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Erste Gemahlin Friedrich Wilhelms III. von Preußen
geb.: 10.3.1776 im Alten Palais an der Leinestraße in Hannover
gest.: 19.7.1810 im Schloss Hohenzieritz
Begräbnisstätte: Mausoleum im Park von Schloss Charlottenburg in Berlin
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J. H. W. Tischbein: Kronprinzessin Luise von Preußen, Foto: Jörg P. Anders |
Nikolaus Lauer: Königin Luise von Preußen, Foto: SPSG |
Friedrich Georg Weitsch: Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise, Foto: Jörg P. Anders |
Luise Auguste Wilhelmine Amalie wurde als dritte überlebende Tochter des Erbprinzen Karl Ludwig Friedrich von Mecklenburg-Strelitz in Hannover geboren. Luises Jugendzeit verlief in ruhigen Bahnen bei der Großmutter in Darmstadt. Ihre Erziehung übernahm eine Schweizerin, Fräulein von Gelieux. Sie wurde in Französisch, Englisch, Geschichte, Geographie, Deutsch und Religion unterrichtet; ihre schulischen Leistungen waren jedoch eher mäßig. Sich ihrer oberflächlichen Bildung durchaus bewusst, versuchte Luise später, tatkräftig unterstützt von ihrer engsten Freundin Karoline von Berg und ihrem Bruder Georg, ihre Unwissenheit zu beseitigen.
1790 verweilte sie mit ihren Geschwistern anlässlich der Krönung Leopolds II. zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation in Frankfurt. Zwei Jahre später wurde in der alten Reichsstadt dessen Nachfolger Franz II. gekrönt. Diesmal nahm sie mit ihrer Schwester Friederike und ihrem Bruder Georg an den Feierlichkeiten und einem Ball teil, den sie mit Clemens Lothar von Metternich, dem späteren österreichischen Kanzler, eröffnete. So in die Gesellschaft eingeführt und als Heiratskandidatin präsentiert, hatte ihr Auftreten auch das Interesse König Friedrich Wilhelms II. von Preußen geweckt, der sich während der französischen Revolutionskriege in Frankfurt aufhielt und für seine beiden ältesten Söhne auf Brautschau war. Nach einer Begegnung mit den Mecklenburger Prinzessinnen ließ er sie – begeistert von ihrer Schönheit – im März 1793 seinen Söhnen vorstellen und ermöglichte ihnen, ihre Wahl zu treffen.
Anfangs unsicher, entschied sich der ältere, Kronprinz Friedrich Wilhelm (III.), schließlich für Luise, während sein Bruder Louis deutlich zu erkennen gab, daß ihm beide Schwestern völlig gleichgültig wären, da er anderweitig verliebt sei. Am 24. April 1793 fand in Darmstadt dennoch die Doppelverlobung statt. Acht Monate später, am Heiligen Abend, wurde Luises Hochzeit mit dem Kronprinzen im Berliner Schloss gefeiert; zwei Tage danach heiratete Friederike den Prinzen Louis.
Am 15. Oktober 1795 schenkte Luise dem späteren König Friedrich Wilhelm IV. und am 22. März 1797 ihrem zweiten Sohn, dem nachmaligen Kaiser Wilhelm I. das Leben. Insgesamt brachte Luise 10 Kinder zur Welt; drei davon starben sehr früh.
Die Ehe des Kronprinzenpaares war von großer Zuneigung füreinander geprägt, ihr Familienleben ausgesprochen glücklich. Der Alltag des Paares verlief recht gleichmäßig und wurde nur von Reisen nach Neustrelitz, an den väterlichen Hof, oder nach Pyrmont unterbrochen. 1795 hatte Friedrich Wilhelm das bei Potsdam im Havelland gelegene Gut Paretz erworben, da ihm der Aufenthalt im zu großen altehrwürdigen Oranienburger Schloss wenig zusagte. Hier verbrachten Luise und er die glücklichste und unbeschwerteste Zeit ihres Lebens.
Am 16. November 1797 starb Friedrich Wilhelm II., der Kronprinz übernahm als Friedrich Wilhelm III. die Regierung und Luise wurde mit 21 Jahren Königin von Preußen.
Am 13. Juli 1798 kam ihre Tochter Charlotte, die später den russischen Zaren Nikolaus I. heiraten sollte, zur Welt.
In den folgenden Jahren stand Luises Leben im Schatten der napoleonischen Expansion. Nach der vollständigen Niederlage Preußens bei Jena und Auerstädt am 14. Oktober 1806 floh Luise über Erfurt, Göttingen und Braunschweig nach Berlin und von dort mit ihrem Gemahl und den Kindern nach Königsberg. Doch erst die Niederlage der mit Preußen verbündeten Russen bei Friedland am 14. Juni 1807 entschied den Ausgang dieses Krieges.
Trotz eines kurzen Zusammentreffens zwischen Napoleon und Luise am 6. Juli 1807, bei dem sie vermutlich versuchte, den Imperator von seinem harten Kurs gegen Preußen abzubringen, diktierte Napoleon in Tilsit den für Preußen schwer zu tragenden Frieden. Napoleon setzte die Kriegsschuld Preußens auf 154 Millionen Francs fest.
Erst im Dezember 1809 kehrte der preußische Hof unter dem Jubel der Bevölkerung nach Berlin zurück, das teilweise von den französischen Besatzungstruppen geräumt war. Luise setzte sich hier erfolgreich für die Rückkehr August von Hardenbergs ein: Im Mai 1810 wurde dieser zum preußischen Staatsminister berufen. Das von dem Freiherrn von und zum Stein begonnene Reformwerk wurde durch ihn fortgesetzt.
Am 25. Juni 1810 reiste Luise mit ihrer Familie an den väterlichen Hof nach Neustrelitz; drei Tage später folgte ihr Friedrich Wilhelm auf das Sommerschloss Hohenzieritz. Dort erkrankte die Königin am 30. Juni an einer Lungenentzündung, die, da sie nicht sehr ernst zu sein schien, den König nicht von einer Abreise nach Berlin zurückhielt. Doch der Gesundheitszustand Luises verschlechterte sich: Der behandelnde Arzt diagnostizierte eine Art Abzess an der Lunge. Am 16. Juli wurde der König dringlich zurückgerufen. Er kam unverzüglich, aber zu spät: Am 19. Juli 1810 gegen 9 Uhr früh starb Königin Luise von Preußen in seinen Armen.
Nach Entwürfen Friedrich Wilhelms III. schuf Heinrich Genz unter Mitarbeit Karl Friedrich Schinkels ihr Mausoleum im Charlottenburger Schlossgarten. Die bekannte Grabstatue der Königin, ein Meisterwerk der Berliner Bildhauerkunst, fertigte Christian Daniel Rauch 1811–1814.
Ihr früher Tod mit 34 Jahren, ihre Anmut und Schönheit sowie ihre Beliebtheit als Landesmutter und ihr Patriotismus trugen zur umfangreichen Legendenbildung und einem Jahrzehnte anhaltenden Luisenkult bei.
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