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KunstGeschichten II
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Am linken Bildrand ist, bekleidet mit einem weißen Kittel, Fritz Leweke während der Restaurierungsarbeiten im Jahr 1978 an Adolph Menzels Krönung König Wilhelms I. in Königsberg (1861) zu sehen. Der zu diesem Zeitpunkt bereits 77-jährige Restaurator war in den Jahren von 1964 bis 1988 für die Staatlichen Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci als freier Mitarbeiter tätig. Er galt – nicht zuletzt wegen seiner über 50-jährigen Berufserfahrung – als Spezialist für die Restaurierung insbesondere der großformatigen Bilder und der Leinwanddeckengemälde der Sammlungen.
Die Arbeiten an dem 445 x 345 cm messenden Krönungsbild machen den erfindungsreichen Umgang Lewekes mit der schwierigen Aufgabe beschädigter Großformate anschaulich. In dem damals ebenfalls noch unrestaurierten Ovidsaal in den Neuen Kammern ließ er eine den übergroßen Maßen entsprechende Dublierbühne errichten. Auf dieser konnten die Objekte mit Hilfe der drei an den Leuchterhaken befestigten Flaschenzüge, die ein knickfreies und damit die Malschicht schonendes Hochziehen der Leinwand garantierten, gewendet werden. Das im Fall des Krönungsbildes besonders brüchige Gewebe des Bildträgers wurde für den Moment des Hängens – den die Gelatinetrockenplatte hier dokumentiert – von Leweke zusätzlich gesichert, indem er die Last des Bildes mit Hilfe von punktuell montierten Tuchstreifen gleichmäßig auf der Bildfläche verteilte. Nach dem Wenden konnte die Rückseite des Trägers neu dubliert, d.h. mit einer zweiten Leinwand stabilisiert werden. Zusätzlich mussten die verschlissenen Spannränder des Bildes restauriert werden. Leweke ließ die Leinwand der Ränder originalgetreu nachweben, retuschierte die dortigen Farbverluste sowie die Fehlstellen der Bildfläche, und ergänzte die zerstörte zweite Zeile von Menzels Signatur. Nach insgesamt zweijährigen Restaurierungsarbeiten konnte das Krönungsbild 1980 bei der Menzelausstellung, die anlässlich des 75. Todestages des Künstlers in der Berliner Nationalgalerie stattfand, in seiner ursprünglichen Größe präsentiert werden.
Die Jahresausstellung zum Thema Restaurierung http://www.die-kunst-zu-bewahren.de/ der Stiftung wird in den Räumen der Orangerie im Neuen Garten gezeigt. Dort wird dem Interessierten noch bis zum 17.09.2006 die diffizile Arbeit der Restauratoren aus den verschiedenen Bereichen wie Glas, Textil, Malerei oder Skulptur am Kunstwerk in schrittweisen Darstellungen und in Projektionen nahe gebracht.
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Hier finden Sie Informationen zum aktuellen Forschungsprojekt:
Digitalisierung und Erschließung der Sammlung der historischen Originalaufnahmen von 1894 - 1945 der Fotothek der SPSG
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