Baustart für das neue Skulpturendepot der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Erster Spatenstich

Blick in die Zukunft: Entwurf für das neue Skulpturendepot des Berliner Büros Staab Architekten. © Visualisierung: Staab Architekten

Baustart für das neue Skulpturendepot der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) beginnt im Herbst 2022 mit dem Bau ihres neuen Skulpturendepots. Am 17. Oktober 2022 erfolgt im Beisein der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Frau Dr. Manja Schüle, Herrn Staatssekretär Dr. Torsten Wöhlert, Senatsverwaltung für Kultur und Europa des Landes Berlin und Herrn Ingo Mix, Abteilungsleiter K 2 „Kunst und Kulturförderung“, Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie dem Generaldirektor der SPSG, Herrn Prof. Dr. Christoph Martin Vogtherr, der Erste Spatenstich für den Neubau auf dem Grundstück Friedrich-Engels-Straße 78 am Potsdamer Hauptbahnhof. Das vom Berliner Büro Staab Architekten entworfene Gebäude wird auf dem Areal des ehemaligen Reichbahnausbesserungswerks Potsdam errichtet.

Ermöglicht wird das Projekt durch das Sonderinvestitionsprogramm 2 (SIP2, Masterplan) für die preußischen Schlösser und Gärten, dass der Bund sowie die Länder Brandenburg und Berlin bis 2030 zur Rettung bedeutender Denkmäler der Berliner und Potsdamer Kulturlandschaft aufgelegt haben. Die Gesamtkosten des Neubaus sind aktuell mit 11,6 Millionen Euro zu beziffern. Für die bauliche Umsetzung der Maßnahme sind ca. 2 Jahre geplant (von August 2022 bis Juni 2024).

„Einzigartige Schätze aus mehreren Jahrhunderten brauchen auch eine einzigartige ‚Schatztruhe‘!“, sagt Brandenburgs Kulturministerin Dr. Manja Schüle. „Damit die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg ihre Kulturgüter unter besten Bedingungen (auf)bewahren und vor schädlichem Licht und Luft, vor Feuchte und Feuer schützen kann, entsteht in Potsdams nicht nur ein neues, sondern vor allem ein zentrales Skulpturendepot, das die bislang provisorischen und dezentralen Standorte ablöst. Doch nicht nur für die Kulturgüter, auch für die Beschäftigten werden sich die Bedingungen verbessern: Die angemessene konservatorische und sichere Unterbringung ermöglicht intensive Forschungen an den Objekten. Das Zentrale Skulpturendepot steht auch für die untrennbare Verbindung von Wissenschaft und Kultur. Für die Realisierung des Bauvorhabens wünsche ich allen Beteiligten viel Erfolg!“

Anlässlich des ersten Spatenstichs zum neuen Skulpturendepot erklärte die Kulturstaatsministerin Claudia Roth: „Ich freue mich sehr, dass das neue Skulpturendepot so energie- und ressourcenschonend geplant ist. Das zeugt vom großen Engagement der SPSG, nachhaltig zu bauen und zu sanieren. Damit machen wir die Bewahrung der Vergangenheit zukunftsfähig.“

„Das neue Skulpturendepot wird das 2018 fertiggestellte Zentrale Kunstgutdepot ergänzen und komplettieren“, sagt der Generaldirektor der SPSG, Prof. Dr. Christoph Martin Vogtherr. „Endlich können können dann auch die kostbaren Skulpturenbestände unserer Stiftung unter guten räumlichen, klimatischen und sicherheitstechnischen Bedingungen aufbewahrt werden. Wir danken ausdrücklich dem Bund sowie den Ländern Brandenburg und Berlin, die dieses Neubauprojekt durch das von ihnen aufgelegte Sonderinvestitionsprogramm ermöglicht haben.“

Das Gebäude
Das Skulpturendepot wird im Rahmen eines zweiten Bauabschnitts in Ergänzung zu dem bereits realisierten Zentralen Kunstgutdepot der SPSG entstehen. Das Gebäude soll die Aufbewahrung von Skulpturenbeständen unter Berücksichtigung klimatischer, konservatorischer und sicherheitstechnischer Bedingungen ermöglichen, so dass künftig eine optimale wissenschaftliche und restauratorische Betreuung der Kunstobjekte gewährleistet werden kann.

