Feuer und Wasser

Das Dampfmaschinenhaus an der Havelbucht, Sonderführung mit Nadine Löffler, SPSG

Die „Moschee“ von Potsdam

Architektur
Auf Wunsch König Friedrich Wilhelms IV. entstand an der Neustädter Havelbucht ab 1841 unter Leitung von Ludwig Persius ein Dampfmaschinenhaus für Sanssouci. Sowohl außen als auch in ihrem Inneren präsentierte sich die schönste Kraftanlage Preußens im Gewand einer maurischen Moschee und ihr Schornstein als Minarett.
Der einzige technische Zweckbau dieser Art in Potsdam und ein bemerkenswertes Architekturbeispiel der frühen Industrie im 19. Jahrhundert bildete eine romantische Kulisse in der Potsdamer Kulturlandschaft. Die aufwendige Gestaltung eines an sich funktionellen Hauses verdankte das Gebäude seiner exponierten Lage am Havelufer. Von der königlichen Gartenterrasse in Sanssouci war das Pumpenhaus Mitte des 19. Jahrhunderts noch gut sichtbar. Mit seiner Errichtung behauptete sich Preußen gegenüber England, da Dampfmaschinen bis dahin ausschließlich in England produziert worden waren.

Nutzung
Friedrich der Große ließ schon im 18. Jahrhundert große Fontänenanlagen im Park Sanssouci anlegen. Wasserspiele waren ein bedeutendes Element im Garten des Barock. Mittels Windpumpen sollte das Wasser aus der Havel auf den Ruinenberg in das Hochbecken gepumpt und durch ausgehöhlte Baumstämme in die Wasserspiele im Park gedrückt werden. Aber das Vorhaben scheiterte wegen enormer technischer Probleme.
60 Jahre später waren die technischen Möglichkeiten gereift. Das Dampfmaschinenhaus wurde 1842 mit einer stehenden 2-Zylinder-Dampfmaschine (Niederdruckdampfmaschine nach James Watt) ausgestattet. Das Wasser konnte aus Havelbucht zum höher gelegenen Wasserbecken auf den Ruinenberg gepumpt werden, fand von dort seinen Weg durch Eigendruck in einem Leitungssystem aus Tonröhren (1,8 km) hinunter in die Fontänen des Parks und ließ den Wasserstrahl der großen Fontäne Friedrichs des Großen auf imposante 38m steigen.  Die vor 170 Jahren mit 81 PS stärkste Dampfmaschine Preußens versorgte bis 1895 sämtliche Wasserspiele im Park Sanssouci und den Botanischen Garten mit Havelwasser.
Die Moschee ist inzwischen technisches Denkmal und öffentliches Museum. Im Rahmen von Sonderöffnungen wird die noch erhaltene Dampfmaschine von August Borsig, heute eine der ältesten in Deutschland, durch einen Elektromotor in Bewegung gesetzt.

Im Rahmen dieser Sonderführung können Besucher der „Moschee" das technische Wunderwerk von einst in Betrieb erleben.

Veranstalter: Musikfestspiele Potsdam Sanssouci

17.06.2017 15:00 Uhr

Adresse

Dampfmaschinenhaus (Moschee)
Breite Straße 28
14467 Potsdam
Zur Infoseite des Veranstaltungsortes
Dampfmaschinenhaus-Blick-von-der-Havelbucht Wolfgang Pfauder

Treffpunkt:

Dampfmaschinenhaus an der Havelbucht / Breite Straße

Anreise

Preise

10 Euro

Zugänglichkeit

  • bedingt rollstuhlgeeignet

Anmeldung

Informationen und Tickets: 0331.2 88 88 28 oder www.musikfestspiele-potsdam.de