Tafelkultur-Erbe

Teilen Sie Ihr persönliches Tafelkultur-Erbe mit den Besucher_innen

Teilen Sie im Europäischen Kulturerbejahr „Sharing Heritage“ Ihre ganz persönliche Tafelkultur (Teller, Tasse, Glas, Besteck, Vase, Tischdekoration …) sowie Ihre Geschichte dazu – hier digital oder in der Ausstellung „Tischlein deck dich!“ in den Römischen Bädern im Park Sanssouci.

Kommt bei Ihnen zu besonderen Anlässen „das gute Porzellan“ auf den Tisch? Gibt es ein Objekt, mit dem Sie besondere Erlebnisse oder schöne Erinnerungen verbinden? Haben Sie ein geliebtes Erbstück, das wie kein anderes zu Ihrem Leben gehört? Zeigen Sie es uns, wir freuen uns darauf!

Sie haben die Wahl: Kommen Sie in unsere Ausstellung in den Römischen Bädern in Sanssouci und bringen Sie ein Foto von Ihrem Objekt mit. Dieses können Sie an unsere Pinnwand hängen und so Ihre persönliche Tafelkultur allen Besucher_innen erzählen.

Oder Sie schicken uns ein Foto rund um Ihr Lieblingsobjekt sowie den ausgefüllten Fragebogen per E-Mail: ZuTisch@spsg.de, wir laden es für Sie auf dieser Seite hoch.

TISCHLEIN DECK DICH – MEIN AUSSTELLUNGSOBJEKT



Silke Hollender: Kaffee-/Teekanne

Name
Silke Hollender

Objekt
Kaffee-/Teekanne

Material
blaue Emaille

Seit wann ist das Objekt in Ihrem Besitz?
seit Sommer 1982

Welche Geschichte verbinden Sie mit dem Objekt?
Diese kleine Kanne habe ich 1982 in einem Wander-Urlaub im „sozialistischen Bruderland“ Rumänien gekauft. Als DDR-Bürgerin standen uns nur diese Länder offen, um die Welt zu erkunden. Zu dieser Zeit studierte ich und suchte interessante und schöne Stücke für meinen ersten eigenen Haushalt. Das Angebot in der DDR war da eher begrenzt. Meiner Freundin und mir gefiel diese originelle Kanne. Wir kauften jeweils eine und schleppten sie in unseren Kraxen den gesamten mehrwöchigen Urlaub durch Rumänien.

Meine Freundin wanderte im Sommer 1989 nach Frankreich aus und nahm ihre Kanne natürlich mit. Sehr froh waren wir, dass wir uns, durch die „Wende“ bedingt, bald wiedertreffen konnten. Wir besuchen uns regelmäßig und trinken Tee aus der kleinen blauen Emaillekanne der anderen. Gern erinnern wir uns dann an die Geschichte dieser Kannen, die mit der unserer Freundschaft und den gesellschaftlichen Umwälzungen vor fast 30 Jahren verbunden ist.

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Julius Burchard: Pfeffermühle

Name
Julius Burchard

Objekt
Pfeffermühle

Seit wann ist das Objekt in Ihrem Besitz?
seit etwa 20 Jahren

Welche Geschichte verbinden Sie mit dem Objekt?
Diese Pfeffermühle ist ein Erbstück meiner Großtante und leistet mir seit nunmehr fast zwei Jahrzehnten treue Dienste, wenn es in der Küche oder beim Essen etwas zu pfeffern gibt. Ich mochte es als Kind, bei meiner Großtante in der Küche zu sitzen und ihr beim Kochen zuzusehen. Es wäre ihr allerdings nie eingefallen, die Mühle aus der Küche zu nehmen und auf ihre meist festlich gedeckte Tafel zu stellen: Dort gab es filigrane Salz- und Pfeffer-Mühlen. Die Wohnung meiner Großtante war voller Teppiche und reich ornamentierter Dinge, so dass mir die Pfeffermühle in ihrer schlichten Sachlichkeit immer besonders ins Auge fiel.

