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UNESCO Welterbe

  Peter Joseph Lenné (Gartenkünstler, Landschaftsgestalter)

Peter Joseph Lenné
Peter Joseph Lenné

P. J. Lenné stammte aus einer alten Bonner Hofgärtnerfamilie. In seiner Jugend zog es ihn nach Paris, der Stadt, die in der Folge der Französischen Revolution auch zum Brennpunkt einer neuen künstlerischen Entwicklung in Europa wurde. Hier studierte er in den Jahren 1811/12 die moderne französische Gartenkunst und Architekturtheorie.

1816 kam Lenné dann nach Potsdam, wo er zunächst als "Gärtnergehilfe" in der königlichen Gartenverwaltung tätig war. Diese Anstellung hatte ihm vermutlich der Staatskanzler Fürst Hardenberg vermittelt. Noch im gleichen Jahr nämlich wurde Lenné von ihm beauftragt, den Park des Schlosses Glienicke, das der Fürst gerade erworben hatte, landschaftsgärtnerisch zu gestalten. Hier lernte Lenné auch Schinkel kennen, der gerade mit dem Umbau des Glienicker Schlosses beauftragt war.

Lenné und Schinkel fühlten sich rasch durch gemeinsame künstlerische Ziele verbunden: Beide wollten den gewaltigen Schub an künstlerischer Erneuerung, der von der Französischen Revolution ausging, in ihrer Arbeit umsetzen - und beide sahen auch in der Potsdamer Seen- und Hügellandschaft das ideale Terrain für ihre Vorstellungen. Diese Landschaft sollte an markanten Punkten durch eine auf sie zugeschnittene Architektur "verschönert" und zu einem übergreifenden Ganzen verbunden werden. Ziel dieser Bemühungen war für beide Künstler die "ästhetische Erziehung des Menschen".

Lenné hatte wahrscheinlich schon unmittelbar nach seiner Ankunft in Potsdam die Möglichkeiten zur Gestaltung einer weiträumigen Parklandschaft erkannt. Noch im gleichen Jahr entwickelte er einen "Plan von Sanssouci und dessen Umgebung nebst Projekt fließendes und springendes Wasser dahinzubringen, so wie auch die Promenaden zu verschönern".

Ein Gutachten Lennés von 1821 enthält bereits Überlegungen, "alles vereinzelt Schöne der historischen Überlieferungen in der Umgebung Potsdams durch eine verschönerte Landschaft harmonisch zu vereinigen".

Dieser Entwurf nimmt auch die alte Idee von der Gesamtverschönerung der "Insel Potsdam" wieder auf, die im späten 17. Jahrhundert entstanden war. Doch die Vorstellung vom "paradiesischen Eiland Potsdam" konnte in kurfürstlicher Zeit nur sehr begrenzt verwirklicht werden. Für Lenné aber wurde diese Idee zur Grundlage seines späteren Wirkens. Nach seiner Ernennung zum Generaldirektor der königlich-preußischen Gärten im Jahr 1824 konnte er seine weiträumigen Gestaltungsgrundsätze kontinuierlich und oft in Ergänzung zur Arbeit Schinkels umsetzen.

In einem weiteren "Verschoenerungsplan der Umgebung von Potsdam" von 1833 beabsichtigte Lenné bereits, die Flußlandschaft der Havel "als einen See mit einem großen Park in einer Ausdehnung von fast zwei deutschen Meilen, von dem Karlsberge bei Baumgartenbrück an, bis zur Pfaueninsel..." durchzugestalten. Das Zentrum des Entwurfs bildeten die intensiv gestalteten königlichen Gärten. Davon ausgehend sollten einige Uferabschnitte der Havel mit Laubwäldern bepflanzt, vorhandene Wälder zum Teil parkartig erschlossen, sowie Feldfluren und Hügel bewaldet werden. Mit König Friedrich Wilhelm IV., der 1840 die Regierung übernahm, hatte Lenné schließlich einen Auftraggeber gefunden, der seine Ideen von der Ausgestaltung der Potsdamer Parklandschaft enthusiastisch teilte.

Bis zu Lennés Tod im Jahr 1866 fügten sich nun Stück für Stück die einzelnen Teile der Potsdamer Umgebung zu dem großen Vorhaben zusammen: der überarbeitete Neue Garten und der umgestaltete Park von Sanssouci, die Pfaueninsel, die Schlossparks von Glienicke, Babelsberg und Sacrow, die Pfingstberganlage und der Park Lindstedt.

 
 

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