Ausgewählte Objekte aus russischen und deutschen Sammlungen wie Gemälde, Skulpturen, Druckgraphiken, Plakate, Buchillustrationen, Photographien und Alltagsgegenstände erzählen die Geschichte öffentlicher und privater Vorstellungen vom Anderen. Dabei zeigt die Ausstellung, wie nachhaltig wirksam und verblüffend aktuell gegenseitige Vorurteile sein können.
In Deutschland und Russland treten nationale Stereotype im öffentlichen und privaten Leben, in Kunst und Kultur, in Politik und Wissenschaft immer wieder in Erscheinung. Vorurteil und Realität liegen dabei oft weit auseinander.
Im 19. Jahrhundert bewegte sich das Russlandbild der Deutschen wie kein anderes Fremdbild in einem extremen Spannungsfeld von Furcht und Faszination. Im 20. Jahrhundert setzte sich ein negatives Bild von Russland durch. Angst- und Feinbilder spitzten sich zu und führten in der Zeit des Nationalsozialismus zum Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion.
Dagegen hegte die russische Gesellschaft über Jahrhunderte vorwiegend Bewunderung und Neugierde. Erst die Bedrohung und reale Erfahrung im Zweiten Weltkrieg bewirkte, dass die Öffentlichkeit den Deutschen als Schreckbild wahrnahm.
Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts war von einem langsamen Abbau der Konfrontation geprägt. Doch auch heute noch zeigen positive und negative Stereotype ihre nachhaltige Wirkung.
Die wechselseitige Perspektive, die diese Ausstellung ihren Besuchern bietet, gibt ihnen die Möglichkeit, eigene Einstellungen und Vorurteile zu reflektieren. Sie verdeutlicht auch, dass Bilder vom Anderen einem steten Wandel unterliegen.
Die Ausstellung "Unsere Russen - Unsere Deutschen. Bilder vom Anderen. 1800 bis 2000" ist ein Kooperationsprojekt des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst und des Staatlichen Historischen Museums Moskau.
Die Schirmherrschaft haben der Außenminister der Bundesrepublik Deutschland und der Russischen Föderation, Dr. Frank-Walter Steinmeier und Sergej W. Lawrow übernommen. Im Anschluss wird die Ausstellung auch in Moskau zu sehen sein.
Berlin, Schloss Charlottenburg, Neuer Flügel
8. Dezember 2007 bis 2. März 2008
Mittwoch bis Montag 10 h - 17 h
Rahmenprogramm und Führungen
Sonderprogramm zur "Langen Nacht der Museen" am 26.01.2008
Zur Ausstellung erscheint ein Begleitband im Christoph Links Verlag
Weißer Saal:
19.1., 18:30 Uhr
Russische Lieder jenseits von "Taiga-Klischees"
Konzert mit Viktoria Perskaja
15.2., 19.30 Uhr
Spiegel - Bruch - Stücke
Russische Kompositionen des 20. Jahrhunderts und Improvisation
Konzert mit Hannes Zerbe und den Posaunen-Solisten Berlin
2.3., 15 Uhr
Finissage der Ausstellung "Unsere Russen - Unsere Deutschen"
Lesung mit Wolfgang Büscher
Die Ausstellung wird ermöglicht durch die WINGAS GmbH und die Stiftung Deutsche
Klassenlotterie.
Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
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