"Rechtzeitig vor Ostern lässt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) die Löwenfontäne auf der Terrasse des Schlosses Glienicke wieder sprudeln. Die in einer Sturmnacht stark beschädigte Anlage wurde für rund 70.000 Euro wiederhergestellt.
Die Fontäne mit den beiden für Glienicke charakteristischen vergoldeten Löwen war in der Nacht vom 27. zum 28. Oktober 2002 durch einen umstürzenden Baum beschädigt worden. Die Ulme hatte den linken der beiden Löwen deformiert und Teile der Balustrade mit den steinfarbenen Zinkgussbalustern zerstört. Dank einer Spende von Günther Jauch in Höhe von 32.000 Euro konnte die SPSG im Juni 2003 die Kupfertreibarbeiten zur Rückformung des deformierten Löwen in Auftrag geben. Diese kaum für möglich gehaltene Arbeit gelang dem Kupferschmied Peter Trappen aus der Firma Haber und Brandner. Die anschließende Vergoldung übernahm für einen symbolischen Euro der Berliner Malermeister Uwe Schulz-Ebschbach, der die Neuvergoldung der Löwengruppe schon einmal gespendet hatte.
Aus dem Haushalt der SPSG sind die notwendigen Natursteinarbeiten an der Sockelplatte und dem Treppenlauf sowie die Restaurierung der Säulengruppe mit Architrav aus Zinkguss finanziert worden. Die Restaurierung der Balustrade steht noch aus und wird bis Mai 2005 abgeschlossen sein.
Am 23. Oktober 1837 fand in Glienicke unter Beteiligung von Karl Friedrich Schinkel, Ludwig Persius und Peter Joseph Lenné eine Besprechung „über das Bassin und die Fontäne vor dem Treibhaus... und wie die broncenen Löwen am vorteilhaftesten zu placieren sein würden“ statt. Schon am 19. November legte Persius das erste Projekt nach Entwürfen von Schinkel zur Löwenfontäne vor.
In einem Brief vom 28. April 1838 wird der Gutsverwalter Ritter in Glienicke aufgefordert, er möge die fertigen Löwen abholen und Persius für ihre Vergoldung einschalten. Knapp einen Monat später, am 26. Mai 1838, stellt die Firma Geiss die Rechnung für die Lieferung und Montage der Zinkgussteile und am 2. Juni konnte der Hofmarschall im „Journal“ das „erste Springen der Fontäne" vermerken.
Die Brunnenanlage besteht aus dem runden Wasserbecken aus „Quadermauerwerk“, den Sockeln mit dorischen Säulenaufbauten und Architrav aus sandsteinfarben gestrichenem Zinkguss und den aus Kupferblech getriebenen und vergoldeten Löwen.
Die nach 1945 fast total zerstörte Löwenfontäne wurde 1962 als erste der zahlreichen, sämtlich reparaturbedürftigen Glienicker Wasserspiele wieder instand gesetzt. Dazu musste einer der Löwen, der während des Krieges von einem umstürzenden Baum zerschmettert wurde, rekonstruiert werden. Außerdem fehlte die Mittelfigur des Brunnenbeckens, ein auf einem Delphin reitender jugendlicher Triton, der nach einem Kupferstich rekonstruiert werden konnte. "