Kunst | Politik

Vorschau auf das Themenjahr der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Mit dem Themenjahr „Kunst | Politik“ richtet die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) 2026 den Blick auf das Verhältnis von Kunst, Macht und politischer Inszenierung. Drei zentrale Vorhaben prägen das Programm: die erweiterte Dauerausstellung „Kunst – Menschen – Macht“ im Berliner Schloss Schönhausen, die Sonderpräsentation „Ungeheuer trifft Papagei. Napoleon Bonaparte und Königin Luise in Tilsit 1807“ im Schloss Paretz sowie „h300“, das vielfältige Jubiläumsprogramm zum 300. Geburtstag von Prinz Heinrich von Preußen in und um Rheinsberg.

Ergänzt werden diese Schwerpunkte durch zahlreiche Veranstaltungen in den Schlössern und Gärten der Stiftung – darunter Führungen, Gespräche, Konzerte und Vermittlungsangebote, die unterschiedliche Aspekte des Themenjahres aufgreifen. Dabei werden zentrale Fragen neu gestellt: Wie stellten sich etwa preußische Herrscherinnen und Herrscher in Porträts, Gartenanlagen oder Festinszenierungen dar? Welche Geschichten wurden bewusst erzählt – und welche blieben im Verborgenen? Und was geschieht, wenn politische Macht darüber entscheidet, was als Kunst gelten darf?

Das gesamte Programm wird fortlaufend erweitert und ist online unter spsg.de/kunst-politik zu finden.


Ungeheuer trifft Papagei
Napoleon Bonaparte und Königin Luise in Tilsit 1807
Sonderpräsentation im Schloss Paretz
1.4. – 1.11.2026
Dienstag bis Sonntag 10–17.30 Uhr
8 / 6 €, Familienkarte (2 Erwachsene und max. 4 Kinder): 16 €

1806 hatte Preußen bei Jena und Auerstedt den Krieg gegen Frankreich, gegen das „Ungeheuer“ Napoleon (1769-1821), verloren. Die königliche Familie floh daraufhin nach Ostpreußen und begab sich in den Schutz Russlands, ebenso ein Rest der preußischen Armee. Die nachsetzenden französischen Truppen zwangen die russischen und preußischen, Frieden zu suchen. Die Gespräche fanden im Sommer 1807 in Tilsit auf einem Floß auf der Memel zwischen Napoleon und dem russischen Zaren Alexander (1777-1825) statt. König Friedrich Wilhelm III. von Preußen (1770-1840) durfte daran nicht teilnehmen. Es wurde über Preußen gesprochen, aber nicht mit Preußen. Königin Luise (1776-1810) wurde deshalb vom preußischen Staatsminister Karl-August von Hardenberg (1750-1822) und ihrem Mann zu Napoleon geschickt, um milde Friedensbedingungen zu erbitten.

Das Zusammentreffen von Kaiser und Königin war politisch bedeutungslos. Napoleon gestand nichts zu. Luise sei lediglich „Hardenbergs Papagei“, soll er nach dem Treffen gesagt haben. Die preußische Geschichtsschreibung aber hat in der Folge aus dem Treffen eine herzerwärmende Heldengeschichte dieses „stolzen Opfergangs“ der Königin verfasst, um die ganze Vergeblichkeit vergessen zu machen.

Die Präsentation in den Räumen des Schlosses betrachtet diesen Tiefpunkt der preußischen Geschichte anhand ausgewählter Objekte ohne alle Sentimentalitäten.

Das gesamte Begleitprogramm zur Ausstellung findet sich unter spsg.de/schloss-paretz
Alle Veranstaltungen zum 250. Geburtstag von Königin Luise unter spsg.de/luise250

 

Kunst – Menschen – Macht
Schloss Schönhausen als Tatort der NS-Aktion „Entartete Kunst“
Neue Dauerausstellung im Schloss Schönhausen
Ab 12.6.
April bis Oktober: Dienstag bis Sonntag 10–17.30 Uhr
November bis März: Samstag, Sonntag, Feiertag 10–16 Uhr
8 / 6 €, Familienkarte (2 Erwachsene und max. 4 Kinder): 16 €

