Ruinenberg und Klausberg im Park Sanssouci geschlossen

Akute Astabbruchgefahr

Aufgrund der akuten Gefahr von Astabbrüchen und um Gefahren für die Besucherinnen und Besucher abzuwenden, hat die SPSG im Park Sanssouci in Potsdam bis auf weiteres die Parkbereiche am Ruinenberg und am Klausberg geschlossen. Die langanhaltende Trockenheit mit geringen Niederschlägen führt an Bäumen in den höher gelegenen Partien des Parks zu massiven Schäden, die die Astabbruchgefahr verursachen und die Maßnahme erforderlich machen.

Die übrigen Parkbereiche bleiben zugänglich.

Die SPSG bittet auch für diese Einschränkungen um Verständnis.

Auswirkungen des Klimawandels

Nach den Hitzesommern 2015 und 2018 sind in den Gärten der SPSG Anfang Mai 2019 bei einer Vielzahl von Bäumen deutliche Schäden und Stresssymptome durch Trockenheit festgestellt worden, überwiegend bei Flachwurzlern wie Buchen und Eichen. Im Park Sanssouci sind bereits hunderte Bäume geschädigt. Betroffen sind insbesondere Gehölze auf hochgelegenen Standorten, die weit entfernt vom Grundwasser stehen. Hinzu kommt möglicherweise ein Befall durch holzzerstörende Pilze oder Parasiten. Dies wird derzeit vom zuständigen Pflanzenschutzamt untersucht.

Die Auswirkungen des globalen Klimawandels sind in der Region Berlin-Brandenburg immer deutlicher spürbar. Zunehmende und langanhaltende Trockenheit, häufiger auftretende Wetterextreme mit Stürmen und Starkregen haben Folgen für Erhalt und Pflege der zum UNESCO-Welterbe gehörenden Gärten der SPSG. Die im September 2014 von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte und von der SPSG ausgerichtete internationale Fachtagung „Historische Gärten im Klimawandel“ hatte dies bestätigt. Zudem wurde in der im Rahmen der Tagung verabschiedeten „Erklärung von Sanssouci“ ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die durch den Klimawandel bedingten Gefährdungen „erkannt, beschrieben und erforscht werden“ müssten, um Handlungsempfehlungen für die gartendenkmalpflegerische Arbeit gewinnen zu können.

So lief von 2015 bis 2017 das Forschungsprojekt „Zukunftsweisender Umgang mit der Gehölzvegetation historischer Gärten in Zeiten des Klimawandels“ unter der Leitung von Prof. Dr. Norbert Kühn von der Technischen Universität Berlin in den Anlagen der SPSG. In Feldversuchen wurden die Auswirkungen des Klimawandels auf Alt- sowie Jungbäume analysiert. Dass Gehölze der eigenen Aussaat widerstandsfähiger als Zukäufe sind, war ein wichtiges Ergebnis des Forschungsprojekts. Deshalb sollen einheimische Parkgehölze wieder in Eigenkultur auf Flächen (Revierbaumschulen) mit ähnlichen Bodenverhältnissen aufgezogen werden.

Absperrungen im Park Sanssouci

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