Rückgabe von Stickereibildern nach Schloss Granitz

"Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) hat heute neun Stickereibilder an die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Mecklenburg-Vorpommern zurückgegeben, die ursprünglich aus dem Jagdschloss Granitz auf Rügen stammen.

Durch den Bestandskatalog Stickereien der SPSG wurden Kollegen der Schlösserverwaltung Mecklenburg-Vorpommern im Zuge von Nachforschungen zu den Beständen in Schloss Granitz darauf aufmerksam, dass sich Kriegsverluste von dort im Depot der SPSG befinden. Es handelt sich um neun Stickereibilder, die nach 1945 als Zugänge im Generalkatalog der Gemälde verzeichnet sind, ohne ein genaues Jahr zu nennen. Wann sie genau in die Sammlung kamen und woher sie stammen, war bisher unbekannt.

Die Prüfung durch die SPSG hat ergeben, dass es sich mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit um einen Teil der ehemals 26 Bilder handelt, die ursprünglich im Damenzimmer und im angrenzenden Turmzimmer des Jagdschlosses Granitz direkt unter der Decke in die Holztäfelung eingelassen waren. Denn zusätzlich zu denjenigen Motiven, die auf Vorkriegsaufnahmen identifizierbar sind, stimmen auch bei den anderen Bildern die Abdrücke auf den Textilien mit den Umrissen der Vertäfelungsöffnung, in die sie in Granitz eingebaut waren, überein.

Von 1837 bis 1851 ließ der Rügener Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus das Jagdschloss durch den Berliner Architekten Johann Gottfried Steinmeyer errichten. Seinen weithin sichtbaren Mittelturm mit der berühmten gusseisernen Wendeltreppe verdankt das Schloss einem Entwurf Karl Friedrich Schinkels, der damit ein Wahrzeichen der Insel schuf. Das Jagdschloss inmitten der Granitz beherbergte die erlesenen Jagdgäste des Fürsten, woran auch die historischen Salons erinnern.

Einer davon war der Damensalon, in den sich die Fürstinnen zu Putbus mit ihren weiblichen Gästen zurückzogen. Eine große Besonderheit war die Dekoration des Raumes: 26 handgestickte Bilder waren in die Vertäfelung eingelassen und sollen von der ersten Fürstin zu Putbus angefertigt worden sein. Historische Ansichtskarten des Raumes zeigen noch die ursprüngliche Dekoration, bevor die Stickereien in den Nachkriegswirren aus dem Jagdschloss Granitz verschwanden.

Die Stickereibilder kopieren zum Teil bekannte Gemälde, wie zum Beispiel das "Mädchen mit der Fruchtschale" von Tizian.

Ihre Gesprächspartner sind:

Dr. Samuel Wittwer, Direktor der Abteilung Schlösser und Sammlungen, SPSG

Dr. Susanne Evers, Kustodin Textil, Glas Uhren, Musikinstrumente, SPSG

Heike Kramer, Dezernatsleiterin der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten im Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern

Agnes Heine, Jagdschloss Granitz/ Staatliche Schlösser und Gärten Mecklenburg-Vorpommern"

Kontakt

Frank KallenseeSPSG | GeneraldirektionPressesprecher
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