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Björn Ahlhelm: Emaille-Tasse

Name
Björn Ahlhelm

Objekt
Emaille-Tasse

Material
Metall, Textil, Klebstoff

Seit wann ist das Objekt in Ihrem Besitz?
seit dem Sommer 1993

Welche Geschichte verbinden Sie mit dem Objekt?
Die Tasse habe ich mir für meine erste größere Wandertour zugelegt. Mit drei Freunden fuhr ich mit knapp 15 Jahren für drei Wochen in die Niedere Tatra in der Slowakei. Auch bei den folgenden Urlauben begleitete mich die Tasse, sei es im Faltboot in Mecklenburg, trampend Richtung Spanien oder mit dem Rucksack durch Westgrönland. Nach einiger Zeit begann ich, die Daten und Orte der Reisen auf der Tasse einzugravieren, als Erinnerung an die zahlreichen Erlebnisse.

Leider hat sich die Tasse im Grunde als recht unpraktisch erwiesen, da warme Getränke rasch auskühlen und der Griff natürlich im Gegenzug recht warm wird. Mit dem Lenkerband habe ich zumindest versucht, diesem Umstand abzuhelfen, und natürlich muss die Tasse aus Prinzip immer mit, auch wenn die Reisen seltener werden.

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Angelika Weller-Eylert: Tischglocke

Name
Angelika Weller-Eylert

Objekt
Tischglocke, hergestellt um 1900 in Paris

Material
Messing

Seit wann ist das Objekt in Ihrem Besitz?
1979, Erbe von Schwieger-Großmutter

Welche Geschichte verbinden Sie mit dem Objekt?
Die Vorstellung, dass im großbürgerlichen Haushalt der Schwieger-Großeltern mit dieser Tischglocke ihre jeweilige „Minna“ zum Abservieren herbeigeklingelt wurde, amüsierte mich und meine Kinder immer. Bei Festessen stellten wir das Teil auf die Tafel und „taten extrem vornehm“. 

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Christine Tilgner: Teeservice

Name
Christine Tilgner

Objekt
Teetassen, Untertassen und Kuchenteller

Material
Porzellan

Seit wann ist das Objekt in Ihrem Besitz?
Erbe von meiner Oma

Welche Geschichte verbinden Sie mit dem Objekt?
Ich habe von meiner Oma 3 Teetassen, Untertassen und Kuchenteller der Marke „Alt-Bayern“, Bavaria mit feinem Blumendekor in Lila geerbt. Die dazugehörige Geschichte ist traurig, sollte aber nicht vergessen werden: Eine jüdische Familie, die aus Litauen stammte, gab dieses feine Teeservice meiner Oma mit der Bitte es aufzuheben, bis die Familie wiederkäme. Wie es weiterging mit den jüdischen, deportierten Familien, wissen wir alle.
Wir halten dieses Geschirr in Ehren und erzählen auch immer wieder die dazugehörige Geschichte.
Weitere „Leihgaben“ dieser Art sind mir nicht bekannt in unserer Familie.

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Andreas Kalesse: Mokkatassen

Name
Andreas Kalesse

Objekt
8 Tassen mit Untertassen, 1 Kanne, 1 Milchkännchen, 1 Zuckerdose

Material
Porzellan von verschiedenen Herstellern

Seit wann ist das Objekt in Ihrem Besitz?
Seit den 1920er/30er Jahren im Besitz meiner Oma, von ihr geerbt

Welche Geschichte verbinden Sie mit dem Objekt?
Aus diesem Sammelsurium, das mir als Kind immer als sehr wertvoll erschien, wurde zu feierlichen Anlässen „Mokka“ getrunken. Wir Kinder durften natürlich niemals daran! Die Familie empfand das aber stets als einen feierlichen Moment, wenn der Tisch damit dekoriert wurde. Der „richtige“ Kaffee wurde zu Geburtstagen etc. aus Sammeltassensets getrunken, von denen ich auch noch einige habe.

Meine Oma war auf diese Porzellane sehr stolz. Meine Großeltern mütterlicherseits kamen aus Hinterpommern, wo sie in einfachen bäuerlichen Verhältnissen lebten. Sie wohnten schon vor dem Krieg überwiegend in Berlin, weil es in Hinterpommern nicht genügend Arbeit gab. Das Porzellan wird sich meine Oma also in Berlin zusammengekauft haben oder es wurde ihr geschenkt. Ich kann leider niemanden mehr danach fragen.

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Hans-Jürgen K.: Flaschen und Gläser

Name
Hans-Jürgen K.

