026 erfolgen.
Park Sanssouci, Neues Palais, Dachsanierung, 2. Bauabschnitt
Das Neue Palais wurde von 1763 bis 1769 von Johann Gottfried Büring (1723-1788) und Carl von Gontard (1731-1791) am westlichen Rand des Parks Sanssouci errichtet. Mit Mitteln des SIP 1 wurde bereits als erster Bauabschnitt das Dach des Theaterflügels saniert. Im Rahmen des SIP 2 wird die Dachsanierung nun für alle anderen Gebäudeteile abgeschlossen. Die Maßnahme umfasst die Erneuerung der Dachdeckung aus Kupferblech, die Instandsetzung der bauzeitlichen Dachkonstruktion und der umlaufenden Balustrade samt Skulpturenschmuck. Baustart für den ersten Bauabschnitt Theaterflügel / Südliches Corps de Logis war im Oktober 2024. Weitere Bauabschnitte folgen bis 2028.
Park Sanssouci, Neues Palais, Neugestaltung Gästeempfang
Zur Verbesserung der Empfangssituation für die Besuchenden des Neuen Palais und seines Schlosstheaters ist der denkmalgerechte Umbau der Unteren Roten Kammern und der Marquis d’Argens-Wohnung geplant. Hier sollen künftig alle Nebennutzungen des öffentlichen Besuchsverkehrs wie Info-Point, Schließfächer, Garderobe, Cateringküche, barrierefreie Gäste-WCs und ein Aufzug zur barrierefreien Erschließung sowohl der Museumsfläche im 1. Obergeschoss als auch des Schlosstheaters unterkommen. Der Baubeginn erfolgte mit Arbeiten im Gründungsbereich des künftigen Aufzugs im Juli 2024. Für die Bauzeit bleibt das Schlosstheater voraussichtlich bis Ende 2027 geschlossen.
Park Sanssouci, Parkrevier II / III
Die Parkreviere sind die Stützpunkte in den Anlagen der SPSG, von denen aus die Beschäftigten der Gartenabteilung die Pflege organisieren. Hier befinden sich die Büro- und Sozialräume sowie Lager- und Stellflächen für den Maschinenpark. Das ca. 8.400 Quadratmeter große Areal der Parkreviere II und III im Park Sanssouci befindet sich südlich der Maulbeerallee zwischen den Jubiläumsterrassen unterhalb des Orangerieschlosses und dem Sizilianischen Garten. Die vorhandenen Baulichkeiten waren in einem schlechten Zustand. Die Pausen-, Umkleide-, Wasch- und Toilettenräume entsprachen nicht den geltenden Arbeitsschutzbestimmungen. Durch die Sanierung von Teilbereichen sowie einen Neubau wurden zeitgemäße Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten geschaffen.
Die Maßnahme umfasste im Einzelnen:
- Ertüchtigung der Bestandsgebäude Nr. 1-8 als Lager- und Garagenflächen,
- Rückbau der Gebäude 9-11 (temporäre Nutzung des Gebäudes 9 während der Bauphase),
- Errichtung eines Neubaus sowie Anlegen von Garagen- und Lagerflächen für alle weiteren erforderlichen Nutzungen,
- Neugliederung der Außenanlagen mit Stellplätzen und Außenlagerflächen.
Der Neubau ist in Anlehnung an den Leitfaden „Nachhaltiges Bauen“ (Bundesministerium des Inneren, Stand Januar 2019) errichtet worden: Er wurde als Holzkonstruktion hergestellt, das Dach als Gründach konzipiert und die Fassade erhielt eine langlebige Außenhaut aus Holzschindeln. Die Beheizung der gesamten Anlage erfolgt durch eine Holzschnitzelheizung. Damit können die im Zuge der Bewirtschaftung der Parks anfallenden Holzabfälle zur Energiegewinnung genutzt werden. Das Projekt wurde 2025 abgeschlossen und mit einer Anerkennung beim Holzbaupreis Berlin-Brandenburg ausgezeichnet.
Park Babelsberg, Havelhaus
Zwischen Kindermannsee und Havel, im südwestlichen Teil des Parks Babelsberg befindet sich das Havelhaus. Reinhold Persius (1835-1912) lieferte den Entwurf für die zweigeschossige Villa im neugotischen Stil und das dazugehörige Stallgebäude. Das große Grundstück mit angrenzender Weide deutet noch auf die ehemalige Nutzung als Liebische Meierei hin, die Kaiser Wilhelm I. (1797-1888) im Rahmen der südlichen Parkerweiterung erwarb. Fertiggestellt wurde das Havelhaus 1883, nachdem das vorherige Gebäude abgebrannt war und dessen Ruine in die Turmvilla integriert wurde. In der Nähe des Havelhauses befand sich die Anlegestelle der Havelfähre. Mithin diente das Gebäude als Wohnung für die Fährleute und Hofbedienstete. Seit 2016 steht es leer.
Auch nach der Grundinstandsetzung soll das Havelhaus wieder ein Wohnhaus mit zwei bis drei Wohneinheiten werden. Das Stallgebäude soll als Lager für Bauteile und historisches Gartengerät dienen. Mit der Wiederherstellung der Außenanlagen und Informationsangeboten für die Besuchenden soll der südwestliche Parkeingang in Nachbarschaft zum erneuerten Strandbad aufgewertet werden.
Im Einzelnen werden folgende Bereiche bearbeitet:
- Fassaden und Dächer,
- Innenräume (alle Etagen),
- technische Gebäudeausrüstung,
- Außenanlagen mit Zuwegung und haustechnischer Erschließung.
Derzeit wird die Vorplanung erstellt. Die Baudurchführung ist in den Jahren 2028 bis 2030 geplant.
Park Babelsberg, Kleines Schloss
Das sogenannte Kleine Schloss befindet sich am Havelufer im Park Babelsberg. Es entstand in den Jahren 1841/42 im Zuge des neugotischen Umbaus eines Gärtnerhauses zur Wohnung für das Hofgefolge. Das zweigeschossige Gebäude ist durch Giebelrisalite, Erkervorbauten und Ecktürmchen gestaffelt. Die Maßnahme umfasst die Sanierung der bestehenden Gastronomie im Erdgeschoss und die Sanierung der zwei Wohneinheiten im Obergeschoss. Die Baudurchführung und soll voraussichtlich Mitte 2026 abgeschlossen sein.
Berlin
Schloss Charlottenburg, Besuchszentrum Neubau / Umbau
Das Schloss Charlottenburg wurde seit 1695 als Sommerresidenz von Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg (1657-1713) für seine Frau Sophie Charlotte (1668-1705) errichtet. Es wurde unter Beteiligung namhafter Architekten wie Johann Arnold Nering (1659-1695), Johann Friedrich Eosander von Göthe (1669-1728), Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff (1699-1753) und Carl Gotthard Langhans (1732-1808) bis 1797 in vielen Bauabschnitten erweitert.
Zur Verbesserung der Empfangssituation für die Gäste ist der Neubau eines Besuchszentrums westlich des Ehrenhofvorplatzes geplant. Neben dem Ticketverkauf und einem Museumsshop ist hier ein umfangreiches Informationsangebot vorgesehen. In diesem Zusammenhang soll auch der östliche Ehrenhofflügel (Küchenflügel) des Schlosses instandgesetzt bzw. umgebaut werden. Die Maßnahme umfasst die Sanierung und Restaurierung der Innenräume mit dem Ziel, einen zentralen Gästeeingang für das Alte Schloss einzurichten. Der Entwurf für den Neubau wurde im Rahmen eines internationalen Planungswettbewerbs im Juni 2021 ausgewählt. Im Januar 2023 konnte mit der Planung begonnen werden. Im vergangenen Jahr konnte die Entwurfsplanung abgeschlossen werden. Die Fertigstellung ist bis 2029 geplant.
Schloss Charlottenburg, Schlossumgebung
Die Maßnahme umfasst die Sanierung und Instandsetzung der Gartenpartien sowie der Wasserver- und -entsorgungsleitungen im Bereich der Schlossanlage vom Spandauer Damm bis einschließlich der gartenseitigen Schlossterrasse.
Die Arbeiten auf der Schlossterrasse und dem Theaterhof sind bereits beendet. 2026 sollen außerdem der Orangen- und der Fürstingarten fertiggestellt werden. Darauf folgen der Luisenplatz, der Ehrenhof und der Schlossplatz sowie die Freianlagen im Bereich des neuen Besuchszentrums. Der Abschluss der Maßnahme ist bis 2030 geplant.
Schloss Pfaueninsel, Gesamtsanierung
Das Schloss Pfaueninsel wurde zwischen 1794 und 1797 im Auftrag König Friedrich Wilhelms II. (1744-1797) als Erholungs- und Rückzugsort gebaut. Verantwortlich für die Ausführung und Planung war der Potsdamer Hofzimmermeister Johann Gottlieb Brendel. Das Schloss wurde als reine Holz-Fachwerkkonstruktion errichtet. Lediglich die Fundamente und das Kellergeschoss einschließlich der Sockelebene wurden in Stein ausgeführt. Das Bauwerk wird als Museumsschloss genutzt.
Die Sanierung der Dächer und Fassaden des Schosses einschließlich der Türme und der Brücke sowie die Innenraumkonservierung haben Mitte 2021 begonnen und konnte im vergangenen Jahr abgeschlossen werden. Dabei wurde auch der im Rahmen eines Wettbewerbs gekürte Entwurf für ein neues Wandbild an der Südwestfassade realisiert. 2026 Jahr soll noch eine Modifizierung des Schlossvorplatzes erfolgen, um die Barrierefreiheit zu erhöhen.
Schloss Schönhausen, Besuchszentrum Nordgaragen
Der innere Schlosspark des Schlosses Schönhausen wird im Nordwesten von den in den 1950er Jahren erbauten Nordgaragen begrenzt. In den 1980er Jahren wurde die Bebauung entlang der Grundstückgrenze durch ein Funktionsgebäude zusammen mit einem weiteren Garagengebäude ergänzt. Westlich des Funktionsgebäudes schließt sich eine Parkplatzfläche mit einem Lagergebäude an.
Die Maßnahme umfasst die Sanierung der gesamten Anlage. Ziel ist es, hier ein Besuchszentrum für das Schloss einzurichten. Das Funktionsgebäude, der Garagenflügel sowie das Lagergebäude nördlich des Parkplatzes werden rückgebaut. Die unter Denkmalschutz stehenden Nordgaragen werden für die geplanten Nutzungen ertüchtigt. Die Parkplatzfläche wird für PKW hergerichtet. Derzeit wird die Ausführungsplanung erstellt. Als vorgezogene Maßnahme wurden bereits 2022 Teile des nicht denkmalgeschützten südlichen Garagentrakts rückgebaut.
Bauherrin ist die Grün Berlin GmbH. Das Projekt wird zu 90 Prozent im Rahmen der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) vom Land Berlin und zu 10 Prozent aus Mitteln des SIP 2 finanziert.