SPSG-Vorschau 2017

23.02.2017

Ausstellungen, Veranstaltungen und Projekte 2017 im Überblick


Ausstellungshöhepunkte

Muschelsaal im neuen Glanz
Eine Tafel für den Prinzen mit einem keramischen Tableau von Karl Fulle

Ausstellung vom 1. April bis 31. Oktober 2017
Schloss Rheinsberg, Schloss Rheinsberg 2, 16831 Rheinsberg

Die 2015 begonnene Restaurierung des Muschelsaals ist abgeschlossen. Der ursprünglich als Neuer Saal bezeichnete Rheinsberger Schlossraum galt den Zeitgenossen nach seiner Fertigstellung 1769 als eine besondere Schöpfung, die den Anfang des Frühklassizismus in Preußen markierte und mit dem Architekten Carl Gotthard Langhans d. Ä. verbunden ist.

Dank des Engagements von Förderern, Denkmalpflegern und Restauratoren erstrahlt der Saal in wahrhaft neuem Glanz. Als Reverenz an diese Leistungen, aber auch im Gedenken an den Bauherrn des 18. Jahrhunderts, Prinz Heinrich von Preußen, würdigt die SPSG im Rahmen einer Ausstellung mit Arbeiten des in Rheinsberg ansässigen Keramikkünstlers Karl Fulle das außerordentliche Ergebnis der Wiedererweckung dieses Raumwunders. Fulles Objekte sind von seinen Museumsbegegnungen geprägt: Sie spielen mit den Gebilden der Tafelgeräte vergangener Zeiten, interpretieren die bewegten Formen des Rokoko neu und überführen barocke Stilllebenmalerei in dreidimensionale Objekte. Im Rheinsberger Muschelsaal finden sich Fulles Werke zu einer Festtafel der anderen Art zusammen und erinnern so an die ursprüngliche Funktion des Raumes als Ort fürstlicher Bankette.

„Mäßige Ergetzlichkeiten und erschröckliche Wildnisse“
Ein Rundgang durch den Alltag der Frühen Neuzeit (1450–1850) in Plakaten

in Kooperation mit Haven-Volck e. V.
Ausstellung vom 8. April bis 13. August 2017
Schloss Caputh, Straße der Einheit 2, 14548 Caputh

Der Alltag in der Frühen Neuzeit, seine Probleme und Bewältigung, die Erfahrung von Natur, Kindheit, Festen bis hin zum sprichwörtlichen „täglich Brot“, stehen im Fokus dieser Sonderausstellung. Wie haben Kinder früher gespielt und in der Schule gelernt? Wie reiste man? Die Fortbewegungsmittel waren dabei so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Zu Fuß, auf Reittieren oder mit dem Schiff genossen die Reisenden vergangener Jahrhunderte die schöne Natur oder bezwangen die Gefahren der Wildnis.

Welche Bedeutung hatte der Wald? Er lieferte Brennholz, Baumaterialien und Nahrung, war aber auch ein Ort der Gefahr und der Magie. Was aßen und tranken die Menschen? Diese und viele andere Themen werden durch historische Zitate und bildnerische Darstellungen in dieser Tafelausstellung näher betrachtet.

In den Begleitveranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene kann Geschichte zusätzlich mit allen Sinnen erlebbar werden. Dabei steht natürlich auch das Schloss Caputh im Mittelpunkt, das im Rahmen aller Veranstaltungen besichtigt werden kann.

Licht – Bild – Hauer
Das fotografische Oeuvre von Gunnar Porikys

Ausstellung vom 14. Mai bis 31. Oktober 2017
Römische Bäder, Park Sanssouci, 14471 Potsdam

Die diesjährige Sommerausstellung in den Römischen Bädern zeigt freie fotokünstlerische Arbeiten von Gunnar Porikys, für die der 1944 in Potsdam geborene Schriftsteller, Verleger und Fotograf nicht die Fotografien selbst, sondern vor allem deren Negative in der eigens dafür entwickelten und „Gelatypie“ genannten Technik gestalterisch bearbeitete.

