Der Kreis schließt sich. Strawalde – Jürgen Böttcher

BEGLEITPROGRAMM

Im MUSEUM FÜR EINEN SOMMER zeigt ars sacrow e.V. das bildkünstlerische und filmische Werk einer der großen Künstlerpersönlichkeiten der ehemaligen DDR und des geeinten Deutschlands. Als Doppelbegabung stellen wir den Maler, Grafiker und Zeichner Strawalde und in Personalunion Filmemacher Jürgen Böttcher vor.

KUNST TRIFFT KINO X KINO TRIFFT KUNST: dank der räumlichen Gegebenheiten, im Spiegelsaal des Schlosses befindet sich ein Kino, können erstmals beide Werkgruppen in Beziehung zueinander gesetzt werden.

Unter dem Titel DER KREIS SCHLIESST SICH kehrt der 1931 in der Lausitz Geborene an die Potsdamer Havellandschaft zurück, wo er zwischen 1955 und 1960 an der Filmhochschule Babelsberg studierte. Der Titel folgt einem Zitat Strawalde/Böttchers bei seinem ersten Besuch in Sacrow, das der Filmstudent als „unerreichbar“ weil im Grenzgebiet liegend wahrnahm. Nun – 58 Jahre später – ist ihm hier eine Ausstellung gewidmet.

Strawalde wird Mal-Workshops für die jüngsten Ausstellungsbesucher geben und im Gespräch mit Sacrows Gärtner Uwe Held seine persönliche Beziehung zu Kraft und Ursprungsqualitäten der Natur erläutern. Durch sein gesamtes malerisches und grafisches Werk zieht sich eine Spur der Naturbeobachtung und des Respektes vor ihr.

Im Rahmen der Ausstellung läuft die Filmreihe DER BLICK ÖFFNET SICH, zusammen gestellt durch Hans Helmut Prinzler, den langjährigen Direktor der Stiftung Kinemathek. Der Fokus liegt auf Filmen, die Jürgen Böttcher beeinflusst haben, und solchen, die künstlerisches Schaffen sowie die Künstlerpersönlichkeit beleuchten.

Seit 2016 wird in zwei NEUEN RÄUMEN die Schlossgeschichte bis und nach 1945 präsentiert. Sacrow nimmt am 9. September 2018 am deutschlandweiten TAG DES OFFENEN DENKMALS teil. Der Eintritt ist an diesem Tag frei für Alle.

Freitag, 20. Juli 2018, 18.00 Uhr | Vernissage der Ausstellung

DER KREIS SCHLIESST SICH. STRAWALDE | JÜRGEN BÖTTCHER
in Schloss und Park

Freitag, 27. Juli 2018, 19.30 Uhr | Eröffnung Filmreihe KUNST TRIFFT KINO X KINO TRIFFT KUNST

JAHRGANG 45 (1966/90) Regie: Jürgen Böttcher. Buch: Klaus Poche, Jürgen Böttcher. Kamera: Roland Gräf. Mit Monika Hildebrand, Rolf Römer. 94 Minuten.
Berlin, Prenzlauer Berg. Die Ehe des Automechanikers Alfred und der Krankenschwester Lisa ist nach zwei Jahren offenbar gescheitert. Die Scheidungsanwälte verordnen den beiden sechs Wochen Bedenkzeit. Wir können beobachten, was sie in dieser Zeit tun. – Der Film wurde im September 1966 in der Schnittphase abgebrochen, weil seine Aussagen nach Meinung der Hauptverwaltung Film gegen die sozialistische Gesellschaft gerichtet waren. 1990 rekonstruiert und uraufgeführt. Der einzige Spielfilm von Jürgen Böttcher.

Sonntag, 29. Juli 2018, 15.00 Uhr | Plein Air Kinder-Malaktion mit Strawalde

Kostenbeitrag für Zeichen- und Mal-Utensilien: 4 Euro p.P. Begrenzte Teilnehmerzahl.
Um Anmeldung wird gebeten unter karten(at)ars-sacrow.de

Samstag, 04. August 2018, 15.00 Uhr | Parkspaziergang

Künstler & Gärtner: ein Parkspaziergang mit Schlossgärtner Uwe Held & Strawalde

Sonntag, 12. August 2018 | LANGE NACHT DER MAUER 1961 – 1989 am Vorabend des 13. August mit Konzert & Kino

16.00 Uhr
EINS, ZWEI, DREI (1961)
Regie: Billy Wilder. In der Hauptrolle Horst Buchholz
MacNamara ist der Direktor des Coca-Cola-Vertriebs in West-Berlin, möchte aber hoch hinaus und Leiter von ganz Europa werden. Um es so weit zu schaffen, muss die Vita stimmen. Zu allem Unglück hat sich seine Tochter jedoch mit einem linientreuen Ost-Berliner verheiratet. Kultfilm und Politkomödie.

