Abgeschlossen | Wissenschafts- und Restaurierungszentrum

Wissenschafts- und Restaurierungszentrum, Ostgiebel Papierrestaurierung
Hof zwischen Alt- und Neubau des Wissenschafts- und Restaurierungszentrums
Modernes Treppenhaus im Wissenschafts- und Restaurierungszentrum
Hans-Otto-Theater, Haupteingang
Blick auf die Baustelle im Juli 2014
Richtfest am 10.11.2014
Wissenschafts- und Restaurierungszentrum

Am Standort des ehemaligen Hans-Otto-Theaters in der Potsdamer Zimmerstraße ist ein Neubau entstanden, in dem die Kunstwerke optimal betreut und zugänglich gemacht werden können.

Im Neubau des Wissenschafts- und Restaurierungszentrums (WRZ) auf dem Gelände des ehemaligen Hans-Otto-Theaters in Potsdam haben verschiedene wissenschaftliche Einrichtungen, Archive und Restaurierungswerkstätten der SPSG, die zuvor im Neuen Palais und anderen Schlössern oder Nebengebäuden untergebracht waren, einen neuen Standort gefunden. Der Grundstein wurde im September 2013 gelegt, am 10. November 2014 konnte das Richtfest und am 8. Juni 2017 die Einweihung gefeiert werden.

Federführend für den Entwurf des Neubaus war das Architekturbüro Staab Architekten aus Berlin.
Das Ensemble zeichnet sich nicht nur durch eine zielgerichtete Funktionalität aus, sondern ist auch äußerst behutsam in den südöstlichen Rand des Parks Sanssouci eingegliedert. Die vielfältigen Sichtachsen aus dem Park und die historisch belegten Nutzungen sind in den Planungen von Anfang an berücksichtigt worden. Als Grundlage fanden im Vorfeld Baukörpersimulationen und umfangreiche Abstimmungen mit den zuständigen Behörden der Denkmalpflege statt.

Grundgedanke des Entwurfs war eine zusammenhängende Struktur von fünf Baukörpern mit verbindenden Zwischenzonen. In Anknüpfung an das Motiv der in diesem Bereich nachzuweisenden historischen Gewächshausbebauung fügen sich die Baukörper mit ihren flach geneigten Satteldächern harmonisch in ihr Umfeld ein. Im Zusammenspiel der neuen Gebäude ist eine bewegte Staffelung vom Park bis zur Stadtkante entstanden. Die in Lage, Größe, Dachneigung und Höhe differenzierten Baukörper vermitteln in ihrer Maßstäblichkeit behutsam von der Parklandschaft zur städtischen Bebauung.

Im rund 5000 m² großen Außenraum zwischen neuer Bebauung und dem Park Sanssouci ist in Anlehnung an das angrenzende Ananasrevier ein Garten mit Obstbaumbepflanzung in die historischen Anlagen eingebettet worden. Die Fassaden- und Dachoberflächen wurden zurückhaltend aus denkmalgerechten und würdig alternden, in ihrer Wirkung lebendigen Materialien hergestellt.

Das Gelände wurde historisch als Gastronomie genutzt. Nach Kriegsende wurde es vom Hans-Otto-Theater genutzt, das dort knapp fünf Jahrzehnte seine feste Spielstätte hatte, bevor es 2006 an seinen jetzigen Standort in die Schiffbauergasse zog. Das Vorderhaus und Teile des Seitenflügels sind auf Grund ihrer bauhistorischen Bedeutung eingetragenes Denkmal in der Denkmalliste der Stadt Potsdam. Der Neubau ist direkt mit dem Seitenflügel des Vorderhauses verbunden. Der dadurch entstandene Innenhof vermittelt zwischen Neu- und Altbau. Die vorhandene Raumstruktur des Vorderhauses bleibt erhalten, die ehemalige Kassenhalle wurde restauriert.

In dem ca. 10.000 m² großen Gebäudeensemble sind folgende Einrichtungen der SPSG untergebracht:

  • Gemälde- und Rahmenrestaurierung
  • Fotowerkstatt
  • Naturwissenschaftliches Labor
  • Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) mit
    • Fotothek: Sammlung historischer Glasplattennegative 1890-1945 (ca. 20.000 vorwiegend S/W-Aufnahmen), historische Kleinbilddiadokumentation 1945-1990 (ca. 50.000), Bestand Farbaufnahmen (ca. 30.000)
    • Wissenschaftlicher Präsenzbibliothek (ca. 64.000 Bände)
    • Dokumentation: Plan-Dublettensammlung (ca. 10.000), Positivsammlung von und Bauzustandsfotografien (ca. 25.000), Negativfilme auswärtiger Archive (ca. 250), Sicherheitsverfilmung Plankammer 1980er Jahre (ca. 250), Dokumentationen (Restaurierungen, Untersuchungen, Sammlungen), Bleiplatten-Druckstöcke (vor allem 1930er Jahre), Pressespiegel- und Zeitungsausschnittssammlung, Ausstellungsdokumentation
    • Archiv (ca. 500 laufende Meter Akten einschließlich des Bestandes der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Berlin (West))
  • Graphische Sammlung
  • Textilrestaurierung
  • Archiv der KPM Königlichen Porzellanmanufaktur Berlin (Land Berlin) mit
    • Graphik (ca. 32.000 Objekte)
    • historischen Fotografien (ca. 7.000 Objekte)
    • Textilien (ca. 100 Objekte)
    • Glasplattennegativen (ca. 3000 Objekte)
    • Gemälden (ca. 180 Objekte)
    • Akten (ca. 500 Objekte)
    • Bibliothek (ca. 2.800 Bände)
  • Atelier für Architektur- und Wandfassungen
  • Papierrestaurierung
  • Büros der Abteilung Schlösser und Sammlungen
  • Büros der Abteilung Restaurierung
  • Cafeteria

Mit dem Umzug dieser Fachbereiche in den Neubau wurden die konservatorischen Bedingungen für die Kunstgüter deutlich verbessert. Die räumliche Nähe zu den ebenfalls an dem Standort zentralisierten wissenschaftlichen Bereichen der Abteilung Schlösser und Sammlungen ermöglicht eine optimale wissenschaftliche und restauratorische Betreuung der Bestände.
Die Zusammenführung führt zu erheblichen Synergien hinsichtlich der internen und externen Stiftungsarbeit. Diese Effekte sowie die hervorragende Erreichbarkeit der neuen Einrichtung in zentraler Potsdamer Innenstadtlage ermöglichen eine intensive Betreuung des Fachpublikums aus dem In- und Ausland. Sie rücken damit die verborgenen Kunstbestände der SPSG nicht nur in ein neues öffentliches Licht, sondern unterstreichen auch den Ruf der SPSG als wissenschaftliche Einrichtung.

Zuwendungsgeber

Das Sonderinvestitionsprogramm für die preußischen Schlösser und Gärten (Masterplan) wird gefördert durch den Bund (Staatsministerin für Kultur und Medien) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages sowie aus Mitteln der Länder Berlin (Senatsverwaltung für Kultur und Europa) und Brandenburg (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur).

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