250 Jahre Neues Palais

Wegmarken der Geschichte

Das Neue Palais von Sanssouci feiert 250-jähriges Jubiläum – Anlass für die SPSG, von April bis November zu diversen Sonderführungen durch das Gästeschloss Friedrichs des Großen einzuladen. Nur in wenigen Schlössern des 18. Jahrhunderts findet sich eine derartige Bandbreite kostbarster Materialien wie Marmor, Seide und Porzellan sowie kunstvoller Einrichtungsgegenstände.

Die Führungen konzentrieren sich jeweils auf einzelne Bereiche des Schlosses wie den Grottensaal oder die königliche Bibliothek, widmen sich Möbeln, Uhren und Gemälden oder gestatten auch einen Blick in Räume, die noch nie für Besucher geöffnet waren. Ein weiterer Höhepunkt des Jubiläumsjahres ist die Wiedereröffnung der kostbaren Königswohnung am 8. Juni, die jedes Wochenende im Rahmen von Führungen besichtigt werden kann. Und die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci sind am 10. Juni mit einem Wandelkonzert zu Gast im Neuen Palais.

1769 war das Neue Palais nach siebenjähriger Bauzeit vollendet. Typisch für Friedrich den Großen: Die „Inbetriebnahme“ des Schlosses geschah noch bei laufendem Baubetrieb. So war die Königswohnung bereits 1765 im Südostflügel fertiggestellt. 1768 beging der König die Einweihung des Schlosses in Anwesenheit seiner Geschwister Amalia und Heinrich. Im Juli 1769 fanden hier erstmals größere Festlichkeiten zur Vermählung des Kronprinzen Friedrich Wilhelm (II.) mit Friederike Luise von Hessen-Darmstadt statt. Die zehntägigen Feierlichkeiten umfassten Illuminationen, Konzerte und andere Lustbarkeiten für das frisch vermählte Paar und dessen Gäste. Im gleichen Jahr konnte das Neue Palais erstmals einen offiziellen Staatsgast begrüßen, die Kurfürstin-Witwe Maria Antonia von Sachsen. Auch sie wurde mit aufwendigen Festlichkeiten und Theateraufführungen begrüßt.

Das monumentale Gebäudeensemble am westlichen Rand des Parks Sanssouci, schließt neben der Schlossanlage auch die Wirtschaftsgebäude der Communs und das verbindenden Triumphtor ein. Den fürstlichen Besuchern präsentierte sich das Neue Palais als „Fanfaronade“. Diese „Prahlerei“ Friedrichs des Großen war ein Symbol des Königs, um den europäischen Staaten zu signalisieren, dass Preußens wirtschaftliche und kulturelle Stärke auch nach dem Siebenjährigen Krieg (1756–1763) ungebrochen war.

Im 18. Jahrhundert war das Neue Palais Gästeschloss, in dem während der sommerlichen Festsaison befreundete Herrscher und Familienmitglieder des Königs untergebracht wurden. In diesen kurzen Zeiträumen bewohnte der König selbst die für ihn errichtete Königswohnung im Südostflügel. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Neue Palais zum Wohnschloss, zunächst für Kronprinz Friedrich (III.) und seine Ehefrau Victoria. Ab 1889 diente es dem letzten deutschen Kaiser Wilhelm II. und seiner Familie bis 1918 als Residenz.