Ein besonderer Teil der Ausstellung ist eine kraftvoll-dokumentarische Fotoserie von messbildartiger Qualität, die die Restaurierung der Skulpturen am Königlichen Marstall in Potsdam in den Jahren 1977 bis 1979 durch polnische Restauratoren dokumentiert.

In beiden Arbeitsweisen findet Porikys eine lebendige und zugleich feinsinnige Bildsprache, die ihn einerseits in den Kontext der lichtgraphischen Kunst des 20. Jahrhunderts stellt und andererseits eng mit der Fototradition der Schlösser- und Gartenlandschaft Potsdams verbindet.

Mit Akribie ins Bild gesetzt
Malerei und Graphik von Johann Heinrich Hintze 1800-1861

Ausstellung vom 9. September bis 26. November 2017
Eine Kooperation des Potsdam Museums – Forum für Kunst und Geschichte
und der SPSG Berlin-Brandenburg
Potsdam Museum, Am Alten Markt 9, 14467 Potsdam

Der Maler Johann Heinrich Hintze ist mitten im alten Berlin als Sohn eines Schuhmachers, nahe der Jungfernbrücke in der Spreegasse aufgewachsen, die durch Wilhelm Raabes hier angesiedelten Roman „Die Chronik der Sperlingsgasse“ berühmt wurde. Hintze trat 1814 zusammen mit Eduard Gaertner als Malerlehrling in die Königliche Porzellanmanufaktur ein. Nach sechsjähriger Ausbildung ließ er sich beurlauben und ging auf Reisen, zuerst nach Mecklenburg, dann nach Salzburg und Tirol. Die von dort und von späteren Reisen mitgebrachten Skizzen setzte er mit größter Sorgfalt in Gemälde und Aquarelle um. Darstellungen mittelalterlicher Bauwerke fanden ebenso das Interesse König Friedrich Wilhelms III. wie seine Ansichten von Berliner Straßen und Plätzen und Bilder der
Havellandschaft rund um Potsdam. Nicht weniger als 71 Werke gelangten in die Aquarellsammlung Friedrich Wilhelms IV. und seiner Gemahlin Elisabeth. Hintzes Architektur-, Zimmer- und Landschaftsbilder sind Teil des historischen Gedächtnisses unserer Tage und werden deshalb immer wieder reproduziert. Sie fehlen auch in keiner Kunstgeschichte des Berliner Biedermeier. In einer größeren Auswahl sind sie bisher jedoch noch nie gezeigt worden.

Die Ausstellung gibt nun einen ersten Überblick, in dem außer Gemälden und Aquarellen Studienblätter aus dem Nachlass, druckgraphische Arbeiten und Malereien auf Porzellan die Qualität und Breite seines Schaffens vor Augen führen. Neben zahlreichen Leihgaben wird die Graphische Sammlung der SPSG 46 Zeichnungen, Aquarelle und Druckgraphiken präsentieren; dazu kommen Gemälde mit wunderbaren Aussichten in die Havellandschaft. Auch aus den Beständen des KPM Archivs (Land Berlin) werden Arbeiten Hintzes vorgestellt.

Jochen Hass (1917–2000)
Maler – Restaurator – Denkmalpfleger

Ausstellung vom 10. September bis 31. Oktober 2017
Schloss Caputh, Straße der Einheit 2, 14548 Caputh

Jochen Hass lebte in vier Gesellschaftsordnungen. Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft für die Malerei und verstand es, seine Auffassungen und auch seine Gesellschaftskritik in die Bilder hinein zu projizieren. So entstanden seine bezaubernden Harlekine in direkter Auseinandersetzung mit den Verhältnissen in der DDR. Daneben schuf er Landschaften und Stillleben, experimentierte aber auch gern mit expressionistischen Elementen. In seinen letzten Jahren rückte der Mensch in den Mittelpunkt seines Schaffens – viele ausdrucksstarke Porträts dokumentieren sein Bemühen, sich in die Seele anderer zu versetzen.
Zu Jochen Hass’ Hinterlassenschaft zählen auch künstlerische Entwürfe von Glasfenstergestaltungen für Kirchen und seine restauratorischen Arbeiten. Er war – bis zu seiner Pensionierung 1983 – viele Jahre lang als Oberkonservator am Institut für Denkmalpflege u. a. für Baudenkmale in Berlin (Ost) und im Bezirk Potsdam tätig.

