FRAUENSCHLOSS Schönhausen: Eine Königin feiert Geburtstag

Eine Königin feiert Geburtstag

Frédéric Reclam: Königin Elisabeth Christine von Preußen (im Hintergrund Ansicht von Schloss Schönhausen)
Frédéric Reclam: Königin Elisabeth Christine von Preußen (im Hintergrund Ansicht von Schloss Schönhausen) © SPSG / Wolfgang Pfauder

FRAUENSACHE-Auftakt zum 300. Geburtstag Elisabeth Christines: Im FRAUENSCHLOSS Schönhausen geht es vom 1. April bis 22. November 2015 um Liebschaften am Hof der Königin

Im Jahr 2015 feiert Königin Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern (1715–1797) ihren 300. Geburtstag. In ihrer ehemaligen Sommerresidenz, dem Schloss Schönhausen, erinnert die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) vom 1. April bis zum 22. November 2015 mit einer Sonderpräsentation im Gartensaal an die preußische Königin und Gemahlin Friedrichs des Großen.

Königin Elisabeth Christine und die Liebschaften an ihrem Hof

In der kleinen Sonderausstellung präsentiert die SPSG neben einer Büste der Königin, die von der SPSG erst im vergangenen Jahr erworben wurde, die Porträts der Sophie Marie Gräfin von Voß und ihrer Nichte Julie Elisabeth Amalie von Voß. Beide sind nicht nur verwandtschaftlich, sondern auch durch eine ähnliche Geschichte miteinander verbunden: In den 1740er Jahren ist Prinz August Wilhelm unsterblich in die Hofdame Sophie verliebt. Um seinem Drängen zu entgehen, heiratet sie einen anderen. Vierzig Jahre nach diesem Skandal wiederholen sich die Ereignisse: Nun ist Sophies Nichte Julie Hofdame in Schönhausen, wo sie August Wilhelms Sohn Friedrich Wilhelm kennenlernt, beide verlieben sich ineinander. Alle Versuche, die Affäre zu unterbinden, scheitern. Obwohl der Prinz bereits verehelicht ist, heiratet er, 1786 König geworden, Julie 1787 „zur linken Hand“. Elisabeth Christine lässt den Leidenschaften unter ihrem Dach freien Lauf. Sie glaubt nicht, dass warnende Worte etwas gegen die Liebe ausrichten.

Veranstaltungen zum 300. Geburtstag der Königin Elisabeth Christine von Preußen im Schloss Schönhausen in 2015:

So. 19.04., 11 Uhr    
Elisabeth Christine und Friedrich II. – Eine tragische Königsehe?
Vortrag mit Robert Rauh, Berlin

So. 10.05., 11 Uhr   
Julie von Voß. Die tragische Liebesgeschichte Friedrich Wilhelms II.
Tanztheater des Maison Voltaire, Berlin

So. 30.08., 11 Uhr   
Der Schlossgarten der Königin. Der verlorene Park Elisabeth Christines
Gartenveranstaltung mit Monika Deißler und Mathias Gebauer (SPSG)

So. 06.09., 11 Uhr
Die Rollen der Königin. Elisabeth Christine im Porträt
Vortrag mit Dr. Alfred Hagemann (SPSG)

So. 11.10., 11 Uhr
Bildwerke zwischen den Zeiten. Zum Neuankauf der Büste der Königin Elisabeth Christine
Führung und Vortrag mit Saskia Hüneke (Kustodin für Skulpturen, SPSG)

So. 18.10., 11 Uhr
Geschmähte Gemahlin „de luxe“ – Elisabeth Christine, Gattin Friedrichs des Großen. Eine Matinee mit zeitgenössischen Texten und Berichten, angereichert mit Opernarien aus dem 18. Jahrhundert.
Eine Veranstaltung der Höfischen Festspiele e.V.

