StilBRUCH?

Die Moderne im Wiederaufbau von Schloss Charlottenburg

Online-Ausstellung

Im Mai 2021 wird die SPSG erstmals eine aufwendige Online-Präsentation veröffentlichen. Die Ausstellung auf der Plattform Google Arts & Culture widmet sich der Rolle der Moderne im Prozess des Wiederaufbaus von Schloss Charlottenburg. Der Schwerpunkt liegt auf dem zeitgenössischen Deckenbild des Malers Hann Trier (1915-1999) von 1972 im Weißen Saal des Neuen Flügels. Diesem war eine langjährige Diskussion über eine mögliche Rekonstruktion des – vom preußischen Hofmalers Antoine Pesne (1683-1757) geschaffenen – barocken Deckenbildes vorausgegangen. Die Ausstellung liefert einen Beitrag zur Rekonstruktions-Debatte, die seit der Wende mit Bauprojekten wie dem Berliner Humboldt Forum oder zuletzt dem Paradeappartement im Dresdner Schloss neu entfacht wurde. Nicht nur die neuen Erkenntnisse aus Archivmaterialien der 1940er bis 1970er Jahre und der Fund der großen Entwürfe zum Deckenbild erlauben einen Einblick in die spannende Zeit des Wiederaufbaus, sondern auch Interviews mit Zeitzeugen.

Fünf frei wählbare Themenschwerpunkte informieren die Besucherinnen und Besucher der Onlineplattform über den unterschiedlichen Umgang mit kriegszerstörten Schlössern in Berlin und der Rolle der ehemaligen Direktorinnen und Direktoren der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Berlin Margarete Kühn (1902-1995) und Martin Sperlich (1919-2003) beim Wiederaufbau von Schloss Charlottenburg. Die verschiedenen denkmalpflegerischen Ansätze, die im Schloss umgesetzt wurden, werden vorgestellt und besonders der Umgang mit den verlorenen Deckenbildern beleuchtet. Das verlorene Deckenbild von Antoine Pesne im Weißen Saal wird in den Fokus gerückt sowie der langjährige, öffentlich geführte Entscheidungsprozess über den Umgang mit diesem Verlust dargestellt. Hann Trier und seine vielen Entwürfe für den Weißen Saal spielen dabei eine besondere Rolle, aber auch die Entwürfe für eine mögliche Rekonstruktion von Karl Manninger (1912-2002) werden vorgestellt. Die Auswirkungen der Debatte um das Deckenbild im Weißen Saal auf Folgeprojekte im Schloss Charlottenburg und die Kunst Hann Triers bilden den Abschluss, bevor der Bogen in die Gegenwart gezogen wird: Persönlichkeiten, die sich theoretisch oder praktisch mit der Thematik beschäftigen, geben kurze Statements zur Frage: Die Moderne heute in der Denkmalpflege – eine Alternative?

Als Ergänzung zur virtuellen Präsentation wird 2022 eine Sonderausstellung im Neuen Flügel von Schloss Charlottenburg gezeigt. Dort werden unter anderem die Entwürfe Hann Triers und Karl Manningers zum Weißen Saal zu sehen sein.

demnächst online auf Google Arts & Culture

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