Abgeschlossen | Dach- und Turmsanierung Orangerieschloss

Orangerieschloss von Sanssouci. Foto: SPSG/PMSG André Stiebitz

Die SPSG hat die 2014 begonnenen Baumaßnahmen am Mittelbau des Orangerieschlosses im Potsdamer Park Sanssouci im Frühjahr 2018 abgeschlossen. Während der dreijährigen Arbeiten wurden beide Türme und die Turmgalerien sowie das Hauptdach des Mittelbaus einer grundlegenden Sanierung unterzogen. Witterungsbedingte Schäden an der Außenfassade, an den Fenstern und Türen sowie undichte Dächer und Regenentwässerungen wurden beseitigt, um Verluste der Originalsubstanz zu verhindern und Schäden in den historischen Innenräumen zu vermeiden.

Die Baumaßnahmen

Die Dachstuhl-Konstruktionen des großen Hauptdaches und beide Zeltdach-Konstruktionen der Türme wurden statisch ertüchtigt und schadhafte Bereiche zimmermannsmäßig repariert. Der Mittelbau hat eine neue Eindeckung aus Kupferblech erhalten und die auf der Nordseite liegende Dachbalustrade aus Sandsteinbalustern wurde restauriert. Die Türme sind wieder mit Zinkblech eingedeckt, nachdem zu Beginn der Bauarbeiten festgestellt wurde, dass die vorhandene Eindeckung nicht mehr reparaturfähig war. Sämtliche Traufbereiche haben eine doppelt abgedichtete innenliegende Regenrinne erhalten, deren Querschnitt entsprechend der zunehmenden Starkregenfälle neu dimensioniert wurde. Darüber hinaus wurde eine – den heutigen technischen Standards entsprechende – Blitzschutzanlage angebracht.

Im Zuge der Instandsetzung der aufwendig gestalteten Schornsteinköpfe erfolgte die Umwandlung der vorhandenen Kaminschächte in Lüftungsschächte. In Kombination mit neu installierten Ventilatoren in den Schornsteinköpfen ist nun für ein stabiles Klima (Luftfeuchtigkeit in den historischen Schlossräumen gesorgt.

Neben den Dacharbeiten waren die Turmfassaden und Galerien zu sanieren. Fehlende Putzflächen und Profilierungen sind ergänzt, Sichtmauerwerksbereiche aus gelben Backstein neu verfugt und mit einem mittigen Fugenstrich verziert worden. Ebenso wurde die ursprüngliche hellgelbe Farbfassung als Kalkanstrich ausgeführt. Die durch Umwelteinflüsse geschwärzten Sandsteinsäulen konnten gereinigt und mittels Lasuranstrich aufgehellt werden. Sie sind nun wieder als gliederndes Element der Architektur erlebbar. Die Holzfenster und Türen ergänzen das Erscheinungsbild durch eine für das 19. Jahrhundert typische Holzimitationsfassung.

Als besondere Herausforderung erwies sich die Rekonstruktion des originalen Gussasphaltbelags der beiden Turmgalerien, der auf allen begehbaren Flächen die darunterliegenden Konstruktionen vor Regenwasser schützen muss. Bereits kurz nach der Erbauungszeit erwies sich dieser Asphaltbelag als Schwachstelle und zog erste Reparaturmaßnahmen nach sich. Durch die Anwendung moderner Abdichtungstechnologien konnte dieses Problem behoben werden.

Damit die Besucherinnen und Besucher die Turmgalerien sorglos betreten können, wurden die Balustraden durch eine zeitgenössische Geländerkonstruktion aus Flachstahl und einem feinen Edelstahlnetz erhöht.

Es geht weiter

Dank des Sonderinvestionsprogramms 2 kann die SPSG die Sanierung des Orangerieschlosses forsetzen. Schwerpunkte der Sanierungsarbeiten werden die Fassaden, Dächer und das Innere der Pflanzenhallen sein. Derzeit laufen dazu die Projektvorbereitungen. Mit der Planung soll Mitte 2018 begonnen werden.

Schlösser und Gärten

Zuwendungsgeber

Das Sonderinvestitionsprogramm für die preußischen Schlösser und Gärten (Masterplan) wird gefördert durch den Bund (Staatsministerin für Kultur und Medien) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages sowie aus Mitteln der Länder Berlin (Senatsverwaltung für Kultur und Europa) und Brandenburg (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur).

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