Generalsanierung Schloss Pfaueninsel

Schloss Pfaueninsel. Foto: Michael Lüder

Schloss Pfaueninsel ist seit August 2018 für die Durchführung einer Generalsanierung geschlossen. Derzeit untersuchen Gutachter und Planer das Bauwerk vom Keller bis zum Dach auf Schadensursachen. Dann können Restauratoren und in der Denkmalpflege erfahrene Handwerker die erforderlichen Maßnahmen durchführen.

Schloss Pfaueninsel wurde 1794 bis 1795 vom Potsdamer Zimmermeister Johann Gottlieb Brendel für König Friedrich Wilhelm II. (1786-1797) und seine frühere Mätresse und enge Vertraute, Wilhelmine Ritz, als ländlicher Rückzugsort errichtet. Das Schloss und der Landschaftspark Pfaueninsel sind Teil des UNESCO-Weltkulturerbes „Schlösser und Gärten von Potsdam und Berlin“. Der Bau zitiert äußerlich die Form eines „römischen Landhauses“, das man sich damals als ruinenhafte Kastellburg vorstellte. Bei näherer Betrachtung offenbart sich die Fassade dann als hölzerne Staffage.
Als Kontrast dazu birgt das Innere aufwendige, im neuesten Stil der Erbauungszeit gestaltete Schlossräume, die mit ihrer Ausstattung gleichermaßen auf die Antike wie auf ferne Südseeländer verweisen. Dass sich Innenräumen aus der Zeit um 1800 bis heute gänzlich unverändert erhalten haben, ist einmalig in der Berlin-Brandenburgischen Kulturlandschaft. Umso bemerkenswerter ist der Zustand angesichts einer von Anfang an nur bedingt wetterdichten Holzverschalung der Fachwerkaußenwände, die seit dem 19. Jahrhundert immer wieder zu ersetzen war.

Heute, rund 45 Jahre nach der letzten großen Sanierung, ist die Wirksamkeit der Holzverschalung erneut soweit durch Witterungseinflüsse beeinträchtigt, dass auch das darunterliegende Fachwerk in Mitleidenschaft gezogen wird. Der Umfang dieser Folgeschäden ist bisher noch nicht untersucht worden. Die Herausforderung liegt bei der anstehenden Sanierung darin, dass der Austausch der Außenhaut und die Ertüchtigung der Konstruktionshölzer unter größtmöglicher Schonung der Substanz des Inneren zu erfolgen hat.

Die Schließzeit wird rund sechs Jahre dauern, da überwiegend nur im Sommerhalbjahr gearbeitet werden kann, um die empfindlichen, originalen Oberflächen im Gebäudeinneren zu schonen. Die Pfaueninsel als beliebtes Ausflugsziel im Berliner Südwesten bleibt trotz der Bauarbeiten am Schloss durchgehend für Besucher zugänglich. Geöffnet bleibt in den Sommermonaten auch die Meierei auf der Pfaueninsel.

Schlösser und Gärten

Zuwendungsgeber

Das Sonderinvestitionsprogramm für die preußischen Schlösser und Gärten (Masterplan) wird gefördert durch den Bund (Staatsministerin für Kultur und Medien) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages sowie aus Mitteln der Länder Berlin (Senatsverwaltung für Kultur und Europa) und Brandenburg (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur).

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