Veranstaltungshinweis:
"Dies soll ein Tag der Freude sein!"
Theaterfeste des friderizianischen Rokoko – musikalisch-theatralische Soiree,
vorher Führung durch die Wohnung Friedrichs II. im Neuen Palais
Montag, 26. September 2011, 18 Uhr (Führung) / 19 Uhr (Aufführung)
Potsdam, Schlosstheater im Neuen Palais von Sanssouci
Karten: 15 Euro / ermäßigt 12 Euro inkl. Führung; 12 Euro / ermäßigt 10 Euro ohne Führung
Karten erhältlich vor Ort / Reservierung unter Tel. 0331.96 94-200
Im Rahmen der "Woche der historischen Theater Europas"
Zehn historische Theater und ein Theatermuseum in Deutschland veranstalten vom 16. bis 26. September 2011 eine gemeinsame "Woche der historischen Theater". Von Putbus bis Koblenz sind in dieser Zeit – zum zweiten Mal nach 2010 – wieder besondere Programme, Aufführungen, Konzerte oder Führungen in den historischen Theatern zu erleben, die zum Teil nur selten für das Publikum geöffnet sind.
In Potsdam öffnet die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) aus diesem Anlass am Montag, dem 26. September 2011 das private Theater Friedrichs des Großen im Neuen Palais von Sanssouci. "Dies soll ein Tag der Freude sein!" ist der Abend überschrieben, der ganz im Zeichen der friderizianischen Theater- und Festkultur steht: Ab 18.00 Uhr kann zunächst die Wohnung Friedrichs des Großen im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Ab 19.00 Uhr erwartet das Publikum auf der Bühne des Schlosstheaters ein musikalisch-szenischer Streifzug durch die Geschichte des Theaterspiels und der geselligen Unterhaltung jener Epoche.
Das Programm
Die Kultur des Barock und Rokoko war eine zutiefst theatralische, das Theaterspiel eine äußerst beliebte Form des gesellschaftlichen Zeitvertreibs. Zur Zeit Friedrichs des Großen galt daher auch im sparsamen Preußen: Kein (höfisches) Fest ohne Theateraufführung! Das Schlosstheater im Neuen Palais von Sanssouci war regelmäßig Schauplatz von Aufführungen, mit denen der König seine fürstlichen Gäste bei Laune hielt.
Im historischen Schlosstheater erhält das Publikum an diesem Abend einen lebendigen Einblick in die Festkultur und Schauspielkunst des friderizianischen Rokoko: In Rezitationen und kurzen Spielszenen führen der Spezialist für historische Aufführungspraxis Nils Niemann und Andreas Schmitz (Schauspiel und Moderation) Sujets, Gestalten und Genres vor Augen, die sich auf den Bühnen der Zeit besonderer Beliebtheit erfreuten – von den Masken der Commedia dell' Arte bis zur höfischen Opern- und Schauspielgestik. Begleitet werden die beiden Darsteller von Sabine Erdmann am Cembalo. Die renommierte Berliner Cembalistin zeichnet das farbenreiche Bild einer lebensfrohen Epoche durch Sonaten, Tänze und Spielstücke aus dem Umfeld Friedrichs des Großen musikalisch nach.
Vor Beginn des Bühnenprogramms gibt es um 18.00 Uhr Gelegenheit, die Wohnung Friedrichs des Großen im Neuen Palais im Rahmen einer Führung zu besichtigen.
Das Schlosstheater im Neuen Palais von Sanssouci kann als bedeutsames Zeugnis der Festkultur des Rokoko gelten. Mit seiner luftigen Innenraumgestaltung ist dieses einzige erhaltene Schlosstheater des preußischen Rokoko ein besonderes Kleinod europäischer Theaterarchitektur.