So. 22.11., 11 Uhr
Elisabeth Christine – Königin und Schriftstellerin
Vortrag mit Dr. Gerhild Komander, Berlin

Anmeldungen: 030.40 39 49 26 25 oder schloss-schoenhausen(at)spsg.de
Weitere Informationen unter www.spsg.de/kalender

FRAUENSACHE – FRAUENSCHLÖSSER

Die SPSG feiert in diesem Jahr nicht nur den Geburtstag der Königin Elisabeth Christine, sondern gedenkt auch des Beginns der Hohenzollernherrschaft in Brandenburg vor 600 Jahren. Beide Ereignisse sind Anlass für die SPSG, vom 22. August bis zum 22. November 2015 im Theaterbau von Schloss Charlottenburg in Berlin die Ausstellung „FRAUENSACHE. Wie Brandenburg Preußen wurde“ zu präsentieren. Schirmherrin des Projekts ist Sophie Prinzessin von Preußen.

Die Ausstellung will die Geschichte Brandenburg-Preußens und Deutschlands unter den Hohenzollern neu betrachten. Sie wird die Perspektive um den wesentlichen Anteil jener Akteure erweitern, ohne die der Aufstieg des Hohenzollernstaates nicht möglich gewesen wäre: die Ehefrauen und Töchter der fürstlichen Herrscher.

Die SPSG hat in den vergangenen Jahren immer wieder die Bedeutung einzelner Königinnen in großen Ausstellungen thematisiert: Von „Sophie Charlotte und ihr Schloss“ im Jahr 1999 über die erste Würdigung für Elisabeth Christine 2009 im Schloss Schönhausen bis zum Jubiläumsjahr für Königin Luise 2010 konnte der Blick auf die preußische Geschichte bereits schlaglichtartig erweitert werden. Für das Jubiläumsjahr 2015 wird nun erstmals die wichtige, aber nur Wenigen bewusste Gesamtleistung der Hohenzollern-Frauen für die Geschichte Brandenburg-Preußens in den Mittelpunkt gerückt.

Als Dependancen der Ausstellung FRAUENSACHE gibt es außer in Schloss Schönhausen ab dem 1. April zwei weitere Präsentationen in FRAUENSCHLÖSSERN zu sehen. So soll der Perspektivwechsel auf die Bedeutung der Frauen der Hohenzollern für die Entwicklung Berlin-Brandenburgs über den zentralen Ausstellungsort im Theaterbau des Schlosses Charlottenburg hinaus „ins Land getragen“ werden. In Schloss Sanssouci widmet sich die Ausstellung der preußischen Königin Elisabeth von Bayern (1801–1873), die das Schloss viele Jahre lang bewohnte – länger als sein Erbauer Friedrich der Große. In Schloss Glienicke wird der Blick auf Marie von Sachsen-Weimar (1808–1877) gerichtet, die dort die geistige Elite Berlins um sich versammelte.

Die Vorboten

Um bereits im Vorfeld von FRAUENSACHE auf die meist vergessenen Leistungen der Hohenzollern-Frauen aufmerksam zu machen und ein deutliches Signal zu setzen, wurde gemeinsam mit Studentinnen der Hochschule Wismar (Entwurf) und den Werkstätten der SPSG (Fertigung) eine provokante Intervention entwickelt. Rund um Schloss Charlottenburg, vor der Villa Liegnitz in Potsdam und in der Zitadelle Spandau hat die SPSG leere Denkmalsockel aufgestellt. Denn während den großen Männern der Geschichte Denkmale gesetzt wurden, um an ihre großen Taten zu erinnern, fehlen diese für die Errungenschaften großer Frauen. Mit den Sockeln verweist die SPSG auf die Leerstellen, die die Fürstinnen und ihr Handeln bis heute in unserem historischen Bewusstsein bilden.

Tickets: https://tickets.spsg.de

Kontakt

Dr. Ulrich Henze
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Ausstellungsprojekte
Postfach 60 14 62
14414 Potsdam
Telefon: 0331.96 94-439

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