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Wilhelm II., König von Preußen, Deutscher Kaiser
geb.: 27.01.1859 im Kronprinzenpalais in Berlin
gest.: 04.06.1941 in Haus Doorn (Niederlande)
Begräbnisstätte: Mausoleum im Park von Haus Doorn
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Heinrich von Angeli: Wilhelm II. als Prinz, 1880 |
Max Fleck: Wilhelm II., 1917 |
Regierungszeit: 15.06.1888–09.11.1918
Eheschließung:
1. am 27.02.1881 mit Auguste Victoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg;
2. am 05.11.1922 mit Hermine von Reuss ältere Linie, verw. von Schönaich-Carolath
Nachfahren:
Sieben Kinder (aus erster Ehe): Wilhelm; Eitel-Friedrich; Adalbert; August Wilhelm; Oskar; Joachim; Victoria Luise
Wilhelm II. wollte – wie Friedrich der Große – der "erste Diener seines Staates" sein. Dieser Wunsch bedeutete nichts anderes, als dass er sich dachte, den Staat betreffende Dinge selber zu regeln, zumindest aber Einfluss auf die eigentlich zuständigen Entscheidungsträger zu nehmen. Wilhelm tat dies auf eine neue, wirkungsvolle Weise, indem er sich zu sämtlichen Themen, die ihm wichtig erschienen, mit Reden an die Öffentlichkeit wandte – mit Reden, deren Inhalt die Presse aufnahm und verbreitete. Vor allem dieser Tatsache wegen erschien er nach der Entlassung Bismarcks aus dem Amt des Reichskanzlers im Jahr 1890 mehr denn als dessen Amtsnachfolger als derjenige, der die innen- und außenpolitischen Richtlinien bestimmte.
Doch ist das nur bedingt richtig. Spätestens seit der 1908 durch ein Interview über die Ziele deutscher Außenpolitik entstandenen "Daily Telegraph-Affäre", in die das Außenamt den Kaiser geraten ließ, war Wilhelm als Außenpolitiker desavouiert und bald ohne Einfluss; eine persönliche Schuld am Ausbruch des Ersten Weltkriegs lässt sich ihm daher kaum anlasten.
In der Innenpolitik scheiterte der Kaiser mit seinem Vorhaben, durch sozialpolitische Ideen die Arbeiterschaft zu gewinnen, um auf diese Weise die Sozialdemokratie möglichst überflüssig zu machen.
Allerdings trugen die Reden Wilhelms dazu bei, in der Bevölkerung Zustimmung für seine Vorstellungen vom Eintritt Deutschlands in die Weltpolitik zu wecken - so wie die vom Kaiser persönlich entworfenen Tabellen zur Flottenstärke der Seemächte in der Öffentlichkeit die Bereitschaft für das für diese Weltpolitik notwendige Flottenbauprogramm entstehen ließen. Ein Programm, das in Europa mit zu den Spannungen führte, die sich dann im Weltkrieg entluden. An dessen Ende stand Wilhelms Abdankung am 9. November 1918 und das Exil in Doorn (s. Huis Doorn), wo er 1941 verstarb.
Auch Kunst und Wissenschaft lagen dem Kaiser am Herzen: Er versuchte sich – wenn auch erfolglos – als Dichter, Komponist ("Sang an Ägir") und Marinemaler und wollte der Kunst, wie schon ein Zeitgenosse bemerkte, "durch seine bestimmenden Aufträge bei der Errichtung von Denkmälern und Bauten selbst Anregung geben, wenn auch die Künstlerwelt darin vielfach eine Einschränkung der Individualitäten erblickt[e] und objektiv eine ... Bevorzugung älterer Kunstrichtungen zum Nachteil der modernen darin zu beobachten" war. Persönlich griff er gern in solche Architekturprojekte ein, die den wirtschaftlich-technischen Fortschritt repräsentierten, Bahnhofsbauten etwa, aber auch Post-, Gerichts- und andere Verwaltungsgebäude verdankten dem Geschmack des Kaiser ihr eklektizistisches oder "altdeutsches" Aussehen. Seiner Hauptstadt Berlin schenkte der Kaiser die Siegesallee, eine Galerie der brandenburgischen Herrscher vom Anbeginn bis zu Wilhelm I., die sich einst im Tiergarten befand. Eigene Schlossbauten in Berlin oder Potsdam aber hinterließ der Kaiser nicht, lediglich das Neue Palais im Park Sanssouci ließ er modernisieren.
Weitere Informationen:
Stichting Huis Doorn (Stiftung Haus Doorn)
www.huisdoorn.nl
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