Über die Europastraße Historische Theater
Historische Theater als gemeinsames Kulturerbe zu erhalten und die Öffentlichkeit mit diesem besonderen historischen Schatz vertraut zu machen, ist das Ziel von PERSPECTIV – Gesellschaft der historischen Theater Europas e.V Seit 2007 organisiert der Verein mit Unterstützung des Programms "Kultur" der Europäischen Union die "Europastraße Historische Theater". Heute verbindet diese kulturtouristische Straße ausgewählte historische Theater aus der Zeit des 17. – 19. Jahrhunderts in acht Ländern miteinander: von Norwegen, Schweden und Dänemark über Großbritannien, die Niederlande und Deutschland bis nach Italien.
Weitere Informationen im Internet unter
www.europastrasse.info
Die Künstler
Nils Niemann – Dramaturgie und Szenische Einrichtung
Nils Niemann studierte Musikwissenschaft und Germanistik. Nach einer Ausbildung in historischer Gestik bei Ian Caddy, Margit Legler und Reinhold Kubik ist er als Spezialist für Schauspielkunst und Bühnenpraxis des 18. Jahrhunderts tätig. Er erarbeitete barocke Gestik für Aufführungen der Opernakademie München, Musica Bayreuth und des Barocken Theatersommers Sanssouci. Für den Barocken Theatersommer ist er seit 2008 als Regisseur und Dramaturg tätig. Doch auch das zeitgenössische Musiktheater gehört zu seinem Fach: 2005 inszenierte er in Boston die Uraufführung der Mattheson-Oper "Boris Goudenow". An Musikhochschulen in Hamburg, Dresden, Leipzig und an der UDK Berlin war er als Dozent und Regisseur zu Gast.
Andreas Schmitz – Schauspiel und Moderation
Der gebürtige Bonner lebt seit 1987 in Berlin, wo er eine private Musical- und Schauspielausbildung absolvierte. Heute ist er als Tanzlehrer, Kabarettist, Chansonnier und Schauspieler tätig. Dabei arbeitet Schmitz mit zahlreichen Künstlern zusammen, wie der Gruppe "Collage", dem Harfenisten Thomas Siener, den PianistInnen Kerstin Ellert und Holger Perschke oder den RegisseurInnen Sabine Beck-Barut, Particia Schon und Thomas Schmuckert. In seinen Soloprogrammen widmet er sich den großen und kleinen Gefühlen in Dramen, Mini-Krimis, neurotischen Märchen und mittelalterlichen Geschichten. In Meisterkursen bei David Zurbuchen und Margit Legler erweiterte Andreas Schmitz sein Repertoire um die historische Schauspielkunst. Im Juni 2010 war er als Pierrot im Palais Lobkowitz in Wien zu sehen.
Sabine Erdmann – Cembalo
Sabine Erdmann studierte von 1988 bis 1993 Cembalo an der Staatlichen Hochschule für Musik Heidelberg-Mannheim bei Prof. Egino Klepper, danach an der Hochschule der Künste Berlin bei Prof. Mitzi Meyerson, wo sie sich auch intensiv mit dem Generalbassspiel beschäftigte. 1998 folgte das Konzertexamen bei Egino Klepper. Sie besuchte Meisterkurse bei Huguette Dreyfus, Robert Hill, Jesper Christensen und Lars Ulrich Mortensen. Seit 1998 lebt Sabine Erdmann als freischaffende Cembalistin in Berlin. Neben ihrer solistischen Tätigkeit spielt sie Cembalo- und Orgelcontinuo mit verschiedenen Orchestern (Concerto Grosso Berlin, Concerto Brandenburg, Berliner Kammerorchester, Heidelberger Sinfoniker) und Kammermusikensembles (Concerto Grosso Berlin, Ensemble Serenata, Ensemble Dreiklang Barock, Ensemble Buon Tempo, La Gioia). Außerdem arbeitet sie als Korrepetitorin an der Universität der Künste Berlin und bei historischen Tanzensembles, beim Deutschen Musikrat-Wettbewerb, Kloster Michaelstein und an der Musikakademie Rheinsberg, wo sie regelmäßig Kammermusikkurse leitet. Bei Rundfunkaufnahmen des NDR und SFB sowie CD-Produktionen wirkte Erdmann als Solistin und Continuospielerin mit.