Weggefährten, Freunde und Sammler möchten mit dieser Ausstellung in Kooperation mit der SPSG und dem Brandenburgischen Kulturbund des 100. Geburtstags dieses vielseitigen Künstlers und Denkmalpflegers gedenken und zahlreiche seiner Arbeiten vorstellen.

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Veranstaltungshöhepunkte – eine Auswahl

Saisoneröffnung im Schloss Glienicke: Frühlingserwachen

5. März 2017
Schloss Glienicke, Königsstraße 3, 14109 Berlin

Nach zweimonatiger Winterpause öffnet das Schloss Glienicke an diesem Wochenende wieder seine Pforten. Die SPSG lädt aus diesem Anlass ein, die einstige Sommerresidenz des Prinzen Carl, das Casino sowie die sonst nicht zugängliche Orangerie zu erkunden – und die südlich anmutende Landschaft am Havelufer zu genießen.

Führungen für Jung und Alt im von Peter Joseph Lenné gestalteten Park, Inszenierungen biedermeierlicher Kostüme im Roten Saal des Schlosses, Auskünfte zu wertvollen exotischen Pflanzen und ihrer Pflege in der Orangerie sowie ein Konzert im Gartensaal des Schlosses mit der Pianistin Maria Masycheva (im Rahmen der Reihe „Konzerte im Schloss Glienicke“ der Konzertagentur Tatjana Döhler) stehen auf dem Begleitprogramm.

Sonntagsmärchenkarussell – Neue Veranstaltungsreihe im Jagdschloss Grunewald

für Kinder ab 4 Jahren
Erster Termin: 26. März 2017
Jagdschloss Grunewald, Hüttenweg 100, 14193 Berlin

Konzerte von Blasmusik bis Klassik, Sonderführungen, der Märchenhafte Weihnachtsmarkt u. v. m. locken das ganze Jahr über in Berlins ältestes Schloss. Im März 2017 wird das facettenreiche Veranstaltungsprogramm des Jagdschlosses Grunewald um eine neue Reihe erweitert: das Sonntagsmärchenkarussell. An jedem letzten Sonntag im Monat bringen die Schauspieler des Galli Theaters Berlin für Kinder ab 4 Jahren eine Geschichte der Gebrüder Grimm auf die Bühne.

700 Jahre Leben am Wasser

Sonderöffnung des Schlosses Caputh
in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schwielowsee
5. April 2017
Schloss Caputh, Straße der Einheit 2, 14548 Caputh

Die Gemeinde Schwielowsee feiert mit dieser Sonderöffnung des Schlosses Caputh den Auftakt zum 700. Jubiläum der Ersterwähnung der Orte Caputh und Ferch unter dem Motto „700 Jahre Leben am Wasser“. Besucher sind eingeladen, bei freiem Eintritt das Schloss zu erkunden. Die Tafelausstellung „Mäßige Ergetzlichkeiten und erschröckliche Wildnisse – Ein Rundgang durch den Alltag der Frühen Neuzeit“ wird eröffnet und lockt mit einem facettenreichen Begleitprogramm für Jung und Alt (Kunstbetrachtung und Musik, Tanz- und Fechtvorführungen, Ausprobieren alter Kinderspiele, Schreiben mit Federkielen u. v. m.).

