Wandlungen in der Mark Brandenburg

Wandlungen in der Mark Brandenburg – Luther und die Reformation unter den Hohenzollern

Am 1. November 1539 trat Kurfürst Joachim II. von Brandenburg (1505–1571) in der Kirche St. Nikolai in Spandau offiziell zum evangelischen Glauben über. Sein Bruder Johann von Brandenburg-Küstrin hatte diesen Schritt bereits 1535 vollzogen.

Deren Vater Kurfürst Joachim I. (1484–1535) gehörte zu den entschiedensten Verteidigern des katholischen Bekenntnisses im Reich und war ein erbitterter Gegner der Reformation. Noch in seinem Testament beschwor er die Söhne, am alten Bekenntnis festzuhalten. Für den Kurprinzen arrangierte er noch in seinem Todesjahr eine Ehe mit der Tochter des polnischen Königs.

Die Mutter der beiden Kurprinzen, Kurfürstin Elisabeth, wandte sich dagegen der lutherischen Lehre bereits 1523 zu und empfing vier Jahre später heimlich das Abendmahl in beiderlei Gestalt. 1528 flüchtete sie vor ihrem Ehemann nach Sachsen und hielt sich zeitweise in Wittenberg auf. Von 1536 bis 1545 bewohnte sie das frühere Antoniterkloster Lichtenburg in Prettin. Erst 1545 kehrte sie nach Brandenburg zurück.

In diesem Jahr verstarb Kardinal Albrecht von Brandenburg, Erzbischof von Mainz und Magdeburg und Onkel von Joachim und Johann. Als jüngerer Bruder Joachims I. schlug er die geistliche Laufbahn ein und vereinte 1514 die Erzbistümer von Magdeburg und Mainz in seiner Hand. Mit der erzbischöflichen war auch die Würde eines Kurfürsten und Erzkanzlers des Heiligen Römischen Reiches verbunden. Das bedeutete, dass Albrecht von Brandenburg nach dem Kaiser der verfassungsrechtlich zweite Mann im Reich war. 1517 übernahm er einen von Papst Leo X. verkündeten Ablass. Die Hälfte der erzielten Einnahmen verwandte Albrecht, um das Darlehen, das er für den Erwerb der beiden Erzbistümer bei den Fuggern aufgenommen hatte, zurückzuzahlen. Das Wirken des Dominikaners und Ablasspredigers Johann Tetzel in den Bistümern Magdeburg und Halberstadt war der Anlass für den Thesenanschlag Martin Luthers in Wittenberg.

Mirko Gutjahr, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt und Kurator der Nationalen Sonderausstellung "Luther! 95 Schätze – 95 Menschen", geht in seinem Vortrag auf die frühen Jahre der Reformation in Brandenburg ein.

In Zusammenarbeit mit der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen Anhalt

02.09.2017 11:00 Uhr

Adresse

Jagdschloss Grunewald
Hüttenweg 100 (am Grunewaldsee)
14193 Berlin
Zur Infoseite des Veranstaltungsortes
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Treffpunkt:

Tickets an der Schlosskasse im Café
Der Vortrag findet im Jagdzeugmagazin statt.

Anreise

Parkplätze:

Hüttenweg / Parkplatz Forsthaus Paulsborn.

Preise

8 Euro / ermäßigt 6 Euro

inklusive Schlossbesichtigung bis 18 Uhr (letzter Einlass 17.30 Uhr)

Zugänglichkeit

  • bedingt rollstuhlgeeignet

außer Schlossbesichtigung

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