Glückliche Rückkehr der "Dame mit Papagei"

07. April 2004

Das 1945 gestohlene Gemälde ist jetzt im Schloss Caputh zu sehen

"Nach längeren Bemühungen gelang es der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG), das 1945 von britischen Soldaten aus dem Jagdschloss Grunewald entwendete Gemälde „Dame mit Papagei“ von Willem van Mieris (1662-1747) nach Deutsch-land zurückzuholen.

Die Rückkehr des kriegsbedingt verbrachten Gemäldes ist nach Verhandlungen mit dem Haager Kunsthändler Drs Willem J. Hoogsteder möglich geworden. Herr Hoogsteder war als erfahrener und seriöser Kunsthändler auf Grund der Provenienz des Gemäldes an die SPSG herangetreten, so dass die Verhandlungen zur beiderseitigen Zufriedenheit abgeschlossen werden konnten. Es ist der Bemühung und der Integrität von Herrn Hoogsteder zu verdanken, dass das Gemälde in die Obhut der SPSG zurückkehren konnte. Das Gemälde wird künftig im Kabinett der Kurfürstin Dorothea von Brandenburg im Schloss Caputh zu sehen sein.

Die Einigung mit dem angesehenen niederländischen Kunsthändler ist ein positives Beispiel für die konstuktive Lösung strittiger Fälle der sogenannten Beutekunst, nicht nur im Hinblick auf den niederländischen Kunstmarkt.

Das Gemälde „Dame mit Papagei“ (Öl auf Holz, 43 x 33 cm) von Willem van Mieris ist ein charakteristisches Werk der Leidener Feinmalerei des späten 17. Jahrhunderts. Perfektionierung der Maltechnik und genaueste stoffliche Wiedergabe führten hier den holländischen Realismus an einen Endpunkt seiner Entwicklung. Erst seit einer Neubewertung durch Ausstellungen in Amsterdam und Leiden vor 15 Jahren sind Kabinettstücke dieser Art bei Sammlern wieder so begehrt wie im 17. und 18. Jahrhundert.

Die „Dame mit Papagei“ ist bereits 1689, also wenige Jahre nach ihrer Entstehung, im Nachlass der Kurfürstin Dorothea von Brandenburg genannt und gehört zu den am höchsten taxierten Gemälden ihrer Sammlung. 1699 ist das Bild im Schloss Oranienburg nachgewiesen. Der König Friedrich Wilhelm I. ließ es 1736 in sein Lieblingsschloss Königs Wusterhausen bringen. Weitere Aufbewahrungsorte waren die Bildergalerie im Berliner Schloss und – von 1829 bis 1906 – die Berliner Gemäldegalerie. Um 1930 wurde das Gemälde Bestandteil der im Jagdschloss Grunewald eingerichteten Sammlung niederländischer Malerei. "

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