Vier Bäume für die Familienbande

01.01.2019 – Großeltern schenken ihren Enkeln Baumpatenschaften im Welterbepark Sanssouci

Die zunehmenden Wetterextreme und ihre Folgen, deutliche Zeichen des Klimawandels, machen sich auch in den Gärten der SPSG immer stärker bemerkbar. 2018 war das Jahr außergewöhnlicher Hitze und Trockenheit, von 2017 blieben die wiederholten Starkregen und Stürme im Gedächtnis. Die größten Schäden in den Schlösserparks hinterließ Sturmtief Xavier im Oktober 2017. Die traurige Bilanz – 500 Bäume Totalverlust, 600 mit schweren Kronenschäden – löste unmittelbar danach eine große Spendenbereitschaft aus. Firmen und Institutionen der Region sowie viele Privatpersonen aus Nah und Fern boten ihre Unterstützung für Nachpflanzungen an. Auch Karin und Horst Prager aus Potsdam, die allein oder mit Familie oft und gern in Sanssouci spazieren gehen, wollten einen Beitrag leisten, um die Schönheit des Parks zu bewahren. Sie hatten eine zukunftsweisende Idee: eine Baumpatenschaft für alle vier Enkelkinder. Bei einem gemeinsamen Familienfrühstück kam der Vorschlag zur Sprache. Und wie haben die Enkel reagiert? Ein Baum zum Geburtstag? Hat man als Kinder und Jugendliche nicht andere Wünsche? »Am Anfang schauten sie schon etwas verdutzt«, erzählt Horst Prager und lacht, »aber dann haben wir es ihnen schmackhaft gemacht und sie waren begeistert. Schließlich hat nicht jeder Mensch einen >eigenen< Baum im UNESCO-Welterbepark.« Lena gibt dem Opa recht: »Der Park Sanssouci ist schon ein besonderer Ort und so ein Baum ja auch etwas für die Ewigkeit«, sagt die 17-Jährige. Gemeinsam mit ihrer vier Jahre älteren Schwester Marie, seit einem Unfall im Rollstuhl, war sie aus Greifswald zum Pflanztermin angereist. Karla, 13, und ihr Bruder Richard, 7, von den Eltern begleitet, hatten es aus Babelsberg nicht so weit.

Die Entfernung zwischen den Familien der beiden Prager-Töchter ist ein weiterer Grund für die vierfache Baumspende der Großeltern. »Der Familienzusammenhalt ist uns allen sehr wichtig«, betont Horst Prager. Die Baumgruppe soll zu einem der regelmäßigen Treffpunkte werden, »ein Ort, an dem alle etwas gemeinsam haben, auch noch in vielen Jahren.« Wegen der anhaltenden Trockenheit konnten die Bäume erst im November gepflanzt werden. Die jungen Baumpaten griffen unter Anleitung der Stiftungsgärtner fröhlich zu Schaufel und Wasserschlauch, um »ihren« schutzbedürftigen Bäumchen erste Kraft zu geben. Marie und Richard hatten sich beide für eine Papierbirke entschieden, Lena für eine Kastanie und Karla hatte eine Hainbuche gewählt. »Ich werde sie Heinrich nennen.« Oma Karin schlägt »Heini von Sanssouci« vor. Die Namenswahl blieb zunächst unentschieden. Karla findet noch eine treffende Begründung für ihre Baumpatenschaft: »Zum einen sind Bäume gut für ein gesundes Klima, zum anderen ist man damit doch wortwörtlich mit dem Ort, also mit Potsdam und Sanssouci, verwurzelt.«

Nun nehmen die vier jungen Bäume »den Platz ihrer vom Sturm gefällten Vorfahren ein«, wie Marie kommentiert. Sie stehen an einer Weggabelung in Nachbarschaft zum Freundschaftstempel. Dieser offene Rundpavillon nach römischem Vorbild war ein Freundschaftsbeweis Friedrichs des Großen zum Andenken an seine Lieblingsschwester, die Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth. Um Freundschaft, genauer: um enge Familienbande geht es auch den drei Generationen der Familie Prager.

Schlösser und Gärten

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