Schloss – Garten – Werkstatt

in Kooperation mit den Mosaik-Werkstätten
22. und 23. April 2017
Schlossgärtnerei Charlottenburg, Fürstenbrunner Weg 62–70, 14059 Berlin

An diesem Wochenende dreht sich in der sonst nicht zugänglichen Schlossgärtnerei Charlottenburg alles ums Grün. Die SPSG-Gartenexperten geben Informationen zur Gartendenkmalpflege im Schlossgarten Charlottenburg mit Hinweisen zum Anbau von alten Gemüsesorten und Kräutern, bieten Workshops zum Thema Kübelpflanzen an und geben den Besuchern natürlich auch Tipps zu Fragen rund ums heimische Grün. Darüber hinaus ist eine Vielfalt historischer Pelargoniensorten zu bewundern und die Mosaik-Werkstätten bieten ein großes Sortiment an Beet- und Kräutertöpfchen zum Verkauf an. Parallel finden im Schlossgarten Charlottenburg Sonderführungen statt, die die dortige Arbeit der Gärtner, die Geschichte des Gartens sowie die Frühjahrsbepflanzung des Barockparterres vorstellen.

Orangefest

in Kooperation mit der Tourismus und Kultur Oranienburg gGmbH
30. April 2017
Oranienburg, Schloss und Schlosspark
Schlossplatz 1, 16515 Oranienburg

Oranienburg feiert seinen Tag in Orange, um an die Namensgeberin der Stadt, Kurfürstin Louise Henriette von Oranien, zu erinnern. Im Schlossmuseum Oranienburg können sich die Besucher auf die Spuren der Kurfürstin begeben. Auf dem Schlosshof und im Schlosspark sind traditionelle Tänze und Musik zu erleben sowie ein großer Kunsthandwerkermarkt mit historischer und aktueller Kunst. Ein vielfältiges Programm für Kinder ergänzt das Angebot.

Hinaus ins Freie! – Das „Ausfahren“ der Orangeriepflanzen

14. Mai 2017
Orangerieschloss / Park Sanssouci, An der Orangerie 3-5, 14469 Potsdam

Das „Ausfahren“ der Orangeriepflanzen im Park Sanssouci ist seit 200 Jahren ein großes Ereignis: Mehr als 1000 Kübelpflanzen müssen alljährlich gegen Ende Mai aus den Überwinterungshallen des Orangerieschlosses in den Park gebracht werden. Spezielle
Hebe- und Transporttechniken erleichtern den Gärtnern – damals wie heute – das Hantieren mit oft gewaltigen und zentnerschweren Kübeln. An diesem Sonntag lassen sich die Orangeriegärtner über die Schultern schauen, führen Techniken und Geräte vor und geben Einblicke in das historische Gärtner-Handwerk. Führungen informieren über die Geschichte und Funktionsweise der historischen Pflanzenhallen und Gartenfachleute der SPSG geben Tipps zur Pflege von Orangeriekulturen.

Aufstellung des „Jupiter von Otricoli“

Enthüllung der Büste
17. Mai 2017
Park Sanssouci, Westlicher Hain am Orangerieschloss, An der Orangerie 3-5, 14469 Potsdam

Am Südrand der 1864 westlich vom Orangerieschloss im Park Sanssouci angelegten Terrasse mit Ahornhain ließ Wilhelm I. von Preußen die galvanoplastische Nachbildung einer bei Otricoli gefundenen antiken Büste des Jupiter aufstellen. Anders als die kürzlich restaurierte Büste der Juno Ludovisi an der Nordseite des Schlosses ging der Jupiterkopf im 20. Jahrhundert verloren. Dank der großzügigen Förderung des Namensfonds in memoriam Dr. H.- D. Loest bei der Stiftung Pro Sanssouci wurde es möglich, einen Nachguss des Jupiterkopfes nach einem historischen Gips der Sammlung Antiker Plastik der Freien Universität zu Berlin anzufertigen, sodass der Hain und damit auch das Figurenprogramm der Orangerieterrassen weiter vervollständigt werden können.

Am 17. Mai 2017 wird der Nachguss der Büste enthüllt.

Gemälde für das Berliner Schloss und seine Hofkirche

Die Cranach-Sammlung im Jagdschloss Grunewald
21. Mai 2017
Jagdschloss Grunewald, Hüttenweg 100, 14193 Berlin

1542, vor 475 Jahren, legte Joachim II., Kurfürst von Brandenburg, den Grundstein für den Bau seines Jagdhauses im Grunewald. Anlässlich dieses Jubiläums stellt Gemäldekustodin Dr. Alexandra Bauer (SPSG) die hochkarätige Cranach-Sammlung im Jagdschloss Grunewald vor. Die gezeigten Werke, darunter auch ein Porträt von Martin Luther, gehen auf Aufträge des brandenburgischen Herrschers zur Ausschmückung der neuen Domkirche und des Berliner Schlosses zurück und zählen zu den ältesten Gemälden, die aus der Sammlung der brandenburgischen Kurfürsten erhalten sind.

