Wenn diese Mail nicht richtig angezeigt wird, klicken Sie bitte hier.
Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Presse-Information

der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG)

09.10.2014

Villa Schlieffen und Park der Villa Henckel werden saniert und öffentlich zugänglich

Mathias Döpfner engagiert sich für UNESCO-Welterbe am Potsdamer Pfingstberg

Dank privaten Engagements kann die Wiederherstellung des UNESCO-Welterbe-Ensembles am Potsdamer Pfingstberg abgeschlossen werden. Am 04. März 2014 haben der Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG), Prof. Hartmut Dorgerloh, und Herr Mathias Döpfner einen entsprechenden Vertrag über die Sanierung und künftige Nutzung der Villa Schlieffen und des Parks der Villa Henckel unterzeichnet. Nach der auf Initiative der SPSG zustande gekommenen Vereinbarung sind die denkmalgerechte Wiederherstellung der seit 1994 leer stehenden und aufgrund des desolaten Zustandes der Bausubstanz nicht zugänglichen Villa Schlieffen sowie die Wiedergewinnung der ursprünglichen Wegebeziehungen, Pflanzungen und Gartenarchitekturen des Parks der Villa Henckel vorgesehen.

Park und Villa verbleiben weiterhin im Eigentum der SPSG und werden Herrn Döpfner im Rahmen eines zeitlich befristeten Nießbrauchs zur Nutzung überlassen. „Ich freue mich, dass ich dabei helfen kann, die Villa Schlieffen und den einzigartigen Park der Villa Henckel und damit ein kleines Stück UNESCO-Welterbe wiederherzustellen“, sagt Mathias Döpfner. „Die Villa Schlieffen wird nach der Instandsetzung überhaupt erstmals öffentlich zugänglich sein.“ Der Park der Villa Henckel, ein seit Jahren verwildertes  Areal, wird sich der Öffentlichkeit wieder als Gartenkunstwerk präsentieren.

Über die Sanierungs- und Wiederherstellungsmaßnahmen sowie die anschließende Nutzung wurden die Anwohner und Grundstücksnachbarn bereits am 19. Mai 2014 durch Herrn Döpfner und Herrn Prof. Dorgerloh umfassend informiert. Die Kommunikation soll künftig weitergeführt werden.

Die mit dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und der Stadt Potsdam abgestimmten Maßnahmen  werden gemäß einem von der SPSG vorgelegten bau- bzw. gartendenkmalpflegerischen Konzept ausgeführt. Die Kosten für die Sanierung und die anschließende Pflege trägt Herr Döpfner. Für die SPSG ist dies eine wirtschaftlich verantwortungsvolle Lösung, mit der sie ihrem Auftrag gerecht wird, das UNESCO-Welterbe zu bewahren und zugleich für Besucher erlebbar zu machen.

Park und Villa werden öffentlich zugänglich

Nach Abschluss der mehrjährigen Baumaßnahmen kann damit das gesamte Pfingstberg-Areal der Öffentlichkeit wieder als Garten- und Architekturkunstwerk präsentiert werden. In den vergangenen Jahren hat die SPSG bereits die Villa Quandt und das Lepsiushaus mit dem dazugehörigen Gartenhaus saniert, die heute mit Erfolg betrieben werden. Zudem wird die Stüler-Stiftung das ehemalige Kutscherhaus der Villa Henckel künftig als öffentlich zugängliches Archiv nutzen, in dem über das Werk des  Architekten August Stüler (1800-1865) informiert wird.
 
Von Anfang an bestand zwischen den vertragsschließenden Seiten Einvernehmen, die öffentlich-rechtlichen Rahmenbedingungen für die Wiederherstellung und Nutzung der Villa Schlieffen und des Parks der Villa Henckel zu berücksichtigen. Die Villa Schlieffen wird nach dem Ende der Sanierungsarbeiten eine private Kunstsammlung beherbergen und für den Besucherverkehr geöffnet sein. Auch der Park der Villa Henckel soll öffentlich zugänglich bleiben. Der Kernbereich um die Villa bleibt dauerhaft eingefriedet. Sobald die Wiederherstellungsmaßnahmen abgeschlossen sind, wird der überwiegende, im Besitz der SPSG befindliche Teil des Parks wochentags von 7 Uhr morgens bis zum Einbruch der Dunkelheit für die Potsdamer und ihre Gäste kostenfrei offen stehen.

Die Instandsetzungsmaßnahmen

Die Villa Schlieffen wurde zwischen 1848 und 1869 in der Nachfolge älterer Weinmeisterhäuser errichtet. Das seit 1879 im Besitz der Prinzen von Preußen befindliche Gebäude und von 1903 bis 1932 von der Familie Schlieffen bewohnte Gebäude wurde nach der Beschlagnahme durch die Sowjetarmee 1945 massiv verändert. Saniert werden müssen die äußere Hülle, das Dach und die maroden Decken.

Die Maßnahmen in dem von Hermann Vollert (1837-1876) und Gustav Meyer (1816-1877) angelegten Park umfassen die Freilegung und Instandsetzung baulicher Anlagen wie der Grotte, der Brücke und dem Wasserlauf. Darüber hinaus werden die ursprünglichen Wegebeziehungen, Pflanzungen und Sichten wiederhergestellt. Zudem sind umfangreiche Pflegemaßnahmen erforderlich, wie die Entlastung von Baumkronen zur Vermeidung von Sturmschäden, die Beseitigung von Totholz oder die Auslichtung des Wildwuchses.

Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und Gefahren abzuwenden, ist das ca. 6 Hektar große Areal mit Beginn der Arbeiten mit einem Bauzaun eingefriedet worden. Mittlerweile wurden bereits etwa 800 Kubikmeter Abraum abgefahren. Alle historischen Wege zwischen dem Neuen Garten und dem Pfingstberg sind und bleiben auch während der Baumaßnahmen offen.

Nach dem Abschluss der Wiederherstellungsarbeiten wird der Bauzaun durch eine dauerhafte Einfriedung nach historischem Vorbild ersetzt. Die Gartenanlagen der Villa Henckel und der Villa Schlieffen waren wie auch die Villa Quandt und die Villa Lepsius historisch eingefriedet. Diese Einfriedungen sind erst in der Zeit der KGB-Nutzung abgebaut worden. Mittelfristig erfolgt somit die Wiederherstellung der ursprünglichen Grundstücksgrenzen auch in diesem Bereich des Welterbe-Ensembles am Potsdamer Pfingstberg, die bei allen anderen Grundstücken des ehemaligen „KGB-Städtchens“ bereits vorgenommen worden ist. Im Übrigen sind auch der Park Sanssouci, der Neue Garten oder der Park Babelsberg eingefriedet und öffentlich zugänglich.


Pressekontakt

Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
Frank Kallensee
Tel. 0331.96 94-318 / Fax  0331.96 94-102
Postfach 60 14 62, 14414 Potsdam
presse@spsg.de
www.spsg.de

Wenn Sie keine Presse-Informationen mehr erhalten möchten, wenden Sie sich an presse@spsg.de