Der Rundtempel Friedrichs des Großen auf dem Ruinenberg ist saniert

30.09.2014

Beste Aussichten in Sanssouci

Der Rundtempel Friedrichs des Großen auf dem Ruinenberg ist saniert

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) konnte die Instandsetzung des vom Einsturz bedrohten Monopteros auf dem Ruinenberg nördlich von Schloss Sanssouci jetzt abschließen. Das Bauwerk ist Teil des architektonischen Ruinenprospekts, den Friedrich der Große als Hommage an die römische Antike ab 1748 auf dem Hügel errichten ließ. Er wollte damit auch das Wasserbassin verstecken, aus dem die Fontänen von Sanssouci mit Wasser versorgt werden sollten.

Neben den Restaurierungs- und Sicherungsmaßnahmen wurde auch ein Entwässerungssystem zum Schutz des Bauwerkes installiert und die Gartenanlage überarbeitet. Mit dem bereits  sanierten Normannischen Turm (1846 unter Friedrich Wilhelm IV. erbaut) zählt der Ruinenberg zu den reizvollen Aussichtspunkten in Potsdam: Das Panorama reicht vom Schloss auf der Pfaueninsel bis zur Wilhelmshöhe bei Werder an der Havel.

Die Gesamtkosten der im April 2013 begonnenen Arbeiten belaufen sich auf rd. 450.000 Euro. Die Maßnahme wurde gefördert im Rahmen des Investitionsprogramms Nationale UNESCO-Welterbestätten aus Mitteln der Bundesrepublik Deutschland (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit) und der Landeshauptstadt Potsdam sowie von dem privaten Mäzen Gerhard Elsner.

Der Monopteros

Der dorische Rundtempel in der Art eines antiken Monopteros wurde 1748 nach Entwürfen von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff (1699–1753) und Innocente Bellavite (1692–1762) erbaut. Zusammen mit drei weiteren als antike Ruinen stilisierten Staffagebauten schmückte er die nach englischem Vorbild scheinbar natürlich gestaltete Landschaftsszenerie.

Während die ursprünglich ebenfalls aus verputzten Ziegeln erbaute benachbarte Säulengruppe wegen ihres schlechten Bauzustands 1775 auf Anweisung Friedrichs des Großen noch einmal massiv in Sandstein erneuert worden ist, wurde der Rundtempel bis zu seiner ersten Instandsetzung unter Friedrich Wilhelm IV. (1795–1861) dem natürlichen Verfall preisgegeben.

Als der Monopteros 1843 erstmals behutsam konserviert wurde, war die Kuppel bereits vollkommen und der hohe Tambour teilweise eingestürzt. Durch den exponierten Standort und die mangelnde Pflege schritt der weitere Verfall auch danach so rasch voran, dass schon 1905 an den meisten Säulenschäften kaum noch zusammenhängende Putzflächen erhalten waren. Deshalb wurde damals vom königlichen Hofbauamt nur der Sandsteinarchitrav und die schadhafte Mauerkrone des Tambours repariert. Eine Rissplombe von 1939 dokumentiert, dass schon vor dem letzten Weltkrieg – in dem der gegenüberliegende Normannische Turm Friedrich Wilhelms IV. zerstört wurde – statische Schäden am Sandsteinarchitrav zu beobachten waren. In der zweiten Hälfte des vergangen Jahrhunderts fand keine weitere bauliche Sicherung mehr statt.

Die Sanierung

Vor der Baumaßnahme befand sich der Monopteros in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand. Risse in Sandsteinelementen wiesen auf statische Probleme hin. Der Putz fehlte nahezu komplett. Das nun offen liegende Ziegelmauerwerk wies z. T. starke Verwitterungsschäden und offene Fugen auf. Die Sandsteinbauteile (Säulenbasen, Säulenkapitelle, Architrav, Gesimse, Sockel) waren ebenfalls stark verwittert.

Die SPSG begann im Jahr 2009 mit der Planung. Nach der Erstellung eines verformungsgerechten Aufmaßes folgten umfassende Untersuchungen an allen Bauteilen, chemischen Analysen, die Kartierung der Schäden und eine intensive Quellenrecherche. Im April 2013 konnten die Arbeiten beginnen.

Im Hinblick auf die denkmalpflegerischen Prämissen war das Ziel der Sanierung eine konservierende Sicherung des Bestandes sowie durch geeignete Zusatzmaßnahmen wie die Walzbleiabdeckung und die Blitzschutzanlage den Einflüssen von u. a. Regenwasser, Schnee, Frost und Blitzschlag zukünftig entgegenzuwirken. Dies bedeutete, dass nur die zum Substanzerhalt erforderlichen Maßnahmen durchgeführt wurden. Ergänzungen oder Rekonstruktion von Bauteilen wurden nur in Ausnahmen ausgeführt, sofern diese konstruktiv notwendig waren.

Der Normannische Turm mit Ausstellung und Aussichtsplattform ist in diesem Jahr noch bis zum 26. Oktober an den Wochenenden von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt: 2 Euro

Kontakt

Elvira Kühn SPSG | Abteilung Marketing Öffentlichkeitsarbeit
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