Zwischen Gartenlaube und Russenmagazin

Alltag am Potsdamer Pfingstberg 1945–1994

Als auf der Potsdamer Konferenz im Schloss Cecilienhof im Jahre 1945 „die Neuordnung der Welt“ und die Teilung Deutschlands beschlossen werden, wirkt sich das unmittelbar auf den Alltag vieler Potsdamer aus. Dazu gehören auch die Menschen im Gebiet um den Pfingstberg herum, das jetzt nahe der Grenze zu Westberlin liegt. Die bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs durch Villen und Parkanlagen geprägte Wohn- und Erholungsgegend in der Nauener Vorstadt wandelt sich jetzt zum sowjetischen „Militärstädtchen Nr. 7“ mit einem Gefängnis des sowjetischen Geheimdienstes KGB und der Zentrale der Auslandsspionage.

Das Arbeiten, Einkaufen und die Freizeitaktivitäten der Anwohner werden fortan von dieser Entwicklung bestimmt. Besorgungen zum Beispiel werden im „Russenmagazin“ gemacht, einer sowjetischen Verkaufseinrichtung, die für Armeeangehörige und deren Familien bestimmt ist, aber auch DDR-Bürgern offensteht. Die Kleingärten am Hang des Pfingstbergs werden in dieser Zeit zu wichtigen privaten Rückzugs- und Erholungsorten.

Im Belvedere Pfingstberg wird vor diesem historischen Hintergrund die Sonderausstellung „Zwischen Gartenlaube und Russenmagazin. Alltag am Potsdamer Pfingstberg 1945-1994“ gezeigt, die Zeitzeugen aus der direkten Umgebung des Pfingstbergs zu Wort kommen lässt. Die bereits bestehende Dauerausstellung zur Geschichte des Pfingstberg-Ensembles im Belvedere wird um einen Raum im Erdgeschoss des Westturms ergänzt. Hier lernen Besucher über drei Medienstationen zwölf facettenreiche Lebensgeschichten von Bewohnern kennen.
Darunter sind der Regisseur, Fotograf und Drehbuchautor Franz Baake, der 1941 bis 1951 in der Großen Weinmeisterstraße lebte und den Einmarsch sowjetischer Truppen in sein Wohngebiet erlebte, Matthias Freydank, der seine Kindheit und Jugend in der Villa Henkel verbrachte, in der zu DDR-Zeiten ein Altersheim untergebracht war und Mario und René Kade, die in der Höhenstraße aufwuchsen und von einer unbeschwerten Kindheit in den 1980er-Jahren berichten. Diese Geschichten sind zum Teil traurig und rührend, aber auch witzig und humorvoll und spiegeln die jeweilige Wahrnehmung des erlebten Alltags wider.

Gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Gefördert mit Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.

06.05.2020 - 31.10.2020

Adresse

Belvedere Pfingstberg
Pfingstberg
14469 Potsdam

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