Protestantische Seelenlandschaften

Das Kunstverständnis König Friedrich Wilhelms III. von Preußen
in Kooperation mit 36. Deutscher Evangelischer Kirchentag – Regionales Kulturprogramm
26. Mai 2017
Neuer Pavillon im Schlossgarten Charlottenburg, Spandauer Damm 10-22, 14059 Berlin 

1817 ordnete Friedrich Wilhelm III. von Preußen die Vereinigung der reformierten und lutherischen Gemeinden zu einer „unierten“ Kirche an. Inwieweit sich dies auch im religiösen Kunstverständnis des Monarchen widerspiegelte, soll in Meisterwerken des Neuen Pavillons, den Karl Friedrich Schinkel 1824/25 entworfen hatte, gezeigt werden. Die Sonderführung findet im Rahmen des 36. Deutschen Evangelischen Kirchentages statt.

Schlossfest Königs Wusterhausen – „300 Jahre Schulpflicht in Preußen“

Eine Veranstaltung der Stadt Königs Wusterhausen in Kooperation mit der SPSG
8. Juli 2017
Schloss Königs Wusterhausen, Schlossplatz 1, 15711 Königs Wusterhausen

1717, vor 300 Jahren, verordnete der „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I. in Preußen die allgemeine Schulpflicht für Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren. Folgerichtig ist dieses Jubiläum das Motto des traditionellen Schlossfestes in Königs Wusterhausen.

Neben einem großen Festumzug und einem vielfältigen Bühnenprogramm in der Innenstadt, werden in Anwesenheit der „Langen Kerls“ vom Verein Potsdamer Riesengarde im und am Schloss Königs Wusterhausen Mitmach-Aktionen rund um das Jubiläumsthema, Führungen für Jung und Alt sowie historische Spiele für Kinder angeboten.

Potsdamer Schlössernacht und Vorabendkonzert

18. und 19. August 2017
Park Sanssouci, 14469 Potsdam

Das Staunen kehrt zurück! In der schönsten Nacht des Jahres im Park Sanssouci erwarten den Besucher Illumination, Musik, Theater, Tanz, Kleinkunst und ein großes Feuerwerk. Zum Vorabendkonzert sind dieses Mal Star-Geiger Daniel Hope und das Orchester l’arte del mondo eingeladen. Weitere Informationen unter www.spsg.de/schloessernacht.

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Im Garten

Modellprojekt „Gartenperspektiven“

Park Sanssouci, Östlicher Lustgarten (unterhalb der Bildergalerie), 14469 Potsdam

Im Juni 2013 wurde zwischen der Landeshauptstadt Potsdam und der SPSG eine Vereinbarung zur finanziellen Beteiligung der Landeshauptstadt am Modellprojekt „Gartenperspektiven“ unterzeichnet. Seit 2014 beteiligt sich die Landeshauptstadt für einen Zeitraum von fünf Jahren mit einem Nettobetrag von 1 Million Euro pro Jahr an der Behebung des Pflegedefizits in den Potsdamer Gartenanlagen. Im gleichen Jahr begannen im Östlichen Lustgarten des Parks Sanssouci umfassende Wiederherstellungsarbeiten. Wege- und Platzflächen rund um das Oranierrondell und das „Mohrenrondell“ wurden tiefgründig erneuert sowie das Be- und Entwässerungssystem saniert bzw. verlängert.

Nachdem die Entwässerungsleitungen 2015 saniert und 2016 die wassergebundenen Wege sowie die Robinienpfosten der Laubengänge im Holländischen Garten unterhalb der Bildergalerie gesetzt wurden, erfolgt in diesem Jahr die Montage der Flachstahlrippen der Laubengänge. Mit der Wiederherstellung des Wegebereichs entlang der Puttenmauer und dem Aufbringen der gesamten Ausgleichs- und Deckschichten wird die Baumaßnahme im Holländischen Garten bis Ende Juni 2017 abgeschlossen.

