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UNESCO Welterbe


  Restaurierung einer französischen Pendule mit Uhr- und Glockenspielwerk
Die Pendule auf einem Messbild, 1921

Die Pendule auf einem Messbild, aufgenommen im Neuen Palais in der Zeit um 1921, im unzerstörten Zustand mit dem um 1790 für die Aufstellung im Marmorpalais angefertigten Unterbau.

Pendule Zustand 2003

Zustand 2003: klassizistischer Unterbau verloren, Uhr- und Schlagwerk sowie Zifferblatt ausgebaut, aber nahezu vollständig erhalten. Starke Verschmutzungen an den Bronzeornamenten, Fehlstellen im Schildpatt, abgelöste Metalleinlagen, deformierte und fehlende Teile sind sichtbar.

Der preußische König Friedrich II. besaß eine Schwäche für kunstvoll gearbeitete und technisch raffinierte Prachtuhren. Wahrscheinlich für das Potsdamer Neue Palais erwarb er das hier vorgestellte außerordentlich prunkvolle, in Boulle-Technik (Schildpatt mit Messingeinlagen) ausgeführte und mit figürlichen sowie ornamentalen Bronzeappliken verzierte Stück. Höchstwahrscheinlich bezog er es damals bereits antiquarisch. Zur weiteren Provenienz wird derzeit noch geforscht.

Aufgrund stilistischer Merkmale muss die Uhr in der Zeit um 1730/35 in Paris hergestellt worden sein, vermutlich im Umkreis der Werkstatt des Kunsttischlers Jean Pierre Latz (1691-1754). Signiert ist jedoch nur das Uhrwerk mit "Stollewerck à Paris", ein Uhrmacher, der des öfteren mit Latz zusammenarbeitete.

Die beachtliche Höhe der Pendule von 1,60 Meter (ohne den später hinzugefügten und jetzt verlorenen frühklassizistischen Untertisch) sowie die künstlerisch qualitätsvolle Arbeit machen sie zu einem besonders beachtenswerten Kunstwerk der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten.

Leider befindet es sich seit der Beschlagnahmung durch die Rote Armee und seiner Rückkehr aus Russland (1958) in einem bedauernswerten ruinösen Zustand. Seit anderthalb Jahren kooperiert deshalb die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten mit der amerikanischen J. Paul Getty-Stiftung, die weltweit spektakuläre Restaurierungsprojekte unterstützt. Mit ihrer Hilfe konnte zunächst im Februar 2003 in Potsdam ein internationales Treffen von Restauratoren, Kunsthistorikern und Museologen stattfinden.

Von den in- und ausländischen Fachkollegen kamen wichtige Denkanstöße zur kunsthistorischen Einordnung und zu restauratorischen Fragen. Es ist davon auszugehen, dass die Pendule schon sehr lange nicht oder noch nie restauriert worden ist!

So werden von den Untersuchungsergebnissen der jetzt anstehenden Restaurierung wertvolle Aufschlüsse zu historischen Arbeitstechniken und -materialien erwartet. Dieser Fakt macht das vorliegende Projekt, das insgesamt von der J. Paul Getty-Stiftung finanziell und beratend gefördert wird, zu einem Präzedenzfall in Forschung und Restaurierung.

Projekt in Zusammenarbeit mit der J. Paul Getty-Stiftung, Los Angeles


Ort

Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
14414 Potsdam
Postfach 60 14 62

Contact:
Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg Schlösserdirektion

Tel. 0331.96 94-307
Fax 0331.96 94-104
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