Rheinsberg 25

25.02.2016

Wiedererweckung eines Musenhofes

Jubiläumsausstellung dokumentiert die Restaurierung von Schloss und Park Rheinsberg in den vergangenen 25 Jahren

Am 1. April 1991 wurde die Schlossanlage Rheinsberg an die Schlösserstiftung Potsdam-Sanssouci übergeben. Damit begann eine neue Blütezeit für das Ensemble, die von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) in der Jubiläumsschau „Rheinsberg 25. Wiedererweckung eines Musenhofs“ thematisiert wird. Die Ausstellung ist vom 1. Mai bis zum 31. Oktober 2016 im Schloss und im Park zu sehen.

Das malerisch am Grienericksee gelegene Schloss war von 1736 bis 1740 das Refugium des künstlerisch ambitionierten Kronprinzen Friedrich (II., der Große, 1712-1786). Unter dessen jüngerem Bruder Heinrich (1726-1802) entwickelte sich das Schloss von 1752 bis 1802 zu einem innovativen Zentrum der Fest-, Theater- und Musikkultur.

Auch wenn es nach dem Tod Heinrichs zunächst still in Rheinsberg wurde: Die Faszination des Ortes lebte fort. Literaten und Künstler wie Adolph Menzel (1815-1905), Theodor Fontane (1819-1898) und der junge Kurt Tucholsky (1890-1935) machten den Mythos Rheinsberg unsterblich. So ist es wohl auch diesem Genius loci zu verdanken, dass „Rheinsberg-Begeisterte“ 1991 das über Jahrzehnte als Sanatorium genutzte Gebäude in kürzester Zeit wieder in ein Schloss verwandelten, das seither abermals seine Besucher inspiriert.

Seit der Eröffnung von Schloss Rheinsberg am 6. Mai 1991 ist viel geschehen. Schloss und Lustgarten konnten weiter restauriert werden, es gab große Ausstellungen, der „Musenhof“ findet wieder überregionale Beachtung. Museumsschloss und Kurt Tucholsky Literaturmuseum mit der Galerie zeitgenössischer Kunst, die Musikakademie Rheinsberg und die Kammeroper Schloss Rheinsberg locken alljährlich tausende Besucher an.

In 25 Jahren besichtigten nahezu 2 Millionen Gäste (aktuell 1.921.00) das Schloss. Seit 1991 flossen 42,5 Millionen Euro in die Sanierung und Restaurierung des gesamten Gebäudeensembles und des Gartens. Dächer und Schlossfassaden wurden instand gesetzt, der Marstall zum Besucherzentrum umgestaltet, das 1945 zerstörte Theater bis Ende 1999 wieder aufgebaut und ein neues Gästehaus für die Musikakademie errichtet. Die Schlossinsel zeigt sich wieder wie im Jahre 1769. Obelisk, Egeriagrotte, Heckentheater und Stadtmauer wurden umfassend wiederhergestellt. Konnten mit Eröffnung zunächst 20 noch nicht restaurierte Schlossräume besichtigt werden, so ist seit der Ausstellung „Prinz Heinrich von Preußen. Ein Europäer in Rheinsberg“ anlässlich des 200. Todestages des Prinzen im Jahr 2002 das gesamte Schloss wieder erlebbar. Insgesamt wurden 36 Schlossräume umfassend restauriert, wozu die berühmte Bibliothek Friedrichs zählt. Höhepunkte der Restaurierung waren die Wiedergewinnung der Gewölbten Kammern mit ihren einzigartigen illusionistischen Malereien, die Paradeschlafkammer des Prinzen Heinrich mit ihrem kostbaren Seidengewebe, der Spiegelsaal mit seinem bauzeitlichen Dielenfußboden, über den nicht nur die Prinzen, sondern auch Fontane und Tucholsky gegangen sind. Die Restaurierung des Muschelsaals wird das Präsent zum Jubiläum sein: Nach fast 100 Jahren erhält der Raum seine von Carl Gotthard Langhans (1732-1808) erdachte Ausstattung wieder zurück.