In den 16 Heckenkompartimenten am Oranierrondell und am „Mohrenrondell“ standen bis ins 19. Jahrhundert hinein Obstbäume. Nach umfangreichen Recherchen werden dort im Herbst 2017 wieder die ersten historischen Apfelsorten nachgepflanzt. Mit diesen Maßnahmen soll die 1931 begonnene Rückgewinnung des spätbarocken Erscheinungsbildes dieses Gartenareals unter Berücksichtigung der obstgenetischen Vielfalt des 18. Jahrhunderts weitergeführt werden.

Enthüllung der „Egeria“ in Rheinsberg

Egeria-Grotte, Schlossgarten Rheinsberg, 16831 Rheinsberg

Nach zweijähriger Arbeit wird im September 2017 die Figur der liegenden „Egeria“ in der Egeria-Grotte im Schlossgarten Rheinsberg enthüllt und damit die Wiederherstellung der Grotte abgeschlossen. Vor genau 10 Jahren wurde bei Ausgrabungsarbeiten im Wasserlauf vor der Grotte der Kopf einer Terrakottafigur aus der Zeit des Prinzen Heinrich gefunden. Durch dieses Fragment konnte das antike Vorbild im Vatikan bestimmt und ebenso wie im 18. Jahrhundert eine freie, bildhauerische Annäherung verwirklicht werden. Finanziert durch eine großzügige Spende der Bühler-Bolstorff-Stiftung in Berlin und intensiv beraten durch die SPSG haben der Berliner Bildhauer Kai Rötger und der Dresdner Kunstformer Andre Zehrfeld eine neue „Egeria“ geschaffen. Sie wird nun wieder im Point de Vue der langen Querallee an die mythische, kluge Beraterin des römischen Königs Numa Pompilius erinnern. Mit ihr mag sich Prinz Heinrich, der vielfach versuchte, seinen Bruder Friedrich den Großen zu beraten, durchaus identifiziert haben.

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Wissenschaft und Forschung

Forschungsprojekt „Zukunftsweisender Umgang mit der Gehölzvegetation historischer Gärten in Zeiten des Klimawandels“

Parks und Gärten sind vom Klimawandel besonders betroffen, da sie den sich häufenden Witterungsextremen ausgesetzt sind. Um diesem Problem adäquat begegnen zu können, sind neue wissenschaftlich basierte Forschungen erforderlich, um Handlungsempfehlungen für die gartendenkmalpflegerische Arbeit gewinnen zu können. Die im September 2014 von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte und von der SPSG ausgerichtete internationale Fachtagung „Historische Gärten im Klimawandel“ bestätigte dies.

Vor diesem Hintergrund startete im Sommer 2015 das Forschungsprojekt „Zukunftsweisender Umgang mit der Gehölzvegetation historischer Gärten in Zeiten des Klimawandels“ unter Leitung von Prof. Dr. Norbert Kühn von der Technischen Universität Berlin. Die in den Anlagen der SPSG stattfindenden Untersuchungen werden 2017 fortgesetzt. In Feldversuchen werden die Auswirkungen des Klimawandels auf Alt- sowie Jungbäume analysiert. Das Vorhaben wird über eine Laufzeit von drei Jahren durch die DBU gefördert und umfasst die vier Themenfelder ökosystemare Forschung, Nachpflanzung von Bäumen, Revitalisierung von Altbaumbeständen, Auswahl von Pflanzmaterial für historische Parkanlagen in Zeiten des Klimawandels.

