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UNESCO Welterbe

  Sophie Dorothea von Hannover

* 27.03.1687 Hannover
† 28.07.1757 Berlin

Gemahlin König Friedrich Wilhelms I. in Preußen

Königin Sophie Dorothea, <br>Gemälde von Antoine Pesne
Königin Sophie Dorothea,
Gemälde von Antoine Pesne

Sophie Dorothea war die einzige Tochter des Erbprinzen Georg Ludwig von Braunschweig-Lüneburg. Ihr Großvater Ernst August stieg 1692 zum Kurfürsten von Hannover auf. 1714 wurde ihr Vater als Georg I. englischer König, während ihre Mutter Sophie Dorothea - ebenfalls eine Prinzessin von Braunschweig-Lüneburg, geschieden nach einer Affäre mit Graf Königsmarck, als Prinzessin von Ahlden schon viele Jahre vom Hof verbannt leben mußte. Die Heirat mit dem preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm (I.) am 14. November 1706 entsprach ganz den Intentionen ihrer schon 1705 verstorbenen Tante Sophie Charlotte, der einzigen Schwester ihres Vaters. Die Regie beim Zustandekommen dieser erneuten Familienallianz zwischen den Hohenzollern und dem Welfenhaus führte die gemeinsame Großmutter des Paares, die Kurfürstinwitwe Sophie von Hannover.

Von den fünfzehn Kindern, mit denen die Ehe gesegnet war, starben fünf sehr früh. Der ersehnte Thronfolger, der spätere Friedrich II., der Große, kam erst 1712 zur Welt. Bedingt durch die zahlreichen Geburten nahm das Aussehen Sophie Dorotheas frühzeitig matronenhafte Züge an. Vielseitig gebildet, sehr belesen und musikalisch, war sie eine Freundin der schönen Künste und leidenschaftliche Porzellansammlerin. Ihr Musenhof wurde seit 1710 das 1945 größtenteils zerstörte und später beseitigte Schloss Monbijou an der Spree im Zentrum Berlins. Sie ließ es zu einem repräsentativen Sommersitz erweitern und mit erlesenen Kunstwerken ausstatten. (1877 wurde im Schloss Monbijou das Hohenzollern-Museum eingerichtet)

Ihren Gemahl Friedrich Wilhelm I. hatte sie mit ihrer wachsenden Kinderschar alljährlich von August bis November nach Königs Wusterhausen zu begleiten. Die Aufenthalte in dem einer Burg ähnelnden, düsteren Wasserschloss und die nüchterne, von Tabakskollegien und derben Zechgelagen geprägte Atmosphäre behagte ihr keineswegs.

Während Friedrich Wilhelm I. den Kronprinzen nach militärischen Grundsätzen streng erzog, fand der junge, musisch begabte Friedrich Verständnis und oft geheime Zuflucht bei seiner Mutter in Monbijou. Sie förderte seine Liebe zur Philosophie und Kunst, vermochte aber offiziell gegen die Härte des Vaters nichts auszurichten. Im Gegenteil: Bemüht, die Beziehungen zwischen Preußen und England-Hannover enger zu gestalten, kam auch sie mit dem König und seiner loyalen Einstellung gegenüber dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation in Konflikt. Ihre heimlich mit dem englischen Hof geführten Verhandlungen bezüglich einer Doppelhochzeit des Kronprinzen und seiner Schwester Wilhelmine mit den Kindern ihres Bruders Georg II. wurden von Friedrich Wilhelm I. als Verrat angesehen und entsprechend verhindert.

Trotz endloser familiärer Auseinandersetzungen, an denen Sophie Dorotheas Intrigenspiele ebenso schuld waren wie das jähzornige Verhalten ihres Gemahls, hat sie ihn während seiner letzten Lebensjahre treu gepflegt. Als Königinmutter noch immer eine imposante Erscheinung, erlebte sie von Monbijou aus voller Stolz 17 Regierungsjahre ihres Sohnes, der sie sehr verehrte und liebte. Nach ihrem Tod wurde die 70jährige in der Gruft des Berliner Doms beigesetzt.

 
 

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