GOLD, RUBIN, GLAS. Johann Kunckels geheime Experimente auf der Pfaueninsel

Ein Familienfest für Groß und Klein am UNESCO-Welterbetag 2016

Vor 330 Jahren begann der Alchemist und Glasmacher Johann Kunckel mit seinen Experimenten in einem geheimen Laboratorium auf der Pfaueninsel. Damals rückte die bis dahin nur als Jagd- oder Weidefläche und für die Kaninchenzucht genutzte Insel erstmals in das Licht der Öffentlichkeit. Heute ist die Pfaueninsel der einzige Ort, an dem Kunckels Wirken nachweisbar ist.

Anlässlich des Jubiläums erweitert die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) die Dauerausstellung zur Inselgeschichte in der Meierei der Pfaueninsel um einen Raum, in dem die Besucher über das Leben und die Forschungen Johann Kunckels informiert werden. Dass der Alchemist erstaunliche Erfolge in der Goldrubinglasherstellung erzielte, zeigen Glasscherben aus seinem bereits 1688 zerstörten Laboratorium, die im Boden gefunden wurden.

Die Eröffnung des neuen Ausstellungskabinetts feiern wir am Sonntag, dem 5. Juni 2016 – dem diesjährigen UNESCO-Welterbetag – mit einem „Kunckel-Fest“ für die ganze Familie rund um die Meierei.
Vielfältige Aktivitäten zum Thema „Kunckel, Alchemie und Glasmacherkunst“ laden zum Mitmachen ein: Glasperlen wickeln, Herstellung von Kräutersalben, Drucken von Postkarten, alchemistische Experimente mit dem „EXTAVIUM – Das wissenschaftliche Mitmachmuseum“ Potsdam, das Kinderspiel „Die Suche nach dem Stein der Weisen“ und anderes mehr.

An Ständen präsentieren sich u. a. das Museum Baruther Glashütte und die Glashütte Annenwalde. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt.

Der Alchemist auf der Pfaueninsel

Alchemisten waren begehrte Personen an europäischen Fürstenhöfen, erhoffte man sich von ihnen doch die Umwandlung unedler Metalle zum immer so dringend benötigten Gold. Kunckel erkannte mit seinen Experimenten die Unmöglichkeit dieses Vorhaben. Aber er hatte noch andere Kenntnisse, die einem Fürsten für die Entwicklung des Landes wichtig waren: Er kannte die Geheimnisse der Kristall- und Farbglasherstellung und während seiner Experimente war es ihm gelungen, die Technologie der Goldrubinglasherstellung entscheidend zu verbessern.  Genau aus diesem Grunde rief ihn Kurfürst Friedrich Wilhelm 1678 an seinen Hof und förderte ihn großzügig – eine noch immer unerlässliche Voraussetzung für wissenschaftliche Forschungen. Johann Kunckels Buch „Ars Vitraria oder die Vollkommene Glasmacherkunst“, das er dem Kurfürsten widmete, gilt als die „Synthese internationalen Glaswissens im 17. Jahrhundert“.

GOLD, RUBIN, GLAS – Das vollständige Programmm

BEGRÜSSUNG UND ERÖFFNUNG
des Kunckel-Kabinetts

ALCHEMISTISCHE EXPERIMENTE
mit dem „EXTAVIUM – Das wissenschaftliche Mitmachmuseum“ Potsdam

POSTKARTENDRUCK MIT KUNCKEL-MOTIVEN
unter Anleitung des Grafikers Klaus Storde aus Prenden, dem letzten Wohnort Kunckels

HERSTELLUNG VON KRÄUTERSALBEN UND KRÄUTERMEDIZIN
mit Ina Schönemann, Gärtnerin auf der Pfaueninsel

GLASPERLENWICKELN
vorgeführt von der Glasgestalterin Bettina K. Schneider (mit Verkauf)

„GLASFUSING“
vorgestellt vom Glaskünstler Werner Kothe, Glashütte Annenwalde (mit Verkauf)

PRÄSENTATION UND GLASVERKAUF
am Stand des Museums und Glasstudios Baruther Glashütte

FAMILIENFÜHRUNG
„Die Suche nach dem Stein der Weisen“
13 Uhr, 14.30 Uhr, 16 Uhr ab Meierei

Für Ihr leibliches Wohl sorgen Baron-Catering und die Braumanufaktur Potsdam.

 

Änderungen vorbehalten

Abbildungen / Bildnachweise

Abbildung im Banner:

Johann Kunckel, Farbgläser, um 1686 auf der Pfaueninsel entstanden. Diese Gläser sind die einzigen sicher von Johann Kunckel gefertigten. Sie gehörten zur Sammlung der Leipziger Apothekerfamilie Linck, die diese im 17. und 18. Jahrhundert zusammentrug und befinden sich jetzt im Naturalienkabinett Waldenburg/Sachsen. Foto: Naturalienkabinett Waldenburg.

Abbildungen in der Galerie, v.l.n.r.:

Der Alchemist und Glasmacher Johann Kunckel, Titelblatt seines Buches „Ars vitraria experimentalis, oder vollkommene Glasmacherkunst“, 1679 (Detail)

Koppchen aus Rubinglas im Schloss auf der Pfaueninsel, Teile eines Tee-Service, vermutlich Potsdam, um 1700

Situationsplan der Pfaueninsel von L. Humbert (Stich: Ludwig Schmidt), 1798; die „Grundmauern von Kunkels Schmelzofen“ sind mit dem Buchstaben h bezeichnet (roter Kreis)

Die Meierei auf der Pfaueninsel heute (Foto: Leo Seidel)

Illustration: Conni Robe

05.06.2016 12:00 Uhr - 17:00 Uhr

Adresse

Meierei auf der Pfaueninsel
Nikolskoer Weg
14109Berlin
Zur Infoseite des Veranstaltungsortes
Berlin, Pfaueninsel, Fährstation und Schloss aus der Luft gesehen.

Treffpunkt:

rund um die Meierei

Anreise

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Haltestelle "Pfaueninsel (Berlin)"

vbb-online | Fahrplanauskunft »

Parken

Öffentliche Parkplätze am Nikolskoerweg

Preise

5 Euro / ermäßigt 4 Euro
inkl. Fähr-Überfahrt und Eintritt in die Meierei
Freier Eintritt für Kinder bis einschließlich 16 Jahre

Zugänglichkeit

  • bedingt rollstuhlgeeignet

Anmeldung

ohne Anmeldung