Südlich außerhalb der Insel Potsdam gelegen, ist der 3,5 ha große Caputher Garten durch die Sicht über den Templiner See hinweg und einen von Lenné gestalteten Uferfahrweg mit der Potsdamer Gartenlandschaft eng verbunden. Ein kleiner Park an dieser Stelle gehörte neben denen in Glienicke und Bornim schon im 17. Jahrhundert zum Kranz der Kurfürstengärten um Potsdam.
Bereits im 16. Jh. hatte hier die Kurfürstin Katharina ihre Sommerresidenz, zu der eine regelrechte Musterwirtschaft aus Weinberg, Teichen, Gutshof und Schlossgärten gehörte. Der kurfürstliche Quartiermeister Philipp de Chieze baute 1662 das im Dreißigjährigen Krieg zerstörte Schloss wieder auf samt einem terrassierten, barocken Garten mit vielen prächtigen Obstbäumen. Nach seinem Tod fiel alles an den Kurfürsten zurück und wurde bis 1713 vor allem für Festlichkeiten und Jagdaufenthalte genutzt. Es folgte ein Jahrhundert der Verpachtung, dann der Verkauf an den Generalleutnant von Thümen. Dieser ließ ab 1820 den Garten in Anlehnung an einen Verschönerungsplan Lennés landschaftlich umgestalten und fügte das Kavalierhaus zwischen Schloss und Havel ein. Das Einbringen kleiner Nutzbereiche in den Schlossgarten nach 1908 veränderte den Parkcharakter kaum. Nach dem 2. Weltkrieg verwilderte der Garten. Mit der Übergabe an die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten 1994 begann die Wiederherstellung, begleitet von der Suche nach barocken Resten. Seit der Eröffnung des Schlosses 1999 ist auch der Garten bis auf kleine Bereiche so erlebbar, wie er in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts geprägt wurde.
[Zum Schloss Caputh]
[Über den Wert der historischen Gärten und den Umgang mit ihnen]
Literatur:
Nichts gedeiht ohne Pflege, SPSG 2001
Kleiner amtl. Führer: Schloß und Park Caputh
Gartenlust - Lustgarten, Verlag Schnell+Steiner 2003
[Parkordnung Schlossgarten Caputh]
Contact: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
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