Das Skulpturendepot wird als eigenständiger, funktionaler Baukörper mit ca. 3.900 m² Bruttogeschossfläche in ähnlicher Architektursprache des benachbarten Zentraldepots errichtet. Das Gebäude entwickelt sich von zwei auf drei Geschosse in Richtung Bahngleise empor und setzt mit zurückhaltender Klinkerfassade und gestaffelter Sheddachkonstruktion den Industriecharakter der in der Nachbarschaft vorhandenen Bautypologie fort.

Zwischen den beiden Baukörpern entsteht ein zweckmäßig gestalteter Innenhof mit Bäumen und pflegeleichter Bepflanzung.

Die geplante Nutzung
Die SPSG bewahrt eine umfangreiche Skulpturensammlung. International bedeutend sind insbesondere die deutschen und französischen Werke des 18. und 19. Jahrhunderts. Bisher sind diese Skulpturenbestände an verschiedenen Standorten über mehrere Liegenschaften verteilt und lagern unter äußerst beengten Verhältnissen. Im neuen Skulpturendepot werden künftig mehr als 5.100 Objekte zentral zusammengeführt. Dabei erstreckt sich das Spektrum von überlebensgroßen Skulpturen bis hin zu kleinteiligen, fraglien Fragmenten aus unterschiedlichen Materialgruppen. Größtenteils bestehen die hier zu bewahrenden Kunstobjekte aus Naturstein, Kunststein, Porzellan, Gips, Metall oder Terrakotta.

Die Einlagerung der Objekte in fachgerechte Lagersysteme erlaubt später eine optimierte wissenschaftliche Arbeit und restauratorische Kontrolle. Breite Gänge zur Nutzung mobiler Hubfahrzeuge werden die Arbeitsbedingungen der Belegschaft erheblich verbessern.

Aufgrund strenger sicherheitstechnischer Anforderungen und zur Stabilisierung des erforderlichen Raumklimas wird das Skulpturendepot nicht öffentlich zugänglich sein.

Nachhaltigkeit
Das Thema der Nachhaltigkeit ist im Leitbild der SPSG fest verankert, daher lehnt sich die Planung des Skulpturendepots an den Leitfaden für Nachhaltiges Bauen des Bundes an. Schwerpunkte der Nachhaltigkeitsziele liegen bei der Verwendung von langlebigen Baustoffen, einem massiven, kompakten Baukörper, der für eine stabile Klimahülle sorgt und einem energie- und ressourcenschonenden Betrieb.

Es wird ein einfaches, robustes Raumklimakonzept mit minimiertem Energie- und Wartungsaufwand umgesetzt. Als Low-Tech-Gebäude konzipiert, kommt das Skulpturendepot

künftig mit wenig Anlagentechnik aus. Eine zentrale Klimaanlage wird nicht notwendig sein. Der hygienisch notwendige Luftwechsel wird über dezentrale Fassadenlüfter mit Wärmerückgewinnung und Zuluftführung in den Innenraum hinein sichergestellt. Das geneigte Dach erhält eine hochwertige Photovoltaik-Anlage, die nicht nur das Skulpturendepot, sondern auch das Zentrale Kunstgutdepot mit eigenproduziertem Strom versorgt.

Für die Entwässerung der Dachflächen werden westlich und östlich des Gebäudes Versickerungsmulden in die Rasenfläche eingebaut, sodass eine vollständige Vorortversickerung auf dem Grundstück gewährleistet werden kann.

Barrierefreiheit
Das Gebäude wird weitestgehend barrierefreundlich ausgestattet. Es verfügt über schwellen- und stufenlose Übergänge in allen Geschossen, einem Lasten- und Personenaufzug sowie einem barrierefreien WC für Menschen mit Mobilitätseinschränkung.

Das Sonderinvestitionsprogramm (Masterplan)
Mit dem zweiten Sonderinvestitionsprogramm für die preußischen Schlösser und Gärten (SIP 2, Masterplan) retten der Bund (Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien) sowie die Länder Brandenburg (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur) und Berlin (Senatsverwaltung für Kultur und Europa) wesentliche Denkmäler der Berliner und Potsdamer Schlösserlandschaft vor dem Verfall. Das Abkommen sieht vor, dass die SPSG bis 2030 insgesamt 400 Millionen Euro in die Rettung nationaler Kulturgüter zusätzlich investieren kann. Der Bund trägt 200 Millionen Euro (50 Prozent) bei, das Land Brandenburg 131 Millionen Euro (33 Prozent) und das Land Berlin 69 Millionen Euro (17 Prozent).

Pressekontakt

Svenja PelzelSPSG | Abteilung Bildung und MarketingÖffentlichkeitsarbeit
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