Fachbereich Papier

Papier und Pergament als Trägermaterial künstlerischer Gestaltung, Speichermedium planerischer Prozesse und aktenkundiger Zeugnisse stehen im Mittelpunkt der Arbeit des Fachbereichs für Papierrestaurierung. Ausgeführt wird diese Arbeit von zwei Restauratorinnen und einer Konservatorin.

In der Graphischen Sammlung und in den Museumsschlössern der SPSG gibt es eine große Vielfalt verschiedener Papiersorten und Qualitäten mit unterschiedlichsten Druck- und Zeichentechniken, fotografischen Verfahren, Einbandmaterialien, sowie verschiedene Materialkombinationen. Die Objekte sind vom 17. bis zum frühen 20. Jahrhundert entstanden – entsprechend vielfältig ist das Spektrum der Schäden.

Papier und Pergament werden neben den natürlichen Alterungsprozessen vor allem durch äußere Einflüsse, z. B. durch zu hohe Lichtstärken und Feuchtigkeitswerte gefährdet. Weitere Schadensursachen sind ungeeignete Materialkombinationen, ehemals ungünstige Aufbewahrungsbedingungen und unsachgemäße Behandlungen.

Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Restaurierung einzelner Objekte für Ausstellungsprojekte oder zur Handhabbarkeit für die wissenschaftliche Erschließung. Objektbezogen werden dafür verschiedene Restaurierungstechnologien und Restaurierungsmaterialien angewandt, die sich am Bedarf der Sammlung orientieren und in Kenntnis neuester Methoden durchgeführt werden.

Höchste Priorität hat der optimale Schutz jedes einzelnen Objektes. Daher ist auch die konservatorische Betreuung des Bestands ein wichtiger Schwerpunkt. So wurden beispielsweise spezielle Montierungsmethoden und „Umverpackungen“ entwickelt, die einen schonenden Umgang mit den Objekten im Ausstellungs- und Leihverkehr ermöglichen und eine wissenschaftliche Nutzung erleichtern.

Außerdem gehört die in-situ-Präsentation dekorativer Ausstattungen in den Schlössern wie die nach Jahren der Lagerung wieder angebrachten Tapeten in Schloss Paretz oder der Erhalt der Originalgrafiken in Schloss Charlottenhof zu den besonderen Aufgaben. Die Präsentation von Originalgrafik in historischen Rahmungen unter Einhaltung aktueller Konservierungsrichtlinien ist für die Papierrestauratoren eine besondere Herausforderung.

KPM – ARCHIV

Der Sammlungsbestand des geschichtlicher und kulturell bedeutenden Archivs der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM) ist eine einzigartige Quellensammlung, die seit der Gründung in friderizianischer Zeit (1762–1763) kontinuierlich erweitert wurde.

Das KPM-Archiv beinhaltet über 46.000 Objekte, die sich in die Bereiche Vorlagensammlung, Bibliothek und Aktenbestand gliedern. Darunter befinden sich viele signierte Blätter von namhaften Künstlern wie Karl Friedrich Schinkel, Gottfried Schadow, August Stüler oder Hans Christian Genelli. Die Sammlung wird seit 1981 von einem Mitarbeiter des Fachbereichs Papierrestaurierung betreut.

Die Vielfalt der Materialien und der komplizierte technische Aufbau der Werke erfordern im Umgang sehr spezielle, stetig auf den neusten Stand der naturwissenschaftlichen Forschung angepasste Kenntnisse auf dem Gebiet der Materialtechnologie und Materialkunde und machen ihre Behandlung und Pflege besonders anspruchsvoll. Auch die unterschiedlichen Erhaltungszustände der außerordentlich empfindlichen Gouachen, Aquarelle, Pastelle, Filigranreliefs, Frühfotografien u. a. verlangen ein hohes Maß an Sensibilität bei der Anwendung moderner Restaurierungsmethoden.

Kontakt

SPSG | Abteilung Restaurierung
Postfach 60 14 62
14414 Potsdam
Telefon: 0331.96 94-501
Fax: 0331.96 94-502