19.30 Uhr
DIE MAUER, BRD (1990)
Regie: Jürgen Böttcher. Kamera: Thomas Plenert
Den historischen Moment des Mauerfalls nimmt Böttcher mit der Kamera auf. Über Wochen beobachtet er die Demontage des einstigen Eisernen Vorhangs an der Systemgrenze und diejenigen, die aus der Welt und beiden Stadt – und Landesteilen Zuschauer werden.
Staunen und Verwunderung fängt er ebenso ein, wie das Unfassbare, was dieser epochalen Zäsur innewohnt.

Freitag, 17. August 2018, 19.30 Uhr | Filmreihe KUNST TRIFFT KINO X KINO TRIFFT KUNST - 2 Kurzfilme im Sommer

EINE LANDPARTIE (1936)
Regie: Jean Renoir. Buch: Jean Renoir, nach der Novelle von Guy de Maupassant. Kamera: Claude Renoir. 40 Minuten.
Frankreich Anfang der 1880er Jahre. Ein Familienausflug mit Freundinnen und Freunden im Sommer aufs Land. Die älteren Männer angeln, die anderen unternehmen einen Bootsausflug, bei dem es zu spontanen Liebesbeziehungen kommt. Jean Renoir, Sohn des Malers Auguste Renoir, konnte den Film 1936 nicht vollenden. Zehn Jahre später hat der Produzent Pierre Braunberger aus dem vorhandenen Material ein Fragment montiert, das große poetische Qualitäten besitzt.

BARFUSS UND OHNE HUT (1965)
Regie: Jürgen Böttcher. Kamera: Christian Lehmann. 16 Minuten.
Jugendliche im Urlaub am Ostseestrand von Prerow im August 1964. „Rocco“ aus Berlin ist Berufskraftfahrer-Lehrling, spielt Gitarre und will später studieren. Sein Freund arbeitet als Rangierer und träumt von einer Qualifizierung als Fahrdienstleiter. Andere erzählen vom Studium an der Pädagogischen Hochschule in Karl-Marx-Stadt. Eine junge Generation formuliert ihre Wünsche und Ansprüche. Die Stimmung wird durch die Bilder und die Musik geprägt.

Sonntag, 24. August 2018, 19.30 Uhr | Filmreihe KUNST TRIFFT KINO X KINO TRIFFT KUNST

FAHRRADDIEBE (1948) Regie: Vittorio de Sica. Buch: Cesare Zavattini, Vittorio de Sica, Suso Cecchi d’Amico, Adolfo Franci. Kamera: Carlo Montuori. Mit Lamberto Maggiorani, Enzo Staiola, Lianella Carell. 90 Minuten.
Rom 1948. Arbeitslosigkeit und Kleinkriminalität beherrschen die Stadt. Der Tagelöhner Antonio Ricci ergattert einen Job als Plakatkleber. Voraussetzung für die Tätigkeit ist ein eigenes Fahrrad. Als ihm das gestohlen wird, sucht er, meist begleitet von seinem kleinen Sohn, in der ganzen Stadt nach dem Dieb. Er scheint erfolgreich zu sein, wird aber von den Bewohnern des Viertels vertrieben. In seiner Verzweiflung stiehlt Antonio schließlich selbst ein Rad und wird ertappt. Das Ende des Films lässt auf eine bessere Zukunft hoffen. Mit Laiendarstellern. Einer der berühmtesten Titel der internationalen Filmgeschichte.

Freitag, 31. August 2018, 19.30 Uhr | Filmreihe KUNST TRIFFT KINO X KINO TRIFFT KUNST

LOVING VINCENT (2017) Regie: Dorota Kobiela, Hugh Weichman. Buch: Jacek Dehnel, Dorota Kobiela, Hugh Weichman. Kamera: Tristan Oliver. 94 Minuten.
Armand Roulin, Sohn eines Postmeisters, versucht herauszufinden, ob sich der Maler Vincent van Gogh wirklich selbst umgebracht hat oder das Opfer eines Verbrechens geworden ist. Er findet viele Menschen, die ihm etwas über den großen Künstler erzählen. Der Film wurde zunächst mit realen Personen gedreht und dann in animierten Ölgemälden neu gestaltet. Dies geschah in einer Zusammenarbeit der polnischen Malerin Dorota Kobiela und des britischen Produzenten Hugh Weichman. Im vergangenen Jahr uraufgeführt und international sehr erfolgreich. Eine innovative Verbindung zwischen Malerei und Film.

