Potsdamer Winteroper 2017

Felix Mendelssohn Bartholdy: „Elias“ als Szenisches Oratorium

Seit 2005 produzieren Kammerakademie und Hans Otto Theater die Potsdamer Winteroper und konnten mit außergewöhnlichen Inszenierungen eine Erfolgsgeschichte schreiben. Auch in dieser Spielzeit ist die Friedenskirche Sanssouci wieder Heimstatt der Potsdamer Winteroper. Die hier 2013 begonnene Reihe mit szenischen Oratorienaufführungen bietet die einmalige Chance, musikdramatische Werke mit biblischen Themen in besonderer Weise neu zu erschließen.

Nach Werken von Händel, Mozart und Scarlatti steht diesmal Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847) im Zentrum. Die Uraufführung seiner Schauspielmusik zu Shakespeares „Sommernachtstraum“ verbindet Mendelssohn mit Potsdam, der unter Friedrich Wilhelm IV., dem Erbauer der Friedenskirche, als Preußischer Generalmusikdirektor verpflichtet war. Mendelssohns reiche Erfahrungen mit Chormusik gipfeln in seinen Oratorienkompositionen „Paulus“, „Elias“ und (dem Fragment gebliebenen) „Christus“. Der 1846 in Birmingham uraufgeführte „Elias“ handelt von Ereignissen aus dem Leben des Propheten. Weil die Israeliten vom Glauben abgekommen sind und Baal huldigen, verkündet Elias im Namen des Herrn, dass es nicht mehr regnen wird. Daraufhin wird Elias bedroht und muss fliehen. Unter dem Schutz Gottes weisen Engel ihm den Weg. Bei der Witwe zu Zarpath bewirkt Elias das Wunder der Wiedererweckung ihres Sohnes. Nach drei Jahren der Dürre tritt Elias vor König Ahab und fordert eine Prüfung der Baal-Priester. Sie versagen und werden getötet. Mit Gottes Hilfe bewirkt Elias das Regenwunder. Er klagt König Ahab an, das Volk irregeleitet zu haben. Königin Isebel hetzt die Israeliten erneut gegen den Propheten auf. Elias geht in die Wüste, wo er am Sinn seines Strebens zweifelt. Auf dem Berg Horeb erlebt er die Gotteserscheinung und erneuert seine Hingabe an Gott. Elias‘ Himmelfahrt und die Verheißung des Messias beschließen das Werk.

Mendelssohn beschreibt seinen Elias als „einen rechten durch und durch Propheten, wie wir ihn etwa heut zu Tage wieder brauchen könnten, stark eifrig, auch wohl bös und zornig und finster, im Gegensatz zum Hofgesindel und Volksgesindel, und fast zur ganzen Welt im Gegensatz, und doch getragen von Engelsflügeln“.

Die farbige, tonmalerische Partitur des „Elias“ weist Mendelssohn als erfahrenen Sinfoniker aus. Durch Umwandlung der epischen Bibeltexte in direkte Rede und Verteilung auf handelnde Figuren erfährt das Werk eine lebendige Gestaltung des dramatischen Geschehens. Arien, zahlreiche Solistenensembles und die häufig dialogischen Rezitative unterstützen zusammen mit den Chören den opernhaften Gestus des Oratoriums.

Musikalische Leitung – Titus Engel
Regie – Andreas Bode
Bühne – Geelke Gaycken
Kostüme – Judith Hepting
Dramaturgie – Carola Gerbert

Mitwirkende:
Marie-Pierre Roy, Anna Alàs i Jové, Oliver Johnston, Holger Falk
Chor der Potsdamer Winteroper
Kammerakademie Potsdam

Information: www.kammerakademie-potsdam.de

30.11.2017 19:00 Uhr

Adresse

Friedenskirche
Am Grünen Gitter 3
14469 Potsdam
Zur Infoseite des Veranstaltungsortes
Friedenskirche, Blick über den Friedensteich auf die Rückseite der Kirche

Anreise

Preise

66 | 49,50 | 33 | 16,50 Euro

Anmeldung

0331.9 81 18 oder kasse(at)hansottotheater.de sowie an den bekannten Vorverkaufskassen