Abgeschlossen | Neues Palais: Erste Abschnitte

Im Neuen Palais konnten erste Projekte bereits abgeschlossen werden, Foto: Hans Bach
Unteres Fürstenquartier
Tassenkopfzimmer im Unteren Fürstenquartier
Fenstersanierung
Außenbeleuchtung
Kuppelbekrönung

Im Neuen Palais, dem größten Schlossbau der Region, konnten seit Beginn des Masterplans erste Teilabschnitte der Gesamtsanierung abgeschlossen werden:

Im Heinrichflügel und im Unteren Fürstenquartier waren umfangreiche Schwammbeseitigungen erforderlich.

Im Heinrichflügel ist die elf Räume umfassende Wohnung von Friedrichs Bruder Heinrich und seiner Gemahlin ist die größte Wohneinheit im Schloss. Aufgrund der kostbaren Wanddekorationen sowie der zwei Intarsienkabinette und dem reich mit Spiegeln ausgestatteten Konzertzimmer kann die Heinrichwohnung neben dem Appartement Friedrichs des Großen und den Festsälen als die bedeutendste Raumschöpfung innerhalb des Neuen Palais gelten.

Das südliche Intarsienkabinett ist Teil der im Erdgeschoss des nördlichen Ehrenhofflügels gelegenen Heinrichwohnung. Die hohe künstlerische Qualität und die äußerst kunstvolle Ausführung der Arbeit machen das Kabinett zu einem einzigartigen Raumkunstwerk höchster Bedeutung. Das Spindlerkabinett war an allen vier Wänden mit raumhohen hölzernen Wandverkleidungen versehen, die mit kostbaren Marquetterien der Gebrüder Spindler verziert waren.

Die stark geschädigten Tafeln wurden aus Mitteln einer Spende der Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten restauriert. Parallel dazu mussten die massiven baukonstruktiven Schädigungen, die vor allem durch massiven Befall mit dem Echten Hausschwamm verursacht sind, saniert werden. Durch den großen Schädigungsgrad erstreckt sich die Baumaßnahme auf drei Räume im Erdgeschoss, die darunterliegenden Kellerräume sowie zwei Räume im 1.Obergeschoss.

Unter der Maßgabe eines möglichst weitgehenden Erhalts von Originalsubstanz wurden komplexe Sonderverfahren zur Behandlung des Echten Hausschwamms eingesetzt. Zur Überwachung der Holzfeuchte und somit Vermeidung erneuter Schäden erfolgt in den kritischen Bereichen ein Monitoring über elektronische Messfühler.

Mit Ausnahme des Intarsienkabinetts ist zunächst nur eine Instandsetzung der Baukonstruktion sowie eine Sicherung der Oberflächen vorgesehen. Eine vollständige Restaurierung der Raumoberflächen steht noch aus.

Die im Obergeschoss neben dem Marmorsaal gelegene Große Kammer musste schon 2007 für die Besucher gesperrt werden, da der Fußboden sehr große Schwingungen aufwies und sich Risse an der Unterseite der Decke zeigten. Nach Ausbau des Parkettfußbodens zeigte sich ein komplexes Schadensbild, das eine Sanierung und konstruktive Ertüchtigung der gesamten Decke erforderlich machte. Auf der Fassadenseite wurde die Auflagersituation aller Deckenbalken durch Austausch der Schwelle und Anlaschungen verändert. Zur statischen Ertüchtigung des Raumes, der einen zentralen Punkt in der Besucherführung im Neuen Palais darstellt, wurde der Boden mit Brettschichtplatten verstärkt. Bis auf die Restaurierung des ausgebauten Parkettbodens und Malschichtsicherungen wurden nur baukonstruktive Arbeiten durchgeführt. Die baukonstruktiven Maßnahmen sowie die Restaurierung und der Wiedereinbau des Parkettbodens wurden im ersten Quartal 2009 abgeschlossen. Die Restaurierung der Oberflächen steht noch aus.

Insgesamt wurden 398 Fenster und Fenstertüren aus Holz und Metall überarbeitet.

Die Restaurierung der 78 Einzelskulpturen und acht mehrfigurigen Gruppen auf der Attika des Schlosses konnte abgeschlossen werden.

Der westlich des Ehrenhofes gelegene Weg zwischen Nord- und Südtor erhielt eine Beleuchtung, damit das Schloss auch bei Dunkelheit von den Besuchern sicher erreicht werden kann.

Abgeschlossen werden konnte auch die Restaurierung der fast sieben Meter hohen Kuppelbekrönung: Am 9. September 2014 kehrte sie vergoldet und restauriert auf die 66 Meter hohe Kuppel des Neuen Palais zurück. Witterungseinflüsse hatten zu starken Korrosionsschäden und Materialverlusten der innen liegenden Stützkonstruktion geführt, so dass die Standsicherheit einer Grazie, der Krone sowie des Kissens nicht mehr gewährleistet waren.

Bei den Arbeiten wurde die Stützkonstruktion ertüchtigt sowie eine gezielte Wasserableitung installiert. Vorausgehende Fassungsuntersuchungen und Archivrecherchen hatten eine ursprüngliche Vergoldung der kupfernen Oberfläche belegt, daher wurden – analog zu den beiden Figuren auf den Communs – die drei Grazien, die Krone, sowie die Troddeln des Kissens und die Schleifenbänder des Postamentes vergoldet. Die vermutlich seit der Errichtung erste Neuvergoldung wird jetzt einen Eindruck der Erbauungszeit vermitteln. Aus Gründen der längeren Haltbarkeit wählten die Restauratoren eine Doppelvergoldung, für die zwei Lagen Blattgold aufgebracht wurden.

Die Figurengruppe zeigt die Göttinnen der Anmut, die in der römischen Mythologie Euphrosyne („Frohsinn“), Thalia („Festfreude“) und Aglaia („die Glänzende“) heißen. Sie sind Begleiterinnen der Venus und werden wie sie als Akt mit der Andeutung eines Schleiers dargestellt.

Schlösser und Gärten

Zuwendungsgeber

Das Sonderinvestitionsprogramm für die preußischen Schlösser und Gärten (Masterplan) wird gefördert durch den Bund (Staatsministerin für Kultur und Medien) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages sowie aus Mitteln der Länder Berlin (Senatsverwaltung für Kultur und Europa) und Brandenburg (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur).

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