Der 25. Jahrestag der Wiedereröffnung ist Anlass für die SPSG, ein Resümee zu ziehen: In 25 Kapiteln wird in den Schlossräumen und im Garten an die außerordentlichen Leistungen der Wiederherstellung von Schlossanlage und Lustgarten Rheinsberg erinnert. Es werden neue Erkenntnisse präsentiert sowie Ausblicke in die Zukunft gegeben. Restaurierungen, Rekonstruktionen, Befunddokumentationen, gärtnerische Instandsetzungen sowie die Präsentation von besonderen Ausstattungsobjekten stehen dabei im Mittelpunkt. Als besonderes Highlight werden in Kooperation mit der Akademie der Künste und dem Kurt Tucholsky Literaturmuseum Mitglieder und Stipendiaten der Sektion Bildende Kunst an ausgewählten Stationen in Schloss und Garten mit künstlerischen Interventionen besondere thematische Akzente setzen.

Begleitprogramm (Eintritt: jeweils 6 Euro / erm. 5 Euro)

Samstag, 28.05.2016, 11 Uhr, Schlossküche
Wie viel Knobelsdorff steckt im Schloss?
Vortrag und Führung mit Dr. Dirk Dorsemagen
Der ehemalige Bereichsarchitekt (SPSG) stellt die Ergebnisse der begleitenden Bauforschung am Schloss Rheinsberg von 2005 bis 2007 vor.

Samstag, 11.06.2016, 11 Uhr, Schlossküche
Wiedererweckung des Rheinsberger Schlossparks in den 1970er und 1980er Jahren
Vortrag von Prof. Dr. Detlef Karg
Der ehemalige Landeskonservator Brandenburgs gewährt Einblicke in die denkmalpflegerischen Bemühungen zur Wiederherstellung des Rheinsberger Schlossparks vor nunmehr vier Jahrzehnten.

Samstag, 16.07.2016,13 bis 18 Uhr, Schlosspark
Gartenfest
Nach einem Vierteljahrhundert intensiver Arbeit verzaubern inzwischen nicht nur das Schloss, sondern auch der fürstliche Lustgarten wieder mit ihrer einstigen Schönheit. Das wollen wir feiern, mit alten und neuen Gesängen, jungen Künstlern und modernen Kunstwerken, Restauratoren und Gärtnern, der Stadt Rheinsberg und natürlich mit unseren Besuchern.

Samstag, 13.08.2016, 11 Uhr, Schlossküche
Kunstwerke kehren zurück
Vortrag und Führung mit Claudia Sommer
Die Leiterin der Graphischen Sammlung (SPSG) berichtet über die Ausstattung des Schlosses nach seiner Wiedereröffnung 1991.

Samstag, 27.08.2016, 11 Uhr, Marstall
Vom Patientenzimmer zum Schlossraum
Führung mit Jochen Hochsieder
Der leitende Restaurator informiert über die Restaurierung von Schloss Rheinsberg in den vergangenen 25 Jahren.

Samstag, 10.09.2016, 11 Uhr, Schlossküche
Tag des offenen Denkmals: Gemeinsam Denkmale erhalten – Restaurierung des Muschelsaals
Führung mit Sandra Bothe und Dr. Detlef Fuchs
Die Restauratorin und der Denkmalpfleger (SPSG) bedanken sich mit einem Ergebnisbericht bei den Förderern, die die Restaurierung des Muschelsaals ermöglicht haben.

Samstag, 08.10.2016, 11 Uhr, Marstall
Von der Ruine zum Schlosstheater
Führung mit Dr. Detlef Fuchs
Der Denkmalpfleger (SPSG) reflektiert den Wiederaufbau des Schlosstheaters und die Sanierung des Kavalierhauses im Spannungsfeld heutiger Nutzung und Denkmalpflege.

Samstag, 22.10.2016, 11 Uhr, Marstall
Zehn Jahre im Dienste des Rheinsberger Schlossparks
Führung mit Prof. Dr. Michael Seiler
Der ehemalige Gartendirektor der SPSG berichtet über seine denkmalpflegerischen Arbeiten in Rheinsberg von 1995 bis 2004.

