Ausstellung: Cecilie – Deutschlands letzte Kronprinzessin

Nur noch bis zum 1. August 2004 geöffnet

"Der 50. Todestag der Kronprinzessin Cecilie am 6. Mai 2004 gibt der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) Anlass, die Biografie der letzten Hohenzollern-Thronfolgerin vorzustellen. Etwa 300 Objekte, darunter Schmuck, Silber, Porzellan, Mobiliar, Gemälde, Dokumente und Fotografien, zeichnen in den acht wiederhergestellten Räumen des Nordflügels im Marmorpalais den Lebensweg Cecilies nach: von der Kindheit über die Verlobung und Hochzeit mit dem deutschen Kronprinzen Wilhelm, die Funktion als Repräsentantin des Kaiserhauses, das karitative Engagement während der Jahre des Ersten Weltkrieges und die neu definierte Rolle nach dem Ende der Monarchie.

Zu den ausgestellten Objekten gehören zwei Tafelaufsätze, die zum ersten Mal in den Räumen des Marmorpalais präsentiert werden. Dabei handelt es sich um den kompletten Hochzeitszug von Adolph Amberg aus Berliner Porzellan und um Teile des so genannten Kronprinzensilbers – ein Geschenk der preußischen Städte zur Hochzeit des Kronprinzen.

Ein weiterer Höhepunkt ist die Präsentation eines Mäander-Diadems. Die Pretiose wurde nach einem Entwurf des Kronprinzen bei den Hofjuwelieren Gebrüder Friedländer in Berlin gearbeitet. Wilhelm überreichte seiner Braut das Schmuckstück als Morgengabe am Tage der Hochzeit im Berliner Schloss.

Drei Räume der Ausstellung werden sich zudem mit der Haltung der kronprinzlichen Familie während der Weimarer Republik und der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigen. Besondere Aufmerksamkeit ist der Schirmherrschaft der Kronprinzessin über den deutsch-nationalen “Bund Königin Luise“ gewidmet. Die Flucht der Kronprinzessin aus Potsdam und ihre Lebensumstände während der letzten Jahre in Bad Kissingen und Stuttgart beschließen die Ausstellung.

Cecilie wurde am 20. September 1886 als jüngstes Kind des mecklenburgischen Großherzogs Friedrich Franz III. und seiner Gemahlin, der russischen Großfürstin Anastasia, in Schwerin geboren. Die Hochzeit mit dem deutschen Kronprinzen Wilhelm gehörte zu den herausragenden gesellschaftlichen Ereignissen des Jahres 1905 in Deutschland. Mit der Eheschließung war eine glänzende Zukunft in Aussicht gestellt. Durch ihr unkompliziertes und freundliches Wesen wurde Cecilie zu einem der beliebtesten Mitglieder des Hauses Hohenzollern. Von der Hofpropaganda systematisch zu einem Leitbild des Kaiserhauses aufgebaut, sollte sie hauptsächlich die Monarchie als führende Repräsentantin vertreten. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges übernahm die Kronprinzessin die Betreuung von verwundeten Soldaten in den Lazaretten von Westpreußen und Berlin.

Nach dem Sturz der Monarchie 1918 lehnte es Cecilie ab, mit dem Kaiser und dem Kronprinzen ins niederländische Exil zu gehen und blieb mit ihren sechs Kindern in Deutschland. In den zwanziger Jahren widmete sich die ehemalige Kronprinzessin verstärkt der karitativen Arbeit, ganz in der Tradition der 1921 verstorbenen Kaiserin Auguste Victoria. Ihre Schirmherrschaft über den deutsch-nationalen “Bund Königin Luise“, der rechtsgerichtete Tendenzen aufwies, bleibt umstritten. Nach der Auflösung dieses konservativen Frauenbundes 1934 zog sich Cecilie ins Privatleben zurück. Ihre Flucht aus Potsdam 1945 und der Verlust des gesamten Besitzes leiten das letzte Kapitel ihres Lebens ein. Als Cecilie am 6. Mai 1954 in Bad Kissingen verstarb, erinnerte sich kaum noch jemand an die zweite Dame des Kaiserreiches - die einst so populäre Kronprinzessin war in Vergessenheit geraten.

Im Bildarchiv befinden sich zwei Fotos zur Ausstellung als größere Dateien zum Download für die Presse

Öffnungszeit:

Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr (letzter Einlass: 17 Uhr)

Eintrittspreise:

Ausstellung ohne Führung: 4 Euro / erm. 3 Euro

Ausstellung mit Führung: 5 Euro / erm. 4 Euro

Kombiticket Marmorpalais mit Ausstellung:

ohne Führung 5 Euro / erm. 4 Euro

Marmorpalais mit Ausstellung:

mit Führung 6 Euro / erm. 5 Euro

Schulklassen, pro Schüler 3 Euro

Begleitband: 16 Euro"