Objekte
1 Schweppes Eggbottle
2 Bottlestand (Flaschenständer)
3 „Cordial“-Flasche für Fruchtsirup
4 Sodashot-Glas (Brunnenglas)

Material
1 Geprägtes Glas, handgeblasen
2 Versilbert
3 Geprägtes Glas, maschinengeblasen
4 Graviertes Trinkglas

Entstehungszeit   
ca. 1890, „Cordial“-Flasche ca. 1920

Meister (Signatur)    
1 Schweppes & Co (Melbourne)
2 Leuwars & Son (Piccadilly London)
3 Schweppes Ltd. (London)
4 Unbekannt

Ursprungsland   
Australien, England, Deutschland

Seit wann sind die Objekte in Ihrem Besitz?
In meinem Besitz seit 2016

Welche Geschichte verbinden Sie mit den Objekten?
In meinem Marketing-Cabinet in Potsdam sind Meilensteine weltweiter Erfrischungsgetränke seit dem 17. Jahrhundert versammelt. Die ausgestellten Objekte englischer Provenienz um 1880/1920 könnten durchaus am Potsdamer Hof bekannt gewesen sein. Seit 1783 stellte Jacob Schweppe in Genf und London als erster industrielles Sodawasser her und wurde 1836 Hoflieferant in England. Eine Flasche artifizielles Sodawasser kostete so viel wie eine Flasche Champagner, es war im 19. Jahrhundert noch ein Trink-Luxus.

Sodawasser hatte einen hohen Innendruck, ähnlich dem Champagner. Flache Flaschenböden ihrer Zeit waren dem nicht gewachsen. Die "Eggbottles" hatten daher Spitzböden und wurden liegend transportiert, um den verdrahteten Naturkorken feucht und damit dicht zu halten. Solche Flaschen waren im 19. Jahrhundert Luxusartikel in großbürgerlichen Kreisen und bei Hof. Am Tisch der englischen Königin Viktoria wurden die Eggbottles mit „Bottlestands“ standfest serviert. Dieses Exemplar mit Handgriff ist besonders selten. Das Sodawasser wurde aus sogenannten „Sodashot“-Gläsern verkostet, die auch im Bäder-Betrieb verwendet wurden.
In den „Cordial“-Flaschen wurde Limonensirup serviert, den man mit Sodawasser zum Mixen von Cocktails verwendete. Die Flasche ist dekorativ gestaltet als Schauobjekt für Bars und gehobene Salons im Dampfschiffverkehr (Europa/USA/Übersee). Die Flasche des Hoflieferanten ziert das Wappen des englischen Königshauses: „Coat of Arms“.

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Helmut S., Potsdam: Essschüssel mit Schulterstücken

Name
Helmut S.

Objekte
Essschüssel mit Schulterstücken

Material
Aluminium, Stoff

Entstehungszeit   
1952

Ursprungsland   
UdSSR

Seit wann sind die Objekte in Ihrem Besitz?
Seit 1992

Welche Geschichte verbinden Sie mit den Objekten?
Die grobe und verbeulte Essschüssel mit dem eingeschlagenen Stempel auf der Unterseite trägt kyrillische Buchstaben und die Jahreszahl 1952. Zwei Schulterstücke bezeugen den fast fünfzigjährigen Aufenthalt der sowjetischen Armee in einem Stadtgebiet von Potsdam. Die drei Teile gehören zu Fundstücken aus der Leistikowstraße und wurden im Jahre 1994 geborgen.
Ich selber bin leidenschaftlicher Sammler und unter anderem sehr an regionaler Geschichte interessiert. Diese Fundstücke sind für die regionale Geschichte Potsdams einzigartig und durften somit in meiner Sammlung nicht fehlen.

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Ursula F., Potsdam: Kakaokanne

Name
Ursula F., Potsdam

Objekte
Kakaokanne

Material
Porzellan

Welche Geschichte verbinden Sie mit dem Objekt?
In den Kriegsjahren war Kakao eine Seltenheit. Daher kam diese Kanne nur selten zum Einsatz. Ich fand diese Kanne mit dem Sieb im Deckel aufregend. In anderen Familien habe ich so etwas noch nicht gesehen. Jahre später habe ich irgendwo solch eine Kanne gefunden und diese erworben, da sie mich an meine Kindheit erinnerte.

Nach der Wende versuchte ich eine Firma für diese Kannenart zu interessieren, leider ohne Erfolg. Wer gern warme Milch trinkt und die sich bildende Haut nicht mag, würde solch ein Gefäß gewiss gern nutzen.

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SHARING HERITAGE: Ihre Lieblingsrezepte!