Sonntag, 09. September 2018 | TAG DES OFFENEN DENKMALS

15.00 Uhr
Führungen
zur vollen Stunde mit Regina Mollenhauer in der Heilandskirche, Uwe Held im Park Sacrow und Kastellan Günter Voegele im Schloss.

18.30 Uhr
Filmvorführung
„Gärtner führen keine Kriege“ und anschließendes Gespräch mit Regisseur Jens Arndt, der für diesen Film den Denkmalschutzpreis 2017 erhalten hat.

Eintritt frei

Freitag, 21. September 2018, 19:30 Uhr | Filmreihe KUNST TRIFFT KINO X KINO TRIFFT KUNST - Produzent Joachim von Vietinghoff im Gespräch mit einem Gast

WER HAT ANGST VOR ROT GELB, BLAU? (1991) Regie: Heiko Schier Besetzung:
Der noch unentdeckte Berliner Maler Banuscher liegt seiner Freundin und Muse Francis auf der Tasche. Sie ist es auch, die für ihn eine Ausstellung arrangiert und ihm damit endlich Erfolg beschert. Zum Dank lässt Banuscher sie fallen. Die Gedemütigte rächt sich…   Der Film nimmt Bezug auf die Zerstörung des Gemäldes von Barnett Newman „Who´s afraid of Red, Yellow and Blue“ am 13. April 1982 in der Berliner Neuen Nationalgalerie.

Freitag, 28. September 2018, 19.30 Uhr | Abschluss der Filmreihe KUNST TRIFFT KINO X KINO TRIFFT KUNST

GOYA ODER DER ARGE WEG DER ERKENNTNIS (1971) Regie: Konrad Wolf. Buch: Angel Wagenstein, Konrad Wolf, nach dem Roman von Lion Feuchtwanger. Kamera: Werner Bergmann. Mit Donatas Banionis, Olivera Katarina, Fred Düren, Rolf Hoppe, Ernst Busch. 134 Minuten.
Madrid am Ende des 18. Jahrhunderts. Der Maler Francisco de Goya arbeitet am Hof des Königs Karl IV., liebt die Herzogin von Alba, entdeckt aber das Leid einfacher Menschen. Er erleidet einen Hörsturz, fühlt sich von Dämonen verfolgt, gerät in die Hände der Inquisition und geht am Ende ins Exil. – Eigentlich sollte der Film mit einem westlichen Partner realisiert werden. Für die Hauptrolle dachte man an Anthony Quinn. Dann wurde Lenfilm Coproduzent. Gedreht auf 70mm. Wolfs Film plädiert für die Freiheit der Kunst.

Mittwoch, 03. Oktober 2018, 19.30 Uhr | Film Special zum Tag der Deutschen Einheit

FAMILIE BRASCH – EINE DEUTSCHE GESCHICHTE (2018) Produzent Joachim von Vietinghoff im Gespräch mit Regisseurin Annekatrin Hendel
Kinodokumentarfilm von Annekatrin Hendel, 100 min.
Exemplarisch erzählte Familien-Saga über drei Generationen hinweg vor historischer Kulisse. Die jüdischen Eltern, Horst und Gerda Brasch, lernen sich zweiten Weltkrieges im Londoner Exil kennen, gründen 1946 eine Familie in der sowjetischen Besatzungszone in Ostberlin. Die Mutter, eine kunstbegeisterte Wienerin, wird in der DDR nie heimisch und stirbt früh. Mit dem Vater, dem mächtigen Staatsfunktionär, der vom Judentum zum Katholizismus konvertiert und während des Krieges zum gläubigen Kommunisten wird, fechten die drei Söhne Thomas, Klaus und Peter Brasch erbitterte Kämpfe aus. Zwei werden Schriftsteller, der mittlere Schauspieler. Die jüngste Tochter, Marion Brasch, ist die einzige, die es ins Heute schafft.

20.07.2018 18:00 Uhr

Adresse

Schloss Sacrow
Krampnitzer Straße 33
14469 Potsdam
Zur Infoseite des Veranstaltungsortes
Sacrow. Schloß. Blick vom Park

Anreise

Parkplätze:

Öffentlicher Parkplatz an der Ortseinfahrt Sacrow, ca. 300 m Fußweg zum Schloss

Preise

Eintritt zu den Abendveranstaltungen: 10 Euro / ermäßigt 5 Euro

Eintritt in die Ausstellung: 8 Euro / Ermäßigt 5 Euro

Veranstalter

Kontakt

Ars Sacrow e.V.
Weinmeisterweg 8
14469 Potsdam

Tel.: 0331.60 14 98 77
http://www.ars-sacrow.de

Anmeldung

Reservierungen für alle Veranstaltungen unter karten(at)ars-sacrow.de