Kleine Schmuckstücke mit großer Wirkung

01.10.2017 – Begleitend zur Pückler-Ausstellung erhielt der Park Babelsberg gartenkünstlerische Juwelen zurück

Delfine in ihrem Element

Im Gesicht ein verschmitztes Lachen reißen sie fröhlich ihre Mäuler weit auf und spucken jeweils einen kräftigen Strahl Wasser in eine Brunnenschale, deren Überfluss in ein tiefer gelegenes Becken plätschert. Hinreißend sehen sie aus, die sechs kleinen Delfinköpfe, die als Wasserspeier am Jubiläumsbrunnen im Park Babelsberg fungieren.

Kein Wunder, dass sich Ira Schwarz sofort in sie verliebte, obwohl sie zunächst nur Fotos eines Gipsmodells sehen konnte. Gemeinsam mit ihrem Partner Dieter Mann beschloss sie, „die soll kein anderer haben“. Natürlich wollte das Paar aus Berlin, das geschäftlich auch mit Potsdam verbunden ist, die Delfine nicht für sich, vielmehr ermöglichten beide mit einer großzügigen Spende an die Stiftung, dass die tierischen Wasserspeier rekonstruiert werden konnten.
Ira Schwarz und Dieter Mann lieben die Schlösser und Parks und freuen sich bei jedem Spaziergang darüber, wie nach und nach „das Gestrüpp verschwand und Schönheit und Pracht in den Park Babelsberg zurückgekehrt sind.“ Beide engagieren sich seit Jahren bei den Freunden der Preußischen Schlösser und Gärten. Als Mitglieder in diesem Förderverein, der unter anderem auch die Restaurierung des Paradebetts unterstützt, kommen sie regelmäßig in den Genuss von Expertenführungen. Anlässlich der Eröffnung der Pückler-Ausstellung führte SPSG-Generaldirektor Hartmut Dorgerloh durch den Park Babelsberg, um begeistert die 2016 wiedergewonnenen Wasserspiele vorzuführen und darauf aufmerksam zu machen, wo der „krönende Abschluss“ noch fehlt. „Das machte er schon sehr deutlich und sehr überzeugend“, erzählt Dieter Mann.
Dazu gehörte auch der Jubiläumsbrunnen auf der Voltaire-Terrasse vor dem Tanzsaal des Schlosses Babelsberg. 1854 war er als Geschenk zur Silberhochzeit des damaligen Kronprinzenpaares Wilhelm und Augusta aufgestellt worden. Den Brunnen krönte eine Heroldsfigur, die seit Kriegsende verschollen ist. Von den ursprünglich sechs Delfinköpfen aus Zinkguss war ein stark korrodiertes Exemplar erhalten. Von diesem Original wurde in der Restaurierungswerkstatt der SPSG ein Gipsabguss gefertigt, die der Kunstgießerei Wilfried Hann in Altlandsberg als Muster für die Nachgüsse in Bronze dienten, die anschließend ziseliert und patiniert wurden.

Nun zieren die sechs Delfinköpfchen, jedes zwölf mal zwölf Zentimeter groß, in gleichmäßigem Abstand eingelassen in das sechseckige Kapitell auf einer Marmorsäule den 2016 wiederhergestellten Jubiläumsbrunnen: „der Punkt auf dem i“, freut sich Dieter Mann. Ira Schwarz ergänzt bescheiden, es sei doch nur „ein winziger Beitrag für den großen wunderbaren Park. Aber es macht einfach Spaß, mithelfen zu können, dass wieder etwas Schönes entsteht.“

Aufwendige Restaurierung der kleinen Astbrücke abgeschlossen

Etwas Schönes mit augenfälliger Wirkung wurde dem Park Babelsberg auch mit der „kleinen Astbrücke“ zurückgegeben. Schneller als von der Stiftung geplant, konnte die Brücke mit ihren kunstvoll geschmiedeten Geländern,  die aussehen wie aus Ästen verflochten, restauriert und während der Laufzeit der Pückler-Ausstellung wieder aufgestellt werden.

Jens Hunger ist der großzügige Spender, der sich über die finanzielle Zuwendung hinaus auch praktisch engagierte. Der Jurist aus Potsdam nutzte jede freie Zeit, um in der Hofschmiede des Kunstschmieds Torsten Theel intensiv an der Restaurierung mitzuwirken. Als „Edelpraktikant“ freut sich Hunger besonders über das schöne Gefühl, „dass man am Ende des Tages sieht, was man geschaffen hat und es anfassen kann.“
Besonders emotional war für ihn der Moment, als die Brücke nach rund sechs Monaten Arbeit an ihren historischen Standort zurückgebracht wurde. Nun führt sie wieder über ein nachmodelliertes Trockental und verbindet auf einem erneuerten Fußweg die Hofgärtnerei mit dem Flatowturm. Dieser Parkbereich wurde ab 1865 durch Otto Ferdinand Kindermann angelegt, der – in Pücklers Branitz ausgebildet – die Parkgestaltung des „grünen Fürsten“ im Stil des englischen Landschaftsgartens künstlerisch fortsetzte.
Bei einem Besuch in Babelsberg 1868 sah Hermann Fürst von Pückler-Muskau seine Ideen durch Kindermanns Gestaltung bestätigt.

Schlösser und Gärten

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