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2. Gemahlin König Friedrich Wilhelms III.
*: 30.08.1800 in Dresden
>: 05.06.1873 in Homburg v. d. Höhe
Begräbnisstätte: Mausoleum im Park von Schloss Charlottenburg in Berlin
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Auguste Fürstin von Liegnitz |
Als am 9. November 1824 der 54jährige verwitwete Friedrich Wilhelm III. in der Schlosskapelle von Charlottenburg die 30 Jahre jüngere österreichische Komtesse Auguste Harrach in kleinstem Kreise heiratete, reagierte die preußische Königsfamilie zunächst empört und die Berliner Öffentlichkeit heftig ablehnend. Wie konnte der König mit dieser Verbindung die patriotische Erinnerung an die 1810 verstorbene, hochverehrte Königin Luise trüben, deren Bild legendenhaft umwoben weiterlebte? Auch wenn es sich nur um eine "morganatische", d. h. nicht standesgemäße Eheschließung ohne Auswirkungen auf die Thronfolge eventueller Nachkommen handelte, stieß die Entscheidung Friedrich Wilhelms III. auf allgemeines Unverständnis. In seinem Werbebrief an die Gräfin charakterisierte der König allerdings ganz unumwunden die Besonderheit dieser Ehe, indem er in Augustes Zuneigung nur die einer fürsorglichen Tochter suchte und eine körperliche Liebe ausgeschlossen wurde.
Nach Luises Tod sollte keine Frau als Königin ihren Platz an seiner Seite einnehmen. Als er jedoch mit den Hochzeiten seiner Töchter und deren Weggang aus Berlin eine immer stärkere Einsamkeit empfand, wünschte er sich eine junge Frau, die ihm die Liebe und Fürsorge der Töchter ersetzen und zur Gefährtin seines letzten Lebensabschnitts werden sollte. Auguste willigte trotz damit verbundener ständiger protokollarischer und familiärer Zurücksetzungen in diese nicht leichten Bedingungen ein. Durch ihre Selbstlosigkeit, feine Zurückhaltung und Fürsorge um den in seinen letzten Lebensjahren kränkelnden Monarchen gewann sie die Zuneigung, das Vertrauen und die Achtung der königlichen Familie.
Der wortkarge, oft mürrische, nüchterne aber pflichtbewusste Friedrich Wilhelm III. hatte die junge lebenslustige Gräfin 1822 bei einem Badeaufenthalt im böhmischen Teplitz kennengelernt. Von ihrer Anmut und Art beeindruckt, bat er bei den Eltern, dem katholischen Grafen Ferdinand von Harrach und seiner Gemahlin Christiane, um die Hand der Tochter.
Am Hochzeitstag, den der König zunächst vor der Öffentlichkeit geheimzuhalten versuchte, hatte er seiner zweiten Gemahlin auf Drängen des Kronprinzen Friedrich Wilhelm (IV.) den Titel "Fürstin von Liegnitz, Gräfin von Hohenzollern" verliehen, doch stand sie im Rang hinter allen Königskindern zurück.
In den fast 16 Jahren an der Seite des Herrschers versuchte sie nie, Einfluss auf die politischen Entscheidungen ihres Mannes auszuüben. In Berlin bewohnte sie das Prinzessinnenpalais Unter den Linden und teilweise auch das Schloss (Nieder-) Schönhausen. In Charlottenburg bezog sie die Zweite Wohnung Friedrichs des Großen im östlichen Obergeschoss des Neuen Flügels. Im angrenzenden, schon im Schlossgarten gelegenen Neuen Pavillon, den sich Friedrich Wilhelm III. 1824/25 nach Plänen Karl Friedrich Schinkels als Sommerhaus nach italienischen Vorbildern errichten ließ, waren offiziell keine Räume für sie eingerichtet worden.
Den König begleitete sie nach Teplitz, Königsberg oder zu Truppenbesichtigungen in verschiedenen Gegenden Preußens. Immer wieder fuhren sie nach Schlesien ins Hirschberger Tal zu den Schlössern Fischbach und Erdmannsdorf. Auguste, die zwei Jahre nach ihrer Eheschließung zum evangelischen Glauben konvertiert war, vertrieb sich die Zeit mit kunstvollen Handarbeiten und erhielt Klavier- und Zeichenunterricht, u. a. bei Gottfried Wilhelm Völker, dem berühmten Blumenmaler der Berliner Königlichen Porzellan-Manufaktur. Als Friedrich Wilhelm III. merklich gealtert Ende Mai 1840 erkrankte, war sie ihm eine aufopfernde Pflegerin bis zu seinem Tod am 7. Juni.
In den folgenden Jahren reiste Auguste viel, besuchte Florenz, Rom, England, die Schweiz und erwarb die "Villa Augusta" in der Nähe von Vevey am Genfer See. In Potsdam ließ sie sich von Albert Dietrich Schadow die "Villa Liegnitz" am Eingang von Sanssouci erbauen. Mehr als zwanzig Jahre zählte sie zu den Kurgästen des hessischen Modebads Homburg v. d. Höhe, wo sie am 5. Juni 1873 an "Entkräftung" starb. Beigesetzt wurde sie im Mausoleum im Schlosspark Charlottenburg, unweit der Särge Friedrich Wilhelms III. und der Königin Luise.
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