Weitere Ausstellungen im Rahmen des Jubiläums:
02.04. bis 14.08.2016: 25 Jahre Musikakademie Rheinsberg: „Rückblick – Ausblick“, Remise
01.05. bis 03.07.2016: Akademie der Künste: Gast in Rheinsberg, Galerie Kurt Tucholsky Literaturmuseum
09.07. bis 04.09.2016: Leo Seidel: Schlösser und Wunderkammern. Fotografie, Galerie Kurt Tucholsky Literaturmuseum

Veranstaltungen der Partner unter:
www.tucholsky-museum.de
www.musikakademie-rheinsberg.de
www.kammeroper-schloss-rheinsberg.de

Publikation

Rheinsberg. Musenhof in neuem Glanz.
Text: Detlef Fuchs, Fotografien: Leo Seidel
Herausgegeben von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
ca. 120 Seiten, ca. 100 Abbildungen in Farbe
Hirmer-Verlag
ISBN: 978-3-7774-2556-6
ca. 24,90 Euro

Schloss und Lustgarten Rheinsberg

Schloss Rheinsberg war von 1736 bis 1740 das Refugium des künstlerisch ambitionierten Kronprinzen Friedrich (II., der Große). Wie kein anderes Schloss besticht Rheinsberg durch seine malerische Lage am Grienericksee. Hier verbinden sich Natur, Architektur und Kunst zu einem harmonischen Ganzen. Zahlreiche Kunstwerke schmücken die Räumlichkeiten des Schlosses und laden zu einer Reise in die Zeit des 18. Jahrhunderts ein. Durch umfangreiche Restaurierungen gelang es in den vergangenen Jahren, die originalen Raumdekorationen aus der friderizianischen Zeit (um 1740) sowie die unter Prinz Heinrich geschaffenen frühklassizistischen Raumfassungen (um 1786) zurückzugewinnen. Sie vermitteln gemeinsam mit den ausgestellten Gemälden und kunsthandwerklichen Objekten einen Eindruck von der Wohnkultur, dem Lebensgefühl und der Sammeltätigkeit der einstigen Besitzer.

Kronprinz Friedrich ließ die Hauptachse des Lustgartens mit dem charakteristischen Gartenportal sowie die lange Querachse anlegen, die er später in Sanssouci wiederholte. Vier Jahre nach seinem Regierungsantritt schenkte Friedrich seinem Bruder Heinrich 1744 Schloss und Garten, der das Anwesen in einem halben Jahrhundert auf mehr als 300 Hektar erweiterte. Er ließ u. a. die Feldsteingrotte und das Heckentheater anlegen und öffnete den Garten mit der Anlage der Erdterrassen jenseits des Sees, die er mit dem Obelisken und der einzigartigen Perspektivallee schmückte, in die Landschaft hinein. Unter Heinrich entwickelte sich das Schloss zu einem innovativen Zentrum der Fest-, Theater- und Musikkultur.

Besucherservice

Öffnungszeiten:
01.05.2016 – 31.10.2016, täglich außer Montag 10-18 Uhr
letzter Einlass 17.30 Uhr

Eintritt:
8 Euro / erm. 6 Euro, mit Schossbesichtigung

Familienkarte
Gültig für Schloss Rheinsberg (ohne Kurt Tucholsky Literaturmuseum), für einen Tag für
2 Erwachsene und bis zu 4 Kinder (bis zum vollendeten 18. Lebensjahr)
15 Euro

Kombiticket Rheinsberg
Gültig für Schloss Rheinsberg und Kurt Tucholsky Literaturmuseum für einen Tag
10 Euro / erm. 7 Euro

Für den Besuch der Sonderausstellung empfehlen wir den Kauf eines Kombitickets.
Die Ausstellung ist bedingt rollstuhlgeeignet.

Gruppenangebote (nur mit vorheriger Buchung):
Führung durch das Schloss Rheinsberg (ohne Park)

Gruppenpreis: pauschal 130 Euro
Gruppengröße max. 35 Personen, Dauer 70 Min.
Überhangpauschale: 30 Euro / bis 10 Personen

Gruppenpreis Schüler: pauschal 91 Euro
Gruppengröße max. 35 Personen, Dauer 120 Min.
Überhangpauschale: 21 Euro / bis 10 Personen

Kontakt und Buchung:
E-Mail: schloss-rheinsberg@spsg.de
Tel.: + 49 (0) 39331.726-0

Besucherinformation:
E-Mail: info(at)spsg.de
Telefon: + 49 (0)331.96 94-200

Kooperationen

Kurt Tucholsky Literaturmuseum Schloss Rheinsberg
Akademie der Künste

Gefördert durch Benefizeinnahmen der Langen Nacht der Künste 2015

Kontakt

Dr. Ulrich Henze Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Ausstellungsprojekte
Postfach 60 14 62
14414 Potsdam

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