Paretz liegt 20 km nordwestlich von Potsdam direkt an der Havel. Die Besonderheit der Ortslage besteht darin, dass sie als Gesamtheit aus Schloss, Gärten, Dorf und Flur ein Musterbeispiel der frühen preußischen Landbaukunst darstellt. Trotz Verlusten und Überformungen ist dieser Charakter noch sehr gut ablesbar.
Anfang 1797 erfolgte der Ankauf des Gutes als Sommersitz für das Kronprinzenpaar Friedrich Wilhelm (III.) und Luise. Die zeittypische, frühlandschaftliche Gartengestaltung mit zahlreichen sentimentalen Kleinarchitekturen an markanten Stellen fasst die Gesamtkomposition zusammen. Sie hat drei Bestandteile unterschiedlicher Prägung; Südlich vom Schloss bis zum Kettengraben liegt der früher den Herrschaften vorbehaltene Schlossgarten, im zentralen Dreieck zwischen Schloss, Kirche und neugotischer Schmiede als sehr edle Dorfangervariante der Kirchgarten und westlich auf einem Höhenrücken der nach einem rustikalen ehemaligen Aussichtspavillon benannte Rohrhausgarten.
Um 1900 folgte nach Jahrzehnten leidlicher Pflege eine Phase des Verfalls. Viel von der prägenden Parkausstattung ging verloren. Der Bau von Wohnblöcken in den 1960er Jahren riegelte den Rohrhausgarten ab. 1999 begann die Rekonstruktion des Schlosses und seiner Vorfläche, die samt Pflanzung, Aha-Graben und Zaun drei Jahre später im Rahmen einer Ausstellung abgeschlossen wurden. Die Wiederherstellung der verbliebenen 7,5 ha großen Gartenteile wird noch längere Zeit dauern, aber schon heute vermitteln erhaltene Altbäume, Bodenmodellierung, Wege und Gebäude einen Eindruck von der einstigen Blüte dieses reizvollen Ensembles.
Literatur:
Th. Fontane – Schloß Paretz SPSG 2001
Vom Schönen und Nützlichen, D. Gilly, SPSG 1998
Gartenlust – Lustgarten, Verlag Schnell+Steiner 2003
Contact: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
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