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1712 - 1786
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Friedrich der Große mit Dreispitz, Gemälde von Antoine Pesne |
Friedrich der Große, Gemälde von Anton Graff |
Mit Friedrich II. (1712 - 1786) betrat eine der bedeutendsten Herrscherpersönlichkeiten des 18. Jahrhunderts die europäische Bühne. Während seiner Regierungszeit stieg der noch junge Staat Preußen zu einer bedeutenden Großmacht auf, die Friedrich gleich nach der Regierungsübernahme in mehrere blutige Kriege mit Frankreich, Russland und Österreich (Zwei Schlesische Kriege, Siebenjähriger Krieg, Österreichischer Erbfolgekrieg) um die Vorherrschaft in Europa führte, allerdings mit nur mäßigem Erfolg.
Am Ende hatte sich nach dem Frieden von Hubertusburg im Jahr 1763 kaum etwas im europäischen Mächteverhältnis geändert. lnnenpolitisch führte der König das Werk seines Vaters fort, indem er Verwaltung und Beamtentum in Preußen weiter ausbaute und umfassende Reformen im Heeres-, Rechts- und Erziehungswesen sowie in der Landwirtschaft einleitete.
Während seiner Kindheit und Jugend hatte Friedrich unter der strengen Erziehung seines Vaters außerordentlich gelitten. So endete ein Fluchtversuch des Kronprinzen aus der verhassten Umgebung des königlichen Hofes mit seiner Festnahme und Inhaftierung in der Festung Küstrin.
In krassem Gegensatz zu Friedrich Wilhelm I. war Friedrich II. ein Mann mit ausgeprägtem Sinn für Literatur, Musik und Philosophie. Bereits als Kronprinz verwandelte er seinen Wohnsitz Schloss Rheinsberg in einen preußischen Musenhof, wo er im engen Freundeskreis einen geselligen und intellektuellen Lebensstil pflegte. Friedrichs musikalische Begabung zeigte sich, indem er selbst als Flötist in Erscheinung trat und darüber hinaus zahlreiche Sonaten für Flöte und Cembalo komponierte.
Auf Grund seines Rufes als aufgeklärter und toleranter Monarch etablierte Friedrich später an seinem Hof in Berlin und Potsdam einen philosophische Zirkel ("Tafelrunde"), zu dessen Kreis bedeutende Geistesgrößen seiner Zeit wie zum Beispiel der Graf Algarotti und der französische Denker und Schriftsteller Voltaire zählten.
Auch als Förderer der Künste trat Friedrich II. hervor. In der Residenz Berlin ließ von seinem bevorzugten Baumeister Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff u.a. das Opernhaus Unter den Linden erbauen. Derselbe Architekt schuf nach einer eigenhändigen Idee des Königs zwischen 1745 und 1747 in der Nähe von Potsdam Schloss Sanssouci, das nach Fertigstellung zum Lieblingsaufenthaltsort Friedrichs II. wurde.
Noch heute schmücken dieses Hauptwerk des friderizianischen Rokoko zahlreiche Kunstwerke aus der Sammlung Friedrichs II. (u.a. Gemälde von Watteau, Lancret, Pater, Pesne). Schon bald nach Fertigstellung des Schlosses ließ der König weitere Bauten in der unmittelbaren und weiteren Umgebung errichten (Chinesisches Haus, Schloss Neue Kammern, Bildergalerie, Neues Palais) und die Gärten zu einer weitläufigen Parkanlage ausbauen, die so zum Ausgangspunkt aller weiteren königlichen Parks in Potsdam wurde.
Friedrich II. starb vereinsamt am 17. August 1786 im Arbeitszimmer seines geliebten Schlosses Sanssouci. Seit 1991 ruhen seine sterblichen Überreste in der Gruft auf der oberen Schlossterrasse, wie er es in seinem Testament verfügt hatte.
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