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UNESCO Welterbe

  König Friedrich Wilhelm I. (der Soldatenkönig)

Friedrich Wilhelm I., Kurfürst von Brandenburg, König in Preussen
geb.: 14.08.1688 im Schloss zu Cölln an der Spree
gest.: 31.5.1740 im Stadtschloss in Potsdam
Begräbnisstätte: bis 1945 Garnisonkirche Potsdam; bis 1952 Elisabethkirche zu Marburg; bis 1991 Burg Hohenzollern; seit dem 17.08.1991 Mausoleum an der Friedenskirche in Potsdam

Friedrich Wilhelm I., <br>Gemälde von Antoine Pesne
Friedrich Wilhelm I.,
Gemälde von Antoine Pesne

Regierungszeit: 25.02.1713 - 31.05.1740

Eheschließung am 28.11.1706 mit Sophie Dorothea von Hannover
10 Kinder: Wilhelmine; Friedrich (II.); Friederike Luise; Philippine Charlotte; Sophie; Luise Ulrike; August Wilhelm; Amalie; Heinrich; August Ferdinand; (4 Kinder im Säuglingsalter verstorben)

"Mein Vergnügen besteht hauptsächlich in einer Menge guter Truppen", erklärte Friedrich Wilhelm, als er im Februar 1713 seinem Vater Friedrich I. auf den preußischen Thron folgte. Der neue König, dem aufgrund dieser Gesinnung im Volksmund seit dem Erfolg von Jochen Kleppers Roman "Der Vater" der Beiname "Soldatenkönig" anhaftet, wollte Preußens Macht auf eine ansehnliche, achtunggebietende Armee gründen. Sichtbarer Ausdruck dieses Willens war zum einen die Potsdamer Riesengarde, mit der sich Friedrich Wilhelm seit Jugendjahren umgab. Die großen Soldaten symbolisierten den Stellenwert, den der König der Armee beimaß. Die "Langen Kerls" wurden zu einer Versuchstruppe des Heeres, was Drill und Feuergeschwindigkeit anlangte. Zum anderen zeigte die Erscheinung des Herrschers dessen Einstellung: Seit 1725 trug Friedrich Wilhelm in der Öffentlichkeit nur noch Uniform.

Dem militärischen Zweck galten auch die wesentlichen Reformen des Königs. Da der preußische Staat nicht in der Lage war, eine zahlreiche Arme beständig zu unterhalten, nahm Friedrich Wilhelm Änderungen in der Staatsverwaltung vor. 1723 legte er die beiden großen Behörden für das Finanz- und Militärwesen zu dem neuen General-Ober-Finanz-Kriegs- und Domänen-Direktorium zusammen. Die Ausgaben für den Hof wurden gekürzt, die für die Armee nach und nach erhöht. Mit der Kantonsverfassung führte Friedrich Wilhelm ab 1733 außerdem ein geordnetes Rekrutierungssystem in seinen Ländern ein. Den einzelnen Regimentern wurden genau bezeichnete Gebiete, Kantone, zugewiesen, aus denen sie ihren Ersatz ziehen oder, wie es zeitgenössisch hieß, "enroullieren" konnten. Die "Enroullierten" mussten zwei Monate im Jahr exerzieren, waren aber sonst, um arbeiten zu können, freigestellt. Eine unmäßige Militarisierung der Gesellschaft, wie oft unterstellt, lässt sich daraus nicht ableiten.

Was die Religion anlangt, so setzte Friedrich Wilhelm die Konfessionpolitik seiner Vorfahren fort: Er wollte in seinen Ländern eine Vereinigung von Reformierten und Lutheranern herbeiführen - jedoch, wie zuvor sein Vater, unter calvinistischem Vorzeichen. Zu diesem Zweck konzentrierte sich der reformierte König vor allem darauf, die katholischen Traditionsreste im Luthertum zu beseitigen, weil sie seiner Meinung nach einer vertieften Aneignung der reformatorischen Lehre im Land im Wege standen. Seine diesem Ziel unterworfenen Maßnahmen setze Friedrich Wilhelm gegen den Protest der lutherischen Geistlichkeit und Bevölkerung mit der ihm eigenen Härte durch. Dass ihm die beiden evangelischen Bekenntnisse gleichberechtigt waren, wie man aufgrund der Ausführungen in seinem politischen Testament gerne geschlossen hat, lässt sich nur schwerlich behaupten.

Auch privat war Friedrich Wilhelm ein harter Mensch. Sein oft unkontrollierter Jähzorn, seine unvorhersehbaren Wutausbrüche waren in der Familie gefürchtet. Seine Tochter Wilhelmine, die Markgräfin von Bayreuth, hat ihren Vater für seine Roheit gehasst, wie aus ihren Memoiren hervorgeht, und auch sein Sohn Friedrich hatte als Kronprinz den unverhältnismäßigen Zorn des Vater zu spüren bekommen. Die biedere Einfachheit Friedrich Wilhelms, seine Vorliebe für die Jagd und seine Abneigung gegenüber hoher Kunst passt zu diesem Wesenszug. Auch die Bilder, die er selbst malte, entsprechen ihm. In Schloss Königs Wusterhausen, in den ehemaligen königlichen Wohnräumen, kann man sich davon am Beispiel von fast vierzig eigenhändigen Werken des "Soldatenkönigs" überzeugen.

 
 

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