Die Aktensammlung des KPM-Archivs (Land Berlin)

Das Aktenverzeichnis des KPM-Archivs (Land Berlin) erfasst den verbliebenen Bestand an historischen Akten der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM), so wie er sich nach den auslagerungsbedingten Verlusten des Zweiten Weltkrieges erhalten hat. Das vollständige Aktenverzeichnis steht als PDF-Dokument zum Download (325 kB) zur Verfügung.


Bestandsgeschichte

Die historische Überlieferung der Akten des KPM-Archivs setzt 1762 kurz vor der Gründung der „königlichen“ Porzellan-Manufaktur am 19. September 1763 mit der Erteilung der Konzession Friedrichs II. für die Etablierung einer Porzellanmanufaktur durch den Unternehmer Johann Ernst Gotzkowsky ein.

Die Aktenüberlieferung schließt um 1913 mit der späten Regierungszeit Wilhelms II., des letzten deutschen Kaisers. Nach seiner Abdankung endet für die KPM die Ära eines mit dem preußischen Königshaus eng verbundenen Staatsbetriebes. Kurz darauf erfolgt ihre Umbenennung in „Staatliche Porzellan-Manufaktur Berlin“. Sie kennzeichnet die endgültige Übernahme der Manufaktur durch den preußischen Staat und ihre Fortführung als eigenständiges Wirtschaftsunternehmen.

Das KPM-Archiv (Land Berlin) und das Manufakturarchiv der KPM Berlin GmbH

Insgesamt umfasst die Aktensammlung des KPM-Archivs (Land Berlin) 477 Konvolute, von denen 50 Konvolute als Depositum des Manufakturarchivs der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin GmbH mit aufgenommen worden sind (Archivsignatur 427-477). Auf diese Weise konnte der u. a. für die Gründungsgeschichte des Unternehmens wichtige frühe Quellenbestand in die Aktenerfassung einbezogen werden.

Nach wechselnden Besitzverhältnissen wird die Manufaktur seit 2006 als Privatunternehmen in der Rechtsform einer GmbH geführt. Die KPM Berlin GmbH verfügt über ein eigenes Manufakturarchiv, das vornehmlich die jüngeren Aktenbestände des 20. und 21. Jahrhunderts umfasst. Für die öffentliche Nutzung dieser Archivbestände gilt eine eigene von der Manufaktur erlassene Gebühren- und Benutzungsordnung (Auskünfte unter archivanfragen(at)kpm-berlin.de).

Die vielfältigen historischen Sammlungsbestände der KPM hingegen befinden sich heute im Eigentum des Landes Berlin und werden als eigenständiges Archiv unter der Bezeichnung „KPM-Archiv (Land Berlin)“ geführt. Die Verwaltung dieser Sammlungsbestände obliegt der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG). Als wissenschaftliche Einrichtung fördert sie die Erschließung der Archivbestände, sorgt für ihre konservatorische Betreuung und ermöglicht ihre öffentliche Zugänglichkeit. 

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Inhaltliche Gliederung des Bestandes

Bei der Erfassung des Bestandes ist die historische Struktur der Aktenablage, wie sie von der Manufaktur seit ihrer Gründung bis in das 20. Jahrhundert entwickelt und fortgeführt wurde, im Wesentlichen beibehalten worden. Sie bildet zugleich das Grundgerüst für die inhaltliche Gliederung der Bestände. Aktenkonvolute, die dieser Struktur aufgrund unbekannter Altsignaturen oder spezifischer inhaltlicher Merkmale nicht zugeordnet werden konnten, sind in neu entwickelten Bestandsgruppen erfasst worden.

Insgesamt lässt sich der KPM-Aktenbestand in folgende Themenkomplexe gliedern:

  • Unterhalt der Manufakturgebäude,
  • Bauakten,
  • Personalwesen,
  • Handel,
  • Verwaltung,
  • Materialbeschaffung,
  • Maschinenbau,
  • technische Innovationen,
  • Verkaufs-Ausstellungen und -niederlassungen,
  • Finanzbuchhaltung sowie
  • Bestellvorgänge und Modellentwicklungen.

Sonderbestände

Einen Sonderbestand bilden die Akten zur Königlichen Gesundheitsgeschirr-Manufaktur (Archivsignatur 247–263). Diese war 1795 als eigene Abteilung der KPM gegründet worden, um preiswertes Gebrauchsgeschirr für bürgerliche Haushalte zu produzieren. Durch diese Maßnahme sollte den gesundheitsschädlichen Bleiglasuren einfacher Töpferwaren entgegengewirkt werden. Aufgrund ihres wirtschaftlichen Erfolgs wurde die Gesundheitsgeschirr-Manufaktur 1818 in ein eigenständiges Unternehmen umgewandelt, bis sie 1866 aufgelöst und ihr Produktangebot wieder in den Herstellungsbereich der KPM übernommen wurde.

Weitere Sonderbestände stellen die königlichen Auftrags- und Rechnungsbücher dar (Archivsign. 352–355), welche die höfischen Bestellvorgänge dokumentieren, sowie die firmen- und technikgeschichtlichen Manuskripte des KPM-Direktors Georg Frick (Archivsign. 468–477). Während seiner Amtszeit als Manufakturdirektor von 1832 bis 1848 hat Frick das Unternehmen zu einer der technisch leistungsfähigsten Porzellanmanufakturen der Zeit entwickelt und damit die grundlegenden Weichen für die Produktion der KPM im 19. Jahrhundert gelegt.

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Der vorangehende Text ist eine leicht gekürzte Fassung des Vorwortes zum Aktenverzeichnis des KPM-Archivs (Land Berlin), das wir auf dieser Seite als PDF-Dokument zum Download (325 kB) zur Verfügung stellen.

Hausadresse

Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
KPM-Archiv (Land Berlin)

Wissenschafts- und Restaurierungszentrum (WRZ)
Haus 2 B
Zimmerstraße 10-11
14471 Potsdam

Kontakt

Eva Wollschläger SPSG | Abteilung Schlösser und Sammlungen Kustodin KPM-Archiv
Fax: 0331.96 94-104

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