Vom Spätsommer 1938 an lagerten in Schloss Schönhausen Kunstwerke, die zuvor im Rahmen der Aktion „Entartete Kunst“ aus deutschen Museen beschlagnahmt worden waren. Seit Beginn ihrer Herrschaft in Deutschland diffamierten die Nationalsozialisten die moderne Kunst als „entartet“ oder als „Verfallskunst“. Im Juli 1937 ließen sie zahlreiche Kunstwerke aus deutschen Museen nach München bringen, um sie in der Ausstellung „Entartete Kunst“ in verhöhnender Weise zu zeigen. Danach wurden in einer weiteren Aktion mehr als 20.000 Kunstwerke aus rund hundert Museen beschlagnahmt und nach Berlin gebracht. Ab August 1938 kam eine Auswahl von 3.750 Kunstwerken in Schloss Schönhausen an. Von hier aus sollten sie gegen Devisen ins Ausland verkauft werden.

In der Ausstellung kann das Geschehen im Schloss erkundet werden. Besuchende lernen ausgewählte Akteurinnen und Akteure dieser „Verwertung“ kennen und erfahren, wie der Verkauf organisiert und umgesetzt wurde. Sie bekommen Einblick in die Biographien, die Motivation und die Handlungsspielräume der beteiligten Personen, den Beschäftigten der NS-Administration, der Händler, die die Kunstverkäufe vermittelten, der Sammlerinnen und Sammlern, die die im Schloss gelagerten Kunstwerke kauften. Ein Raum ist den betroffenen Künstlerinnen und Künstlern gewidmet. Dort werden exemplarisch die Schicksale einiger von ihnen vorgestellt und ihre unterschiedlichen Erfahrungen über Tagebücher und Briefe zugänglich gemacht. Ausgewählte Original-Kunstwerke und die Schilderung ihrer Wege bis heute veranschaulichen die Facetten der Kunstpolitik des Nationalsozialismus und ihrer Folgen.

Die Ausstellung wird gefördert mit Mitteln der LOTTO-Stiftung Berlin.

Logo: LOTTO Stiftung Berlin

h300
Programm zum 300. Geburtstag von Heinrich von Preußen (1726-1802)
Im gesamten Jahr 2026, Programm in Rheinsberg und Umgebung

2026 erinnert die SPSG gemeinsam mit vielen Beteiligten der Region um Rheinsberg mit „h300“ an den 300. Geburtstag von Prinz Heinrich von Preußen – einen vielschichtigen, oft unterschätzten Akteur der brandenburgisch-preußischen Geschichte. Heinrich förderte die Künste, dachte europäisch und lud zu einem offenen Musenhof ein. Er verkörpert Toleranz, Austausch und Aufklärung.

Koordiniert wird das Jubiläum vom Team des Schlosses Rheinsberg, Heinrichs bevorzugtem Aufenthaltsort und seiner wichtigsten Wirkungsstätte. Hier schuf er eine eigene Form des höfischen Lebens – unabhängig, intellektuell, künstlerisch. „h300“ verbindet die historische Würdigung mit einem offenen, zeitgemäßen Kulturprogramm rund um Schloss und Garten Rheinsberg: multiperspektivisch, klar gästeorientiert und erlebbar für Familien, Kulturinteressierte und die Fach-Community. Es schlägt kluge Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Das partizipative Format bietet während der Laufzeit zahlreiche Veranstaltungen in Rheinsberg und Umgebung.

Das gesamte Programm findet sich auf der Website 300jahreheinrich.de

Gefördert durch

Logo: Sparkasse Ostpriegnitz-RuppinLogo: Ostdeutsche Sparkassenstiftung mit Hilfe des PS-Lotterie-Sparens

Pressekontakt

Frank Kallensee
SPSG | Generaldirektion

Pressesprecher

Postfach 60 14 62
14414 Potsdam
Telefon: 0331.96 94-318

Kontakt

Hyun-Ho Cha
SPSG | Abteilung Bildung und Marketing

Öffentlichkeitsarbeit

Postfach 60 14 62
14414 Potsdam
Telefon: 0331.96 94-292
Carlo Paulus
SPSG | Abteilung Bildung und Marketing

Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: 0331.96 94-457
Tanja Spillner
SPSG | Abteilung Bildung und Marketing

Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: 0331.96 94-631