Projekte des Research Center Sanssouci (RECS)

Kommentierte Online-Edition der Briefe Wilhelmines von Bayreuth von ihrer Reise nach Frankreich und Italien 1754–1755
Mehr als 90 unbekannte oder nur unvollständig bekannte Briefe berichten über die Reise der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth (1709-1758) nach Frankreich und Italien vom
18. Oktober 1754 bis zum 9. August 1755 sowie über während dieser Reise beschaffte Kunstwerke. Es handelt sich um Schreiben vor allem an ihre Geschwister Friedrich (der Große) August Wilhelm und Anna Amalie. Erstmals kommt auch ihr Ehemann Markgraf Friedrich III. von Bayreuth zu Wort. Die Briefe erweitern unser Wissen über die Mentalitäten, über Antiken und andere Kunstwerke verschiedenster Gattungen und die gesellschaftlichen Verhältnisse der damaligen Zeit. Nachdem 2016 die Transkriptionen erfolgt sind, stehen 2017 die Übersetzungen der Briefe aus dem Französischen und deren Kommentierungen an. Die zweisprachig kommentierte Edition wird beim Kooperationspartner perspectivia.net, der Publikationsplattform der Max Weber Stiftung, erscheinen.

Kommentierte Online-Edition der Flugschriften Friedrichs des Großen aus der Zeit des Siebenjährigen Kriegs (Knoll-Bibliothek)
Die in der Knoll-Bibliothek der SPSG gesammelten Flugschriften Friedrichs des Großen umfassen den gesamten Zeitraum seiner Regentschaft von den Schlesischen Kriegen bis zum Bayerischen Erbfolgekrieg und sind ein Fundus für die Erforschung monarchischer Repräsentations- und Symbolpolitik, der Militärgeschichte und Öffentlichkeitsformen im 18. Jahrhundert. Die Sichtung, Transkription und Kommentierung der ca. 250 Flugschriften wird bis Mitte 2018 erfolgen. Das Projekt wird in Kooperation mit der Fachhochschule Potsdam (FHP) durchgeführt. Die FHP erarbeitet im Urban Complexity Lab unter der Leitung von Prof. Marian Dörk einen sog. „RECS-Reader“, in dem die Edition der Flugschriften präsentiert werden soll. Der Reader ermöglicht eine thematische und chronologische Visualisierung der einzelnen Texte und eine zielsichere Suche durch sinnvolle Verschlagwortung (siehe auch https://uclab.fh-potsdam.de/fw4/). Der Reader soll ein Modell für zukünftige Texteditionen im Netz werden.

Wissenschaftliche Tagung zu Kaiserin Augusta und Hermann Fürst von Pückler-Muskau in Schloss Branitz
Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz, Robinienweg 5, 03042 Cottbus

Im Rahmen der Pückler-Ausstellungen in Babelsberg und Branitz veranstaltet das RECS im September 2017 eine wissenschaftliche Tagung in Kooperation mit der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz. Kunsthistoriker, Historiker und Gartendenkmalpfleger werden zwei Tage lang die Verbindungen des Gartenkünstlers zum preußischen Hof beleuchten.

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Sonstiges

Wegen des bevorstehenden Umzuges in das Wissenschafts- und Restaurierungszentrum (WRZ) bleiben die Graphische Sammlung und das KPM Archiv (Berlin) bis März 2018 geschlossen. Vor einer so grundlegenden Veränderung der räumlichen Situation ist eine Gesamtrevision der ca. 150.000 Objekte umfassenden Sammlungsbestände erforderlich. Zeitgleich erfolgt die Umlagerung in konservatorisch Mappen und Kassetten sowie die Erarbeitung neuer Findhilfen für die künftige Magazinierung. Sämtliche Bestände sind in dieser Zeit nicht zugänglich. Auch Aufträge für die Neuanfertigung von Fotoaufnahmen und Leihanfragen können nicht bearbeitet werden. Eine Einsichtnahme in die Bestände wird erst nach der Eröffnung des Studienraumes im WRZ, Zimmerstraße 10-11, 14471 Potsdam, ab voraussichtlich März 2018 möglich sein. Die SPSG bittet um Verständnis und freut sich darauf, die Nutzer am neuen Standort begrüßen zu können.

Kontakt

Frank Kallensee SPSG | Generaldirektion Pressesprecher
Postfach 60 14 62
14414 Potsdam